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Juni 1530.
behauptet haben, der Kaiser wolle die Lutherischen bekriegen und den V Orten eine Anzahl Kriegsknechtegeben, finde man sich dadurch, wiewohl man wenig Glauben darauf setze, oeranlaßt, diese Botschaft abzusenden,um so mehr als die Walliser voriges Jahr mit ihrem Kriegsvolk gegen Bern und Zürich im Feld gestanden,und bereits gesagt werde, sie hätten den V Orten wieder Kriegshülfe versprochen, und müsse daher so wohlwie jene wissen, was man von ihnen zu gewärtigen habe; wiewohl man sich alles Guten versehe, begehreman hierüber eine schriftliche Antwort. — Die Boten haben übrigens Vollmacht, in dieser Sendung zu handeln,was die Umstände erheischen.
Zur Ergänzung fügen wir folgende Acten bei:
1) 1530, 23. Mai. Bern au den geheimen Rath in Zürich. 1. „Wir sind beruht, wie uf dem rj tagMcyens zwen ratsbotten von Luceru und Schwiz in namen der v Orten vor dem Rat der landschaft Walliserschinen und da eröffnet, wie dann ir Herren und obern fast beschwärt sycnd an denen von Zürich und Bernund andern Eidgnossen, antreffend den christlichen glauben, und wo man nit darzuo werde thuon, Messend syouch den luterschen glauben annemen, begcrendc ein müssen ze haben, weß sy sich sollend gegen inen versechcn,wo es inen wurde not thuon; wann der Keffer habe inen verheißen rr'" man wider die Luterschen. Und uf dashat inen ein Landrat für ein antwurt geben, wo es inen not wurde thuon, so wellend sy inen r" man geben,soferr sy dieselben wellend nngends beuchen; doch ist die antwurt noch nit für die gemcind kamen, und haltend(die Herren) das gar heimlich. Also lutend die wort unsers knndtmans, der uns der Handlung bericht hat,mit anzöug, er wolle sich wyter erkunden und ylends uns kund thuon; was uns dann hienach begegnet, werdenwir üch ouch wie disers nit verhalten. Wir haben ouch unser potschaft hinin geordnet, glycher gestalt wie diev Ort ze verneinen und von inen ze müsse», iveß wir uns gegen inen versechen sollend w." 2. Auf ZürichsBegehren habe man eine Botschaft ausgeschossen, um den Bundestag in Jlanz zu besuchen, w.
St. A. Bern: T-utsch Miss. 8. rot, roö.
2) 1530, 2. Juni. Bern au Jacob von Wattemmst und Hans Rudolf Nägcli, Gubernator zu Aelcn.1. Laut ihrer Instruction sei ihnen befohlen gewesen, nur mit dem Landrath (in Wallis) zu verhandeln; daman aber seither vernommen, daß auf Sonntag nach Pfingsten (12. Juni) eine Landsgemeinde berufen worden,um auf den Vortrag der V Orte Bescheid zu geben, begehre man, daß die Boten ihre Sache dem Landrath nurkurz vortragen und dann verlangen, vor der Gemeinde erscheinen zu dürfen; damit werde der gemeine Mannbesser berichtet und eine „satte" Antwort erholt; auch hoffe man, daß die Landlcute sich dann nicht so leicht ividerBern bewegen (und gebrauchen) lassen. 2. Dem Abt von St. Moriz soll eröffnet werden, daß man das Prioratin Aelen zu eigenen Händen nehmen und die Nutzung gebührlich verwenden, aber dem Abt und Convent denihnen zugehörenden Antheil verabreichen wolle, sofern von Wallis aus das Gleiche geschehe; denn dem VennerGraffenried die Verwaltung des Priorats zu überlassen, gehe nicht an; aber dem Abt werde man die vier FaßWein, die er jährlich zu beziehen habe, nicht abschlagen. St. A. Bern: T°»tsch Miss. 8. -w, wo.
3) 1530, 15. Juni, Bern. Bericht der ans Wallis heimgekehrten Boten, rcsp. Antwort des Landrnths.„Die fünf Ort habcnt wol ir botschaft da innen ghept, doch min Herren nit anklagt, sonders für schidig gelobt,aber (gesagt), die von Zürich handletent unlidenlich. Des Keffers zuosagen halb und ir, der Walliseru, hilf,wüssent vom Keiscr mit; als aber die von Zürich wider recht gewaltiklich handlent wider die fünf Ort, habcntsy inen zuogseit, wenn sy müeßtent underdruckt werden, wöltent sy lyb und guot zuo inen setzen. Item sy syentfern von dero von Zürich Überpracht und gwalt wegen uszogen, doch den iren verpotten, wenn es schon an einschlackst gieng, sölltent sy denen von Bern nützit thuon, svnders denen von Zürich. Der Bischof hat einen puntanzogen, den min Herren mit siner kilchen habent, und gmeint, m. h. haltent in schlechtlich. Item (gefragt),ob min Herren die urteilen, des Rottens halb ergangen, halten wöllent. Der bott uß dem Fischbach, Peter inAlben, hat gseit, wenn sy schon für die gmeinden kämmt, wurdent sy sagen, warum min Herren die urteilennit hieltent, dann sy die nit hieltent. Sunst sye inen groß zuckst und eer von allermenklich erwiseu. Sunsthabent sy nebents brett ghört, daß die Länder m. h. verklagt, sy wöllent etlich artiklen im landsfriden nit