Druckschrift 
4,1,b (1876) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1529 bis 1532
Entstehung
Seite
540
Einzelbild herunterladen
 

540

Februar 1530.

oder man, sollen gestraft werben, nämlich so dick und dil das beschäche, in die kebien gelegt werden und nütsbester minder dem eerderletzten sin rechte vorbehalten sin. — Sofcr aber jemand sölicher handle» halb zuckte,doch nicht wundote, oder zuckte und wnndote, oder sich jemand in sölichem parthotc, so nit zuo rächen hätteoder sich der sinen bclüede und annäme, ee dann si verwnndot, alsdann (soll) an minen Herren stan, sy an lhbund gnot ze strafen nach gestalt der fach."

Undatirte Originalicn aus der Solothurncr Canzlei; in dem obgeuannten Actcnband des Beruer Archivszweimal vorhanden (;>. 8—12, 23—27).

Wir fügen noch einige Acten bei:

1) 1530, 8. Februar (Dienstag nach Lichtmeß), Solothurn. Die Gesandte» von Bern (nicht genannt)an ihre Obern. „Unser zc. zc. 1. Müssend in kurzem vergriff die Handlung in einer summa, so gestern undhüt zuo Solothurn verloffen zc. Die sich des Evangeliums annemcnd, Hand zechen man für die Rät geschickt,mit begcr inen für Rät und Burger zuo verhelfen, ursach, so die mess so hoch gescholten syge von (den) bredi-eauteu, solle man die mess schelter, (auch die) Halter und rüemer in ein tisputation zuosammcn lassen kummeuund die ivarheit erkunden. Die sind abgewisen mit kurzer antwurt zum andren mal. Demnach sind gesternzwen on geferd messerzuckig über einandren worden, wie mans ncmbt, ein nüw und ein altglöibiger, aber umander fachen, nit von des gloubcns wegen. Do ist ein uflouf in der ganzen statt erwachsen, als ob man ge-stürmt hette, daß alle Mannschaft uf ein platz zuosamcn kamend; dann man meint, die alt und nüw gläubigenschlücgind einandren; doch warend lüt uß beben partygcn, die trostlich schiedend; ouch üwer vogt von Landshuothat sich redlich gehalten. In dein Hand etlich getröwt, st) wellend zuo den Barfuoßeu die pfaffen erstechen, sindouch dahin kummcn, sich irem trömen nach erzeigt; doch ist niemand nützit gcschechcn, gott sh(e) lob, sind dochvil zuckter schwert uf der bau gsyn. Do Hand sich ein große zal, by den achzigen, die nacht in das klostergcsamlet, die bredicanten zuo beschirmen, und daruf ir wachten gestellt. 2. Hüt früe sind wir vor Rät undBürgern erschinen, uns erbotten, was zuo frid und ruo diene, nit zuo sparen ?c. Hicmit Hand sich erklagtdoselbst, die das Evangelium bcgercnd, her Ictst abschcid sy(e) in vil artiklcn nit an inen gehalten, mit darlcgungeiner schrift, inhaltcnde die selbigen artikel, daruf inen der gwalt geantwurt, was bishar nit beschechen, solleaber noch erstattet werden; aber als st) begcrt ein tisputatz von ircu pfaffen, fällend st) rüewig sin; dann zuodiser zyt st)(e) es inen nit gelegen, diene ouch nit zuo frid und ruowcn. Uf das Hand wir gcarbeit by bebenpariycn, doch zuoletst noch mit anders mögen erlangen, dann daß die, so sich des Evangeliums güdend(?), zuoden Barfuoßen also by einandren verharren wellend und »it da dcunen (wychend), bis sy das erlangend,so sy begerend, nämlich die tisputatz irer pfaffen; daran wellen sy setzen ir lyb und leben und das kurz dranwagen. Hierum werdend wir morn aber vor Rät und Burgern mit größtem slyß handle», was zuo fridendienen »rag, gott geb guad." St. A. Bern: Kirchl. Angelegenh.

(Von der Hand N. Mnnnel's).

2) 1530, !). Februar. Bern an seine Boten in Solothurn. Antwort ans ihren Bericht. Man habesich besonders über den Punct bedacht, daß Etliche sich unterstanden, die Prädicnnten zic erstechen, und empfindedarüber einiges Mißfallen („grnsen"), da die Solothurncr bei der Bitte nur Abordnung des Herrn Berchtold(Haller) Schirm und Sicherheit zugesagt haben, und danke also Gott, daß demselben noch nichts Thätlichcsbegegnet sei; denn wäre das geschehen, so hätte große Unruhe daraus entstehen können. Damit nun nichtsversäumt werde, stelle man den Boten anheim, den Prädicanten noch länger da zu lassen oder zurückzuziehen,wenn die Sachen nicht leicht gestillt werden könnten. Sc. A. B-r»-. TMsch Miss. n. «si i>.

3) 1530, 10. Februar (Donstag vor Valcntini), Solothurn. Die Berncr Gesandten an ihre Obern.

^ „Wir Hand vil großer müeg und arbeit, doch bishar nützit geschafft; dann bebe partygen so stark und handfest

sind, daß es ein wunder ist, und Hand die meß begerenden vil puren ab den dörfern hinyn beschickt und cin(en)tag zuo der tisputatz genempt uf Martine, das aber den andern mit gefallt, bcgercnd daß man von stund andie wnrheit erforsche oder die fach, wie vormals gemeeret syge, in statt und land lass meren, wenn man tispu-