468
December 1529.
Gotteshausleute der Last, in eine andere Landschaft z» appelliren, überhoben, und bitten deßhalb dringend,sie deren anch zu entlassen und mit Appellationsgerichten an ihren Rechtsplätzcn zu versehen, weil sie doch zuAltstätten, Rosenberg und Blatten auch Amtleute haben, deren einem versuchsweise den Stab zu führen wie»dem Hauptmann wohl gestattet werden könnte, indem ja billig die Landeskundigen Recht sprechen sollen. Wennaber die zwei Orte das nicht bewilligen könnten, so bitten die Landleute doch darum, daß aus ihnen Männergewählt werden, die bei dem Hauptmann und Andern in den Appellationsgcrichten sitzen und den Gotteshaus-leuten in Allem gleich stehen sollten, da seit Menschengedenken ihre Appellationen bekanntlich nie vor den Abt,sondern von einem der vier Höfe in den andern gegangen. Weil aber die Boten ans diesen Artikel sich nichtweiter einlassen können, so nehmen sie das in den Abschied.
Das Original ist nicht datirt; die Einordnung läßt sich aber nach N. a, 3 zu Nr. 230 bestimmen.
233.
KlillgMM. 1539, n. 15. Dccemher f.
Staatsarchiv Zürich. Staatsarchiv Laccrn.
Verhandlung betreffend Annahme des neuen Glaubens.
Der später vorkommenden Händel wegen nehmen wir die uns zugänglich gewesenen Acten auf:
1) 1529, 5. December (Sonntag vor Nicolai), Klingnau. „Zuo wüsten daß . . ein gemeind gehaltenworden . . in der kilchen sampt andern kilchgenostcn uf anrttefen etlicher bürgeren, die sich selbs achtend anhängerdes gottsivorts, und nach versamleter gemeind, je daß der landsfriden zum ersten verlesen ward, doruf dergeschworen knecht die umbfrag thät und des ersten unfern Herren Vogt, Junkherr Hans Grebel, anfragt, deruf jin conscienz disre Meinung eröffnet: Diewyl zum theil die glecrtestcn im glauben nit eins, besonder zwy-spaltig und wider einandern wärend, derglichen auch unser gnädig Herren die acht Ort ouch iin glauben niteins wären, so solle man ivol wüsten den cid, so wir unserm g. Herren von Costanz geschworen Helten, und singnädige Warnung und zuoschryben uns gethan, by dem alten glauben ze blyben und beharren, diewyl wir vonjcmands (?) genötiget wurden, sonder thuon als fromm styf lüt, das wolle er in gnaden gegen uns erkennen,so wäre das sin rat, daß man also rüeivig blibe und still stücnde und alle ding bruchte und thäte und garnützit abwcg thäte und umbstieße, sonder by altem gottsdienst und allen ceremonien verharren und blyben sollte,wie von alter harkommen und gebracht ist worden, oder so lang nnz unser g. Herren die 8 Ort sich dessenmit einandern vereintend, in der gstalt, ob unser g. Herren die fünf Ort zuo . . . Zürich und Bern fielen . - -oder unser g. Herren Zürich und Bern zuo . . den fünf Ländern fielen und (sich) vereinten des gloubens halb;was sy denn von inen geheißen wurden, hette man sich am selbigen ort verantwurt, diewyl sy doch von dheinewteil darzuo genötiget wurdent, doch mit dem anhang, daß der lütpriester, so fcr er das thuon wöllt, das Evan-gelium, alt und niiw Testament mit samt den Propheten verkünden sollte, und was die hl. gschrift im gnwdinhalt(c), doch vorbehalten daß es mit allen (österlichen) dingen, wie man das bishar in der christcnlichcn kilchengebrucht, und by dem alten gloubcn . . blyben söllt. — Uf das der knecht in jetlicher gemeind fragt die gr'schwornen, was ein jetlicher raten wellte, er wäre gcfraget oder nit, der möchte es thuon; do redt Jörg Steigemeyer, ob man im erlauben wölke, darzuo ze reden, das ime vergönnen ward. Do redt I. St., so ist das nunrat, daß man das nüw und alt Testament sampt den Propheten predigen söllt, und was das umbstieße, dassöllt umgestoßen sin, und was es ufrichtc, söllt nfgericht sin und blyben. Uf das I. St. harzuo bcrüeft war,und fragt der stattknecht wyter nmb einest, änderst und zum dritten mal, wclicher (des) Jörgen rat wc c