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August 1529.
so wollte man sich tu den Kosten desto „weiser und geschickter" finden lassen. Würden aber die V Orte sichdermaßen „anfthun", daß sie überhaupt keine Kosten zahlen und den Spruch der Schicdlente nicht annehmenwollten, so könnte man diesen sagen, man sei der Meinung, die Eidgenossen hätten ihr Urtheil mit aller Dank-barkeit annehmen dürfen, und wenn ihnen bei der Ruhe wohl wäre, so würden sie den Frieden um eines sogeringen Geldes willen nicht vereiteln; weil sie aber das nicht thnn, bei ihnen keine Billigkeit zu finden sei,und sie den Ihrigen auch die Freiheit des Glanbens nicht zulassen, so müsse man, so ungern man sich dazuentschließe, dagegen thnn, was der Nothdnrft und dem Frieden gemäß sei. «I. 1. Für diesen Fall scheintes den Gesandten gut und haben sie auch unwandelbar verabschiedet, daß die Bote» zum nächsten Tag gänz-lich bevollmächtigt werden, den genannten Eidgenosten ohne Weiteres laut des Friedens den Proviant abzu-schlagen, in der Meinung, daß sie dabei bleiben und sofort abreisen sollen, ob dann die Schicdlente zu denGemeinden reiten oder nicht. 2. Ein Theil der Gesandten schlägt vor, daß die Städte ihre Begehren denSchiedlcuten schriftlich übergeben sollten, damit vor den Gemeinden nichts geändert oder vergessen würde.3. Dann sollen sich alle „Theile" so versehen, daß man zu tapferer Gegenwehr gerüstet wäre, um die V Ortemit Gewalt zu nöthigcn, „diesen Hunger zu erleiden." 4. Wenn sie sich aber bereit erklären, die Kosten lautdes Spruches zu erlegen, so soll man sich keineswegs (sogleich) willig zeigen, es anzunehmen, sondern denSchein behaupten, daß man bei der ganzen Forderung zu bleiben gedenke, um so zu erfahren, ob sie vielleichtsich bewegen ließen, im ersten Artikel nachzugeben. Sollte aber bei aller Mühe und Arbeit nichts weiter er-reicht werden, so will man die Zahlung der Kosten nur aunehmen mit der Bedingung, daß sie den Friedenzu halten geloben nach seinem rechten natürlichen Verstand, wie er von andern ehrbaren, einsichtigen und dergöttlichen Wahrheit berichteten Leuten aufgefaßt werde. Doch müßte dies das Aeußerste und Letzte sein, wennman sähe, daß alle Mittel der Güte nicht mehr wirken würden. Die Voten stellen übrigens diese Meinungihren Obern anhcim. v. Des Murners halb ist die Ansicht der beiden Städte Zürich und Bern, da dieSchicdlente sich schwerlich darauf einlassen werden, Lucern in die Fußstapfen Murners zu stellen, und es auchwenig nütze, gegen diesen zu fechten, weil er sich dem Frieden nicht unterworfen, so gedenken sie die früherangehobene Klage fallen zu lassen und gegen Lncern mit einer neuen aufzutreten; weil es sich nämlich in deinFrieden verbunden, den Murner nach Baden zur Verantwortung zu stellen, dies aber versäumt und dadurchdie beiden Städte im Rechte verkürzt, so solle durch die Schiedleute erkannt werden, daß es seine Zusage nichterfüllt und hiemit den Frieden gebrochen habe; wenn Zürich und Bern einmal dieses Urtheil— das ihnen mitehrbaren Gründen nicht abgeschlagen werden könne — in ihren Händen haben, so können sie sich vorbehalten,Lucern weiter zu belangen, wo sie Fug und Recht zu haben glauben; wenn sie dann aber des Streites müdewären, so stünde es ihnen frei, je nach Umständen vorzugehen, ll. Da Bern den Obern der Schiedleutc ernst-lich geschrieben hat, sie möchten den Handel mit Unterwalden besser bedenken und auf die Billigkeit mehr Rück-sicht nehmen, der Erfolg dieses Schreibens aber noch ungewiß ist, so scheint es nicht zweckmäßig, jetzt weiterdarüber Rath zu Pflegen, und läßt man die Sache ruhen bis zum nächsten Tag; je nachdem den beidenStädten begegnet wird, mag dann weiter geschehen, was gut ist. K. Es wird angezeigt, daß die Rede gehe,die Eidgenossen seien in der neulich zwischen dem Kaiser und dem König von Frankreich gemachten Vereinigungausgeschlossen; da die Herren Gesandten nichts Näheres wissen und auch nicht instruirt sind, so nehmen sieden Anzug in den Abschied, um sich in der Sache zu erkundigen und auf dem nächsten Tage Antwort zugeben. I». Ueber die nach Solothurn gekommenen Lügen und Schrecknachrichtcn, daß Memmingen erobertund zerstört und daß Zwingli in Zürich gefangen und am Seil zerrissen worden sei, weiß jeder Bote seine