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October 1529.
harbrachte fründtschaft nit wenig gesündert, von einander zerteilt nnd zuo widerwertigem willen bewegt, und sowir aber jetz uß sunderen gnaden und ^gaben Gottes des allmächtigen widerumb mit einander tugcntlich bcricht,vertragen und ob Gott will zno voriger liebe, beständiger früudschaft nnd fründtlichcr einigkcit kommen, dcßwir siner göttlichen Maicst. mit Verbesserung unscrs läbens billich lob, pryß und dank ze sagen pflichtig, habendwir in uns selbS erwägen und zuo herzen gefastet, daß sich etwa» uß geringen leichtfertigen wortcn groß zwytrachtund Uneinigkeit erwcgcud (sio), nnd durch frid und einigkcit alle rcgimcnt in guotem wäsen behalten, aber mit unstidzc nute werdend, und dicwyl dann uß lesterungcn und Verachtungen nie nützit guots, sundcr gcwonlich uß böse»wortcn böse werk folgend, und deßhalb in uüw ufgerichtem und vcrsiglctem Landsfridcn undcr anderen artiklcngar heiter versehen, daß vilgcmelt schand und schmachmort, so des gloubens halb eben grob und unverschamptgebrucht, hinfür zuo beiden syten vermitten und abgestellt heißen und sin füllend, also daß man deren zuoallen teilen überhcpt und vertragen bclybcn mög, sind mir, vorab Gott und aller crbarkcit zuo gefallen,in nnsehung gemeinen Landsfridens, und daß wir wol lychtlich uß derglichen lesterungen widerum zuoUneinigkeit und größerer unruow kommen möchtend, ganz guoter erbarer und getrüwer Meinung, bewegt undbillich verursachet worden, sölich schand und schmachwort zuo lob, wolfart, eer und handthabung gemeiner Eid-gnoschaft, um beständiger frid, ruow und einigkcit willen, im aller besten abzuostellen, und gebietend ouch hierufvon oberkeit und ampts wegen, und in kraft obangezogenen Landfridens, allen und jeden obbestimpten unserenunderthanen, zuogehörigen und verwandten, und die uns gemeinlich oder sunderlich zuo verwalten und zuo ver-sprechen stand, uffs aller ernstlichest, so hoch, thür und träffenlich wir das jemer füllend und mögend by hocherund schwärer unser straf und ungnad, ouch by den penen und strafen in obgemeltem Landsfridcn ußtruckt, daßsy und ir jeder bcsunder sölicher ungcbürlicher, cerverletzlicher, üppiger, unnützer und schantlicher schmaach, schand,schmütz und schältmorten, Verachtungen, verkleiuuugen, reizuugen und anlassen, wie die jemer fürge^ogen, genemptund erdacht werden möchtind, gar und gänzlich müessig (gangind?) und abstnndind, sich deren oder derglychcurüewigind und fürer nit mer gebruchind, ouch niemand den andren mer mit cinichen verächtlichen schält, schmützund lasterwortcn, schandbüechern, trücken, sprüchen, lieberen, gcdichten und anderen anreizungen weder an glimpf,guotem lob noch eeren anzeziehen, ze stupfen, ze schänzlen oder ze schcnden, oder einer dem andren einich lasternoch leid wider obgemelten friden anzegestatten understande, weder mit wortcn noch werken, heimlich noch offeulich,in kein wys noch wäg, sundcr tugcntlich und erbarlich, on alle Verachtung, sich mit einander tragiud, als frünt-lichen und getrüwcn Eidgnosscn gebürt und wol anstat, und niemants den andren des gloubens halb anziehe,schänzle, verachte, fechde oder hasse, noch einigerlei Ungunst, gewalt, Unbilligkeit, schand oder schab zuofüege, nochzuogefüegt werden gestatte, suuder jeder den anderen rüewig, uubekümbcrt und in allweg unangezogen by oft-augeregtem friden, desselben vermög und inhalt belyben lasse. Dann ob jeinants, wer der wäre, hoch oderniders stands, sölich unser eerbar und zymlich gebott überfaren, sich deß nit halten, und ungehorsam erfundenwurd, der sol das büeßen, und an lyb und guot nach grosse sines Verschuldens, lut und vermög des zähendenartikcls gedachten Landfridens, on alles nachlassen hertiklich gestraft werden. Wir befclchend und gebietend ouchhierunib zum aller trcffenlichesten und ernstlichesten, allen und jeden unseren landt, ober und undervögten, geeichten,oberen und amptlüten, und denen die regierung und Verwaltung der underthanen und gemeinen manns befolhcnist, guot flyßig acht und ernstlich ufseheu hierin ze haben, damit bis unser Mandat styf gehalten und die gist-zungen nach irem verschulden gestraft, und daran niemants verschont werde. Doch wellend wir best minder uitdick gemelten Landsfridcn, was der den biderben lüten in gemeinen Herrschaften, umb fachen den glouben unddas göttlich wort belangende, ze meeren, und sunst in allen anderen sinen punctcn und artiklen jedem teil zuogibt,unverletzlich behalten, und biß mandnt dem selben Landsfridcn in allweg unschädlich syn, all gcfärd, untrüw undböß list hierin ußgescheiden, i'n kraft biß briefs, der zuo urkundtlicher warheit mit des frommen und wysen, unserder acht Orten getrüwen lieben Landvogts der grafschaft Baden, Antoni Adachers von Underwalden, fürge-trucktcm insigel, by end verwaret, und zuo Baden im Ergöw geben ist, uff sant Gallen abenk, nach Christ'unsers lieben Herren geburt gezelt fünfzechenhundert zwenzig und nün jar."
St. A. Zürich: Tschud. Doc. Sanunl. IX. 4S: Folio - Placat z ebendort in der Abt St. Gall. Doc. Sammlung, auch im Stistsarchiv St. Gallen,im K. A. Schaffhausen (Correspondenzen), nnd wohl auch noch anderwärts. Abschriftlich im K. A. Solothurn: Absch. Bd. IS.