Januar 1530. 5Z7
darauf, was sie im Sinne haben, und könnte unterlassen, ihnen vorzuhalten, daß sie hier oder dort getagt, dasie in ihren Dingen „gar spitz und vcrgrifflich" seien, bis man über ihre Unterhandlungen „fetteren" und gewissenBericht haben möchte w. Weil nun die Boten nicht gern ans eignein Entschlnsi von ihrer Instruction habenabgehen möge», so bitten sie um einen Bescheid bei diesem Boten, wie sie sich in der Sache verhalten sollen.
St. A. Zürich: A. Capp. Krieg.
Zu 1530, 22. Januar (Samstags nach Sebastiani). Zürich an seine Voten in Baden. „Uns hatsetz angelangt, wie für nnd für evangelischer warheir und dero anhängigen vom Landvogt (zu Sargans) undsinen mitverhaftcn großer widerstand gethan, nnd nämlich werde Herrn Marti (Mannhart) zuo FlumS fridcnabgeschlagen, also daß dhcincr an im friden zno halten nit schuldig. So söllcnt an etlichen orten nß den kilchcndie gloggenseiler hinweg genommen sin. Es hat auch der schriber zuo Sangans in namcn des Landvogts denbidcrbcn tüten zno Ragatz den beschcid geben, si mögint wol mercn nach tut des landfridens, aber umb dheinpredicanten. Wir geschivigen vil anderer ungeschickter händlen, so täglich in Sanganscrland zuo underirucknngevangelischer warhcit gebrucht werdent. Und wann (nun) sölich fachen uns lenger zuo gedulden gar nit gemeint,bcgercnt wir an üch mit ernst, ir wellint das, so obstat, den gesandten von den christcnlichen Stetten anzöigenund mit ircm rat darin alles dasjcnig handle», thuon und fürncmcn, so zuo der ccr Gottes und Vollstreckungdes landfridens gedicncn mag." ... St. A, Zürich: zc. Capp. Kri-g.
Zu I». Anhang im Vcrner, Vasler nnd Schaffhanscr Exemplar: Bern, Basel und Schaffhausen sollenbei Zürich beförderlich Schritte thun, damit es den Stillstand beobachte.
Zu in. Bern beauftragte seine Boten, mit denjenigen von den andern „christlichen" Orten den Zürcher»vorzustellen, daß sie sich in der Sendung von Botschaften in gemeine Herrschaften (rcsp. Gemeinden), wo nochkein Mehr für das Gottcswort ergangen, mäßigen sollten, damit sie nnd andere Orte nicht beschuldigt werden(können), den Landfrieden nicht halten zn wollen. (Die Anregung ging also wesentlich von Bern aus).
St. A. Bern: Jnstnict. 363 a.
Zu p. 1530, 15. Januar, Freibnrg. Voisrigault an (die cidg. Boten in Baden?). „Großinächtigcnw. zc. Uf letst gchaltncm tag zno Luzcrn hau ich üch znogeschriben und wissen lassen, wie der Meigret Harnszno üwern Herrlichkeiten ze kommen bescheiden (sye) Inhalt des befelchs, so im der Küng hat geben; demnachhau ich siner brief empfangen, usgangen zno Lyon uf den r tag dis manots, allda er nit länger bliben solltdann bis nf rl oder rlj tag und demselben nach Harns rikcn, so behend er jemer möcht; sobald er hie nß sin,so wirt er vor üch uf den nächsten nach diser taglcistung crschinen und üch anzuozöigcn (sia) den bcfclch, soiin der Küng gegeben hat, deßglichcn den cntschlnß und des Küngs willen gegen üch umb all üwer Händel, undfach (sag?) üch für war, lieben Herren, daß bcmclts Herren mcinung ist, sin früntschaft nnd vereinung, die ermit üch hat, zc halten, dcßglich alles möglichs tuon, üch zuo fridcn (ze) stellen, üch bittende, (daß ir) üwersteils deßglichcn ouch thnon wellend. — Ich wär jetz uf den tag zuo üch komm, besorgende aber üch zuo mücgen,ouch daß ich gefeiten Meigret (cr)wartcn muoß, des Küng(s) will und mcinung die (hie?) zuo verneinen. HarumbHab ich gcgenwürkigcn zöigcr zno üch gesandt, üch suis znokomens ze berichten, deßglichcn ander nüw zitnngen,die mir nß Italien nnd anderschwa har zno sind komm. Der Küng ist jetz zuo Disjon; da wirt er etlich tagverzicchm; darnach kompt er gen Lyon, da dannen in Provcns, Langcndock, . . . (Guienne?), Burdeaulr nnd genBayoncn; da söllcnt sich die Herren des Küngs sün ze mittem Merzen überlifern, darzno die küngin nß Por-tignl, des Küngs künftiger gmachcl. Der Keiscr lit noch (in) Voiionia, der da solt bekrönt werden, der geiviß-lichen mit deni Herzogen von Bar vereinbaret ist, welichem er das herzogthuni Meiland laßt durch mittel einergroßen sunnn gelts, die er im in eim jar geben inuoß, und ein ander snmni järlichcn; der Keiscr behalt imvor das schloss Meiland nnd die statt Cum, nnz die erst summ bezalt wirt. Sodann schribt man mir ouchvon Vononia, daß der Keiser ein bcricht mit den Vcnedigern geinacht hat, ouch durch ein große summ gelts,nnd söllent si im die erdrich nnd stett im küngrich Napols übergeben, deßglichcn Nomania nnd Sornin(?), gehörenddem Bnpst; ist allein noch Florenz vorhanden, die will sich in keinen weg dein Bapft ufgebcn nnd aber demKeiser wol, dein si sich crbotten, im nndcrtenigkeit zc-tnonde, sölichc als si vorhin dcil andern keiscrn geivon ge-wesen sind ze tnonde, deßglichcn im ein gcivonlich tribnt zno bezalen, zuo dein im ein ersiehe schenke einer gnoten