650 Mai 1530.
Aussteurnng erwarten wöge. »». Es wird des alte» Vogtes zu Nomanshorn („uf Ruwishoru") Rechnungvorgelegt, mit der Bitte sie anzunehmen. Weil sich aber zeigt, daß er seit Stapfers sel. Zeit keine „Frevel"wehr eingezogen, auch von dein Titel Fülle nichts in Rechnung gebracht, während er dach vermuthlich einigeeingenommen, so läßt man die Rechnung fiir diesmal ans sich beruhen, mit dem Befehl, die Frevel gehörigaufzuzeichnen und dem Hauptmann einzureichen. Weiß man dann, wie es der Bußen halb steht, so läßt sichauch der Zehrung wegen mit ihm abrechnen. Dabei wird dem Hauptmann befohlen, den bezogenen Fällennachzufragen; je nach dem Ergebniß läßt sich dann des Heus und des kleinen Zehntens halb mit dem Vogthandeln, indem man findet, „daß er harunder Wullen geschlagen habe." «. Bastian, der Substitut in derCanzlei, naher Verwandter des Abtes Franz, der ihm auch viel verheißen, ihn aber später der evangelischenWahrheit wegen gehaßt und zurückgesetzt haben soll, bittet dringlich um ein anstündiges Auskommen, weil er ziem-lich betagt sei und keinen „Stand" habe :c. Da ihm früher schon ein kleines Hilfgeld geschöpft worden, dasaber vielleicht noch nicht ganz ausbezahlt ist, so hat man den Hauptmann beauftragt, ihn für den Rest zubefriedigen und so gut möglich ini Hofe zu versorgen, bis die Conventherren „abschlyßen"; dann soll er, daderselbe eine gute Handschrift führt, versuchen ihn auf der Landschaft unterzubringen, bei dem künftigen Land-schreiber oder sonst, damit der gute Mann sich weiter fortbringen könnte; wäre das nicht thunlich, so wüßteman ihm nicht mehr zu helfen, weil ihm das Gottteshans nichts versprochen und nichts schuldig ist. Z». Dievon St. Gallen bezeugen über die letzthin ans ihr Anbringen gegebene Antwort ihr freundliches Gefallen undmelden, daß sie auf dem nächsten Tage, wo sie die vier Orte bei einander zu „betreten" wissen, ihr Gesuch zuerneuern gedenken; sie bitten daher die Boten recht dringlich und beflissen, bei ihren Herren und Obern der Stadtals getreue Fürsprecher („fürmünder") für günstige Willfahrung zu wirken, damit den Gesandten auf den nächstenTag desto umfassendere Befehle ertheilt würden, und der Stadt mit treuen? Nathe nach Vermögen beholfen zu sein.Dazu hat man sich mit viele?? freundlichen Worten geneigt erklärt, und weil man um Rath ersucht Wörde??,dessen sie übrigens gar nicht bedürfte, so erachtet man für gut, daß sie vor den? nächsten Tag an die IV Orteschreibe, da ein schriftliches Begehren wenigstens soviel bewirken könnte, daß den Boten desto bestimmtere Befehlegegeben würden, «z. Die von Laurenz Appenzeller als Statthalter zu Wyl gestellte Rechnung hat man ge-nehmigt und de»? Hauptmann zugestellt; in Würdigung der großen Gefahr, Sorge und Mühe, die er inseinem Amte gehabt, indem er neben der. Versetzung der Statthaltern die Urbare, Zinsbücher und Anderes inOrdnung gebracht, sind ihm über das früher bewilligte Einkommen noch 45 Gulden veroronet, was er zufriedenund dankbar angenommen hat, und da er nun abzieht, so hat man Peter Weber, „als ein inbrünstigen gott-liebendcn wolgeschickten Mann", zu einem Statthalter in Wyl erwählt. „Aeschach Frytags nach der UffartAnno :c. xxx°."
Zu «I. Ucbcr dieses Geschäft wurde ein voi? Zürich und Glarus besiegelter Brief in Pergament, dd.18. Mai (Mittwoch nach Cautatc), ausgestellt, der unversehrt im Stadtarchiv St. Gallen liegt.
lieber die Abfindung der Conventherren w. lind die Verwendung der Kirchenschätzc wurde in? Deccinber1529 ein undatirter Abschied verfaßt, der etwa zu Nr. 238 einzuordnen wäre; chronologische Bedenken verai?-laßten uns, denselben aufzuschieben; er mag nun hier als Note folgen:
(St. Gallen. 1529, c. 21. December f.)
Gesandte wie in Nr. 239; von St. Gallen I. v. Watt??. A. .
Es wird auf Hintersichbringen Folgeildes gehandelt: l. 1. Die Boten haben als nützlich und nöthig an-gesehen, daß erkundigt und überschlagen werde, ivas für Kosten die Haushaltung und der Unterhalt der iw