Marz 1530,
575
2M.
Muri und HermMhwyl. I.M), l5i bis 20. März (Dienstag nach Neminiscere f.).
Staatsarchiv Zürich! Acte» Cappelerkrieg,
„Acta und Handlung, so durch deu edleu vesten Jörgen Göldlin ze Hermanschwyl verhandlet. 1530."
Wir lassen diesen Act als Note folgen:
1. „Nach dein lind ein gmcind zc Hermanschwyl crmccret hatt, daß iro auch, ivie anderen gmeinden IiiÄniptcrn, das lnter wort gottes sölle gepredgct werden, hat sy ctwelich gen Zürich gesandt, allda cineS sölichcnpredicanten, nnd mit nnmen Herren Heinrichen Millingers, ze bcgären, der onch inen erloupt und ggiibcn ist.
2. „Diewyl aber etwelich Warnungen gethon, und der landvogt Wyßcnbach von Underwalden etwas bricfsgen Bremgarten geschribcn, »nd sich mithinzuo etwas gsaaren zuogetragen, hat ein Bürgermeister und Ratmeister Niclausen Bronner verordnet, gen Muri nnd Hermanschwyl ze ryten, daselbs niit dem vogt, npt nndklosterfrowen ze reden, daß sy obgemeltem meer, in kraft des landsfridens, geläbind und nützid darwiderhandlind zc.
3. „Hicniit sind auch etwelich nndervögt, als (von) Hermanschwyl, Molen und Boßwyl, gen Hermanschwylbescheiden, denen zc bcfclhen, ein trnw nfsähen ze haben, damit ghein unrliow erwnechse, so vilicht der predicant,wider vcrmög deß gmeincn landsfridens, geschmächt oder geschcdiget wurde.
I. „Und als nnn obgemcltcr M. Niclnnß Broiiner gen Mure geritten, ist Junker Jörg Göldlin im nach-geschickt, obangerüerte Handel ze vollfücrcn.
5. „Also hat es sich begäben, daß der landvogt Wyßenbach gen Muri am tag geritteil kam, und obgc-nampte ratsbottcn der statt Zürich anwandt, im köme für, wie sy vilicht der Meinung da syend, einen pfnffenze Hermanschwyl ufzestellen, das er mm gar nit gestatten werde, als der onch der v Orten amptman nnd
diener syc.
6. „Hicrnf antwurtet Junker Jörg Göldlin: Das uns unsere Herren und obren in bcfelch ggäbcn,werdent wi'r° vollstrecken nnd den predicanten nach vermögen des landsfridens nfstellen; vermeinend nit, dz unssölichs jemands ze weren habe, dieivyl es gmäß dem landssriden ist, deß meerens halb.
7. Antwurtet der landvogt, daß er söliches gar nit gestatten, so ferr und im sin lib und guot reichte,die er onch daran setzen und sy bannen trybcn wurde, zc.
8. „Daruf sprach jnnker Jörg, so wellend wir des erwarten, ietztan gan Hermanschwyl faren nnd dalmser Herren und obren besälch, irach vermögen des landssriden, vollstrecken, ze.
9. Redt der landvogt, ich Hab mich nit vernrässen, üch bannen ze schlahen, sunder den pfaffen da nitlyden und den selben bannen ze trybcn z das will ich onch thnon, zc.
10. „.ldieruf sprach jnnker Jörg, wir Habends wol gehört rmd verstanden, was ir geredt nnd weß ir üchvermessen habend. Darzuo wüstend, daß wer den predicanten beleidigst, der hat onch unß beleidiget: dann wirim nach vermög des landsfridens bystand thnon wellend, und farend ietzt dahin, zc erwarten, wer uns bannentryben welle, und den predicanten nach unser Herren befelch ufzestellen ?c.
II. „Uff disc Händel all sind die ij ratsbottcn der statt Zürich gen Hermanschwyl kummen*), und haterstlich der Göldlin den klosterfrowen obangcrüerte befelch eines burgermeisters nnd rats der statt Zürich erscheint,nnd demnach onch den beschickten uirderuögtcn daby onch anzeigt, was inen von gemeltcm landvogt ze Muri
*) Randbemerkung: „Was des rv tags im Merzen, Zynstag nach der Domi: Rcminisce:"