November 1529. 423
bisher größtentheils dort liegen lassen, da er sie sonst nirgends sicher hätte unterbringen können, und da sichdie Bauern in diesem Jahre neuerdings anfrtthrisch gezeigt und viel gedroht haben, so habe er »och etwasmehr dahin geliefert, woran er nicht glaube gefehlt zu haben, w. 2. Eine Nechnnng könne jetzt nicht gegebenwerden ; der Abt habe ihn ans den Tag nach Francnfeld gewiesen, um über einen Haft zu klagen, der zur..Besserung" eines Prädicanten verfügt worden sei; allein der Landvogt habe ihn sofort wieder heimgcwiesenund auf die Verhandlung in Kreuzlingcn vertröstet. Er nehme nun an, die Boten wollen nur wissen, wie dieBauern da gewirthschaftet hätten, zweifle übrigens nicht, daß der Abt sich einer Rechenschaft nicht weigernwerde wie er bisher gethan, was er als guter Eidgenosse schuldig gewesen; er, der Decan, habe nichts ein-bringen können und wisse daher auch keine Rechunnug zu geben. 3. Darauf hat man ihm befohlen, mit demAbt zu reden, damit derselbe Renten, Gülten. Güter u. s. w. in einem Urbar verzeichne und dieses ans dennächsten Tag zu Baden schicke oder da persönlich erscheine, um zu gewärtigen, ob man sich damit begnügenoder jemand hinausschicken wolle, w. Ter Decan beklagt sich über dav Geschrei, das, der Übt landflüchtig geworden, während er nur dem alten Brauch gemäß nach Buchhorn gefahren sei, um des GotteshausesRenten und Zinse einzunehmen; nachdem er aber drei bis vier Wochen dort geblieben, habe die Bancrsamcsich so offenbar feindlich benommen und so bedenkliche Drohungen verlauten lassen, daß die Herren zu Kreuz-lingcn gezwungen von ihren stiftungsgemäßcn Gottesdiensten abgestanden seien, da sie .oeder bei de», Landvogtnoch bei den Orten Schub gefunden; auf ihre Ermahnung habe sie dann der Abt zu sich genommen, damitsie in ihren Gewissen nicht beschwert, und die Einkünste des Gotteshauses, die größtentheils „außerhalb"liegen, nicht gefährdet würden; wenn ihnen aber gestattet wäre, den Gottesdienst wie von Alter her zu ver-richten. würde er es nirgends lieber thun als hier. ... Ferner klagt der Deean, die Bauern haben trotz demBeschluß der lebten Tngsatzung, daß alle zu Gunsten der Prädieanten gcthancn Hafte bis zum nächsten ^.agcm Baden abgestellt sein sollten, dem Bürgen, Kleinhans Hütlin, unter dem Vorgeben, das zu Frauenfelderwirkt zu haben, 200 Gl. abgefordert, was etwa wieder geschehen mochte; deßhalb bitte er um Hülfe,i" der Hoffnung, daß ...an ihn. als einen gebornen Eidgenossen und verordneten Schaffner, hier bleibenlosse und das Gotteshaus kraft des Landfriedens bei de... Seinen schirmen und handhaben Werve, damit ihmdie Bauern wie von Alter her die Zehnten entrichten, und er hinwidcr die Zinse und Schulden abtragenkönne, da sonst das Gotteshaus ..... die Gitter käme. - Hierauf hat ...an den Haft bis auf Weiteresbestätigt und die Sachen in den Abschied genommen, t. Ein Mönch von Jttingen, der sich als Professausgibt begehrt von de... Gotteshaus Nahrung in oder außerhalb; die Herren wenden aber ein, er sei „zwischenZweien Tagen" ohne ihr Wissen weggelaufen, weßhalb sie ihm nichts schuldig seien; wenn er aber etwas mdas Kloster gebracht hätte, so wollen sie ihn. das hinansgeben. Es .Verden übrigens wohl zehn Andere.Meistens nicht Professen, auch entlaufen; müßten sie nun diesen befriedigen, so hätten sie die andern Professenauch abzufinden. Nun habe ein weggelaufener Mönch, dem sie gar nichts schuldig wären, zu Böchingen ...Gotteshauses Gült in 5dast gelegt; dem Landfrieden gemäß begehren sie, daß derselbe gelöst und d.e Mönch,angewiesen werden, sie ° mit Recht zu suche», wo das Gotteshaus liege; jedoch 'u°llcn ste thun, was man s.eheiße. K-. Jeder Bote weiß, wie diö Klosterfrauen zu Dießcuhofc» gebeten haben, sie laut dc^ ihnen crthe.l enSchirmbriefeS und des Landfriedens bei ihrem Herkommen zu schirmen und zu handhaben, und weil s.c nachihrem Vorgeben das einhellig begehre», »nd Graf Jörg zu Lupfen, Landgraf zu ^tnhl.ng.nr, Hanpt.na.n. undRäthe der ntterlichen Vereinung im Hegau schriftlich bitten, diese Frauen in .hre» st.ftungs.naß.gen Gottes-diensten fortfahren zu lassen, so hat man, damit hier der Friede „wohl bedacht werden möge , die Sache in