August 1529.
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Herren zu berichten, t. Des Muthwillens, Hochmuthes und Trotzes wegen, den etliche aus dem Rothenburgerund Meyenberger Amt gegen die biderben Leute zu Hitzkirch auf St. Laurenzen Tag (19. August) mit Tann-ästen und herausfordernden („anläßigen") verächtlichen Reden bewiesen, sodaß sechs Personen schwer verwundetworden und beinahe noch größeres Unglück daraus entstanden wäre, hat Zürich den Eidgenossen von Lucern unddenen von Meyenberg bereits „eben teutsch" geschrieben. Da die Gesandten hierüber keinen Befehl haben, so willman es ruhen lassen bis zum nächsten Tag, wo je nach dem, was inzwischen vorfallt, die Sache mündlich anzu-ziehen oder etwas anderes zu thnn ist, damit rechte Leute beim Frieden bleiben. Ii.» Es werden alsdann diegeschwinden Läufe und Practikcn, die allenthalben vor Augen sind, und die Rüstungen im Allgau angezogen unddie Meinung ausgesprochen, man sehe nichts anderes, als daß die Eidgenossen nicht Willens seien, den FriedenZuhalten, weßhalb es »öthig sein möchte, „sich in eine Rüstung zu schicken." Darüber hat man verabschiedet:Da man nicht wisse, wohin das Kriegsvolk im Allgan bestimmt sei, »nd wie die Eidgenossen sich benehmenwerden; da ihnen aber ohne Rüstung, bloß mit „Hunger" wohl beizukommen sei, so lasse man diesen Artikelbis zum nächsten Tage anstehen; indessen soll aber Jedermann gntcs Aufsehen haben, und wenn Jemand etwasBeschwerliches widerführe, so sollen die Andern alle ihm in ganzen Treuen bcholfen sein. I. Da es scheint,daß die sechs schwäbischen Städte von dein Allgau her bedroht sind, so hat Konstanz an Zürich und Bern ge-schrieben, daß es besser sein möchte, denselben Hülfe zu leisten, che sie unterdrückt wären, da wohl anzunehmensei, daß nach ihrer Bezwingung auch die Städte des christlichen Bnrgrechts nicht verschont würden. Der Mehr-theil der Boten hat jedoch keinen andern Befehl als anzuhören, und da man vernimmt, daß jenes Volk bereitsabgezogen, die Hülfe also gegenwärtig nicht mehr so nöthig sei, und andere Freundschaften jener Städte solchenZuzug vielleicht überflüssig machen würden, so läßt man diesen Artikel bis auf weiteren Bericht in Ruhe.IN. Betreffend die Höste und Verbote, welche die Rcgimentischen allenthalben gegen die geistlichen Güter an-geordnet haben, sind die Städte soweit einig, daß sie solche nicht länger dulden können, da sie sonst, wie manbereits da und dort erfahren, bald auch über weltliche Güter und Einkünfte verhängt werden möchten. Weil»un die Vorschlüge zu gütlichem oder rechtlichem Entscheid, welche das Regiment zu Innsbruck gemacht, wenigauf Billigkeit und baldigen Austrug hoffen, sondern eher unerträgliche Umtriebe und Aufzüge befürchten lassen,so wird als das wirksamste Mittel empfohlen, Gegcnpfändnngen vorzunehmen; man findet jedoch, daß damit"'cht allen Städten geholfen würde, und man nach Anwendung güllicher^Mittel zuletzt doch veranlaßt wäre,bie verlegten Einkünfte mit der Hand und tapferer That zu holen, für diesen Fall aber dringend nöthig sei,Zuerst nut den Eidgenossen in völligen Frieden zu gelangen, und daß man die Antwort gewärtigen sollte,welche Basel von dem Regiment zu Ensisheim verheißen ist, die dann vielleicht allen Städten gefiele; deß-hnlb wird, in der Erwägung, daß der nächste Tag bald stattfinde und der allgäuische Zug unterdessen ansbcm Lande komme, verabredet, diesen Handel heimzubringen, so zwar daß die Obern mittlerweile die Erb-auung und den „Bericht" von Basel genau prüfen und berathen, ob man gemeinsam an die Rcgimentischenschreiben und hernach etwas Tapferes unternehmen, oder wie man weiter die Sache angreifen solle; diegefundenen Rathschlüge sollen ans den nächsten Tag gebracht werden, ii. Da es immerhin möglich ist, daß manMer Verbote wegen etwas Tapferes vornehmen muß; da auch jenscit des Sees neue Rüstungen betriebenwerden, und es zugleich allen Anschein hat, daß die Eidgenossen den Frieden nicht halten und mit Hülfe derHerdinandischcn einen „Tnck" wagen werden; da es hicnach nöthig ist, nicht bloß zum Widerstand entschlossen,sondern auf einen solchen Fall gefaßt und über den Plan der Gegenwehr einig zu sein, so wird verabredet,baß die Herren von Zürich, Basel und Konstanz die Umstände reiflich und stattlich erwägen, einen Anschlag