Dcccmber 1529.
die Jahrzeiten und gewisse Kirchengüter, worüber sie Bescheid begehren. Darüber ergeht der rechtliche Spruch:Was au Jahrzeiteu gegeben worden, damit gesungen, gelesen und Blesse gehalten werde, soll für die Armenderwendet werden. Was sonst vorhanden, als Widumgüter und anderes, soll der Pfründe zudicne». lieberJahrzeiten und Kirchengüter sollen die Gemeinden jährlich in Gegenwart der Gcrichtsherren gute Rechnungablegen. Heinrich von Ulm soll den Kelch und die Meßgewänder wieder von Händen geben und den ArmenZukommen lassen.
232.
Frnlleilfeld. 1539, (13.? und) 14. December.
Staatsarchiv Zürich.
Synodalverhandlungen der thurgnuischen Geistlichkeit, unter Mitwirkung Zürichs.
Es liegen uns hierüber nur folgende Acten vor:
1) 1529, 4. December (Samstag nach Andrea). Zürich an Heinrich Zigcrli, Landvogt im Thnrgan.Wiewohl er kraft des Landfriedens und von Amts wegen schuldig sei, das göttliche Wort und was zurMehrung christlichen Wesens diene, zu fördern, habe er der Priesterschaft abgeschlagen, die von ihr vorge-nommene Versammlung im Namen der Obrigkeit auszuschreiben, mit der Erklärung, er wolle damit nichts zuschaffen haben. In Betracht des Landfriedens müsse man das nicht wenig bedauern; deßhalb begehre mannochmals ernstlich, daß er die verlangte „Auskündung" unter seinem Titel und Siegel besorge, die geweihtenund vcrpfründetcn Priester zu der Versannnluug berufe und hierin thnc, was seine Pflicht gebiete.
St. A. Zürich: A. Thurgau.
2) 1529, 4. December (Samstag nach Andrea). Gemeine Landgrafschaft Thnrgan an Schultheiß undRath in Wyl. Anzeige der auf Lucia, den 13. Christmonat, angeordneten Convoeation aller Priester imThnrgan, zu welcher auch die Herren von Zürich mit ihren Gelehrten kommen werden, und freundliche Ein-ladung, die Prädicantcn, Seelsorger und Cnpläne nach Frauenfcld zu schicken und das deßhalb erlassene „Mandat"HU „lesen" zc. Stistsarchiv St. Gallen (Original).
Das bezügliche Allsschreiben, vom gleichen Datum, liegt ebendort abschriftlich vor.
3) 1529, 14. Dcccmber (Dienstag »ach St. Lucien), Frauenfeld. „W>)sung uß dein Thurgöw gen
Zürich an daS Ecgricht w."
1. „Des Banns halb ist abredung beschehen, jetzmal kein andern bann ufzuoschcn, dann die straf derbösen lästern halb zuo bruchcn und zc halten wie nunc Herren von Zürich, nämlich ob einer durch vcrinanungdes göttlichen worts des bösen nit abstan weit, und der prcdicant sölichs dem christcnlichcn ober» anzeigte, söllealsdann die selbig oberkeit vcrincltc lnster strafen nach dem bruch, wie die Herren zuo Zürich gehalten. Wennaber die oberkeit daran sümig sin wurde, möchte darnach wyter gchandlct werden, das zuo nßrütung des bösendiente.
2. „Item der Compctcnzcn, des Ecgrichts und Examen halb ist discr zit kein sunder sahnngoder oruung gemacht, sonder sölichs angstcllt unz us den uechsten Sinodum, mit dem beschcid, daß die so herinncbeschwert sind und entscheid bedürfen, darzwüschend für das ecgricht gen Zürich oder für andeic cristcnlicheoegricht, und nit für die bnpstischcu ecgricht kercn sollen.
3. „Item die Fyrtagcn söllend gehalten und vcrküudt werden in maß, wie nunc Herren von Ziu ich diehalten, und derhalb ein truck ußgnn lassen haben, bis uf nnstern beschcid, dach allwcg dem heiligen Sunntag sinerliche fyr vorbehalten.