Druckschrift 
4,1,b (1876) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1529 bis 1532
Entstehung
Seite
487
Einzelbild herunterladen
 

December 1529.

487

243.

Uenedig. 1529» 28. December.

Stadtl>ibttott>ck Zürich: Simmlcrychc Sammlung, Bd. Lt.

„Handlung vor dem Herzog und Rat zuo Venedig, am 28. tag Deceinbris 1530," (durch eincu Gesandtendon Zürich, Rudolf Collin).

1. „Mine gncdigen Herren von Zürich und ire cristenliche Mitbürger Hand mich hichar zuo üwcr Durch-lüchtikeit und Maiestet geschickt, etwas ze handlen, und dess halb ein crcdenz hicmit zuogesandt, die wolle üwerDurchlüchtikeit gncdenklichcn verneinen.

t. „Anfeuchlich crbietcnt minc guedigcu Herren von Zürich :c. ircn früntlichcn nnd nachpürlichcn gnotenwillen, und was sy guots Vermögcut, üwer D. und M. guotwillig zuo bcwysen alle zyt.

2. „Zum anderen ist vn zwifel ü. D. nnd M. unvergessen, in welcher gstalt die römischen leiser bißhäroft nntcrstandcn habent, die zwei löblichen regiment und commun. als Venedig und (die) Eidgnoschaft, inen"»dertänig ze machen; aber Gott der Herr hat die selbigen bemclten commun bißhnr mit gnaden vor allerleiseren tyrauny erhalten, in Hoffnung ouch hinfür zuo geschechen.

3. „Und die whl diser Keiser mächtiger ist au lüt und guot denn vil siner vorderen, dorzno er iez kürzlichuß siner" gewonlicher residenz Hispanien in Jtaliam n.it heres kraft gezogen ist. on zwifel understande, dieselbigen Jtaliam undcr sich ze bringen, dann er sy vorhar lauge zyt mit schweren kriegen beschwert nndverhergt hat ;

4. „Dorum ist zuo besorgen, solche sine zuokunft oder gegcnwirtikeit möchte mit der zyt dem loblichenRegiment von Venedig zuo Nachteil, schaden und krieg dienen und deßglychen ouch hernach in mittler zyt demloblichen regiment nnd commun der Eidgnoschaft; dann die zwcy löblichen commune» Venedig nnd Eidgno-schaft von altem har allzyt fitr andre lüt und lande von den leiseren vil Hasses und anreunc(n)s erlitten Hand;dann die leiser bcgerent monarchiam; so sind (aber) dise zwei commune byspil der ganzen Welt, loblichesryheit und gemein bürgerliche recht zuo erhalten nnd beschirmen.

5. „Uf das, sölcher fürsorg nnd gefärlicheiten zuo begegnen, so Hand mine gnädige Herren :c. zuo üwcrD- und M., als' zuo Ken lieben Herren und nachpuren mich geschickt zuo eröffnen, ob ttch gesellig sin wöllte.solcher fache,! halb sich mit einandercn rathlich zuo nndersprechen. kuntschaft und früutschaft zemen (zuosamen)Zuo machen und bewarnus mit ratschlegen für solche gefärlicheiten zuo betrachten, uß welchem diseu beben lob-lichen comuucu vil nutzes und früutschaft mit der zyt erwachsen möchte, darwider großer nachte.l und wider-stand dem Keiser und siner fürgeuomner monarchy.

6. „Darnf ist min undertänig bitt an üwer D. u- M., min einfaltikeit und ein so schlechte botschaftMm besten nfzenemen, dann biß geschieht uß der ursach, daß der Keiser oder sine verwandten sinnlicher fachenkein underricht empfache; dann ich gar in geheim zuo üch abgefertigot biu. Dorum soll ouch aller Handelheimlich und verborgen by üch beliben.