Juni 1530.
Murner Huben wir wol verstunden; so ir uns nun pittlich crsnochcnd, jehgedachtem Murner dus urrcst sinerPension ufzehebcn, wellend wir »ich hierinnc diser zpt nnllfaren, lind dus zuo vcrmidung größerer inüe, nnrnocvcn,costens und arbeit, durinnc ir, onch üwer und unser christenlich Mitbürger von Zürich diser such vcrwnndt,und dißhnlb kommen möchtend, wiewol wir sin nichtig nszüg lichtlich ablcine» könntend und uns versechcn, (duß)er sincm erbieten statt geben hett; nntdcstcrnlinder von »wert wegen lassen wir (es) jetzmals bis siner zyt be-ruoiven, guoter Hoffnung, üwcrc lind ilnser christenlich Mitbürger von Zürich, die ir un(e) Zwpfcl glpch wie unshicrnmb ersnocht haben, hicwidcv mit sagen wcrdind, sonders sich mit uns verglichen. Das verncmcnd von unsbester Meinung", zc. ?c. S>. A. B->»: T-utsch Miss. s. r«o.
Zu vergleichen sind noch Nr. 32V, u, ^ 3 und lz.
337.
Pichl. 1530, 10. Juni.
Staatsarchiv Zürich: Acten Hessen. Staatsarchiv Vera: Abschiede »inu <00«. H'antonsarchiv Basel: Abschcidschriften.
i». Dieser Tag wird vornehmlich zu dem Zwecke besucht, daß sieh die vier Städte Zürich, Bern, Basel»ud Straßburg zur Aeusuung der Ehren Gottes und seines Wortes und gemeiner Wohlfahrt des laudgräfischcuchristlichen Verstands halb über eine gleichförmige Antwort vereinbaren möchten. Die Voten haben die Befehleihrer Obern eröffnet, wobei derjenige von Bern zu verstehen gibt, daß seine Herren bei ihrer früher gegebenenAntwort über diesen Handel bleiben wollen, und daß er dabei nichts zu rathen, sondern bloß anzuhören undbesondere Begegnisse, um sie heimzubringen, in den Abschied zu nehmen bevollmächtigt sei w. Es weiß nunjeder Bote wohl zu berichten, mit wie großem Ernst die übrigen von dem angeregten Verstand gesprochen,und was sie dcßhalb ihren lieben Eidgenossen und christlichen Mitbürgern von Bern geschrieben haben, undwie Basel befohlen worden, die Antwort von Bern zu empfangen und „dieselben" (die Erklärungen aller dreiStädte) nach Straßbnrg zu fertigen oder, wo nöthig, einen ander» Bnrgertag zu „ernennen". Aufdiesem Tage hat Basel dargelegt, wie Straßbnrg nach Inhalt des Burgrechts eine ansehnliche LieferungRoggen nach Basel fertigen lassen ec., aber die von Breisach zu Büßisheim einen neuen Zoll darauf geschlagenhaben; weil solche Neuerung wider die Erbeinung und wider die Freiheit der Eidgenossen („unser aller")und deßhalb unleidlich sei, so haben „sie" (Basel) die von Breisach ersucht, von solchem Zoll abzustehen, alleinungeachtet ihres Versprechens einer Antwort noch keinen Bescheid erhalten w. Darüber wird verabschiedet,es solle Basel zum Ueberslnß noch einmal nach Breisach schreiben, und nichts desto weniger jede Stadt ernstlichbcrathen und auf dem nächsten Bnrgertag darüber antworten, wie man, wenn die Breisacher auf ihremunbilligen Beginnen verharren würden, sich dagegen verhalten und diese Neuerung abstellen wollte, wie jederBote weiter zu sagen weiß.
Zu 1) Schreiben an Schultheiß, kleine nnd große Näthe von Bern:
„Unfern ganz früntlichcn willigen dienst znosampt was wir eren, liebs und guois vermögen, zuovor. Fromfürsichtig ersam wys insondcrs guotcn fründ, gclrüwcn lieben Eidgnosscn nnd christclichc Mitbürger. Als wiran Hütt dato von nnscrn Herren und obcrn zuo diser tagleistmig nbgefertiget, in bywesen üwcrs ratsbottcn vondem landtgräfischen christenlichen verstand, ob der selbig üch und uns annemlich nnd zno ufnnng göttlichen wortsdienlich spe, unserer Herren Meinung einander« verstcndigt, befinden wir geincinlichen, daß es unsere Herren undobcrn, sölichen verstand anzuonemen, ganz guot nnd not sin bedunken will; dann, gctrüwcn lieben Eidgnosscn