Druckschrift 
4,1,b (1876) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1529 bis 1532
Entstehung
Seite
383
Einzelbild herunterladen
 

October 1529.

383

13. Zum dreizechenden, daß man heißt Tradition mentschlich ordnung in geistlichen oder kirchengescheften,wo sy nicht wider öffentlich Gottes wort streben, mag man frei halten oder lassen, darnach die leute seind, mitdenen wir umgeen, in allwegc onnötig ergernus zu verhüten und durch die liebe den schwachen und gemeinemfride zu dienst zc* Daß auch die lere, so pfaffen ehe verbeut, teufels lere sey.*

14. Zum vicrzchenden, daß die kindertaufe recht sei) und sy dadurch zu Gottes genaden und in dieChristenheit genommen werden.

Vom Sacrament des leibs und bluts Cristi.

15. Zum fünfzehendcn glcuben und halten wir alle von dem Nachtmalc unsers lieben Herrn Jesu Christi,daß man bcde gcstalt nach insntzung Christi prauchen soll,daß auch die Messe nicht ein werk ist, damit einerdem andern, tod oder lebendig, gnad erlange"; daß auch das Sacrament des Altars sey ein Sacrament deswaren leibs und pluts Jesu Christi, und die geistliche nießung desselbigen leibs und pluts einem jeden christenfürncmlich von nöthen, deßglcichen der prauch des Sacraments, wie das wort von Gott dem allmechtigen gegebenund gcordent sey, damit die schwachen gewissen zu gleuben (und liebe?) zu bewegen durch den heiligen geist.Und wiewol aber wir uns, ob der war leib und plut Christi leiplich im prot und wein sey, diser zeit nit ver-gleicht haben, so soll doch ein thcil gegen dem andern christliche lieb, soferr jedes gewissen immer leiden kau, er-zeigen und bede theil Gott den allmechtigen vleissig bitten, daß er uns durch seinen Geist den rechten verstandbestetigen woll, Amen."

Folgen die Unterschriften auf der letzten Seite: lourmss Osoolumpuckiris ss.

Ilulär^ollus ArnngllusNurtiuus lZrmorustluspur Ilsäio

Nartlnus Tulllkrllnstns llormsUlllliMus NölunolltllonAndreas OsianderLtspllunus XKriLolulloannss Brsntius

St. A. Altrich I Zwingli-Schristm.

(Der Text ist in gewöhnlicher Kanzleischrift ausgefertigt und füllt im Ganzen zehn Seiten.)

Ucber Abweichungen in dem Texte von Art. 14 ist besonders zu vergleichen Köstlin, Martin Luther,II. 620 (Note zu S. 137), wo genauere Nachweise gegeben sind. Wir haben indcß zu betonen, daß uns einOriginal vorliegt.

11) Wir bemerken hier auch zwei Druckschriften:

1.Wie sich D. Martin Lu I ter -c. vnd Hnldrich Zuingli ?c. in der j summa Christenlichcr leer glych-för- j mig zc sin befunden habcnnd ! vff dem Gespräch jüngst j zno Marpurg in > Hessen. N. 1). XXIX. Drittentags Octobers." Druck von Christoph Fxoschauer in Zürich. 3 S. kl. 4°.

2.Wcs sich D. Martin ^ Luther :c. mit Huldrichen Zwing- > lin. ?c. der Strittigen Articul j halb vereintvnd vergli- j chen, aufs der Conus- > catz zu Marpurg, j den dritten tag > Octob. > M. D. rrir." Druck von (?).

8 S. kl. 4°. Swdtbibl. Zürich! Simml. Samml. T. 24.

12) Ein lateinischer Bericht über den Gang der gehaltenen Gespräche, von der Hand Rudolf Coll ins,dd. Marburg 4. October, findet sich in dein Zürcher Kirchenarchiv.

* Die erste Fassung:so farlich an im selbs, wie der Bapst und die seinen gehalten", ist gestrichen und mit gleicherHand zwischen den Zeilen geändert.