Druckschrift 
4,1,b (1876) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1529 bis 1532
Entstehung
Seite
284
Einzelbild herunterladen
 

284

Juni 1529.

14. „Zum vierzechenden, berüercnd den bricht undabgeredten friden zwüschend minen Herren von Bernund Underwalden, habent nun Herren die schidlütden Handel eigentlich erwägen und ist hieruf ir trnn-genlich und ernstlich pitt, sy wöllent den selbigenabgeredten friden in siuen kreften belybcn und bestanlassen, die wyl doch der nüt von des kostens wegenunderlassen, als man weißt, uß was Ursachen der nütufgericht; wo aber sölichs also güetlich nüt gsinmöchte, daß doch der selbig widrumb zuo lütrungfür die schidlüt kommen und nüt harin gezogen söllewerden."

15. „Zum fünfzechcnden, so wäre unser der schid-lüten ernstliche mcimmg und willen, daß obgemcltbeid partyen by irem glauben blyben, so lang undinen der gfellig, und kein teil den andren nüt davontrcngen noch triben, und sust söllent sy zuo beidersyt usserthalb diser artiklen by allen iren vogtyen,herlikeiten, landen, lüten, gebieten, fryheiten, gerech-tikeiten, gwonheiten, alten harkommen, guoten lob-lichen brüchcn, wie sy dann die vor diser absagungund sindschaft mit einandren gehept, blyben, ancaller menklichs sümniß, intrag und widerred; dochdaß ein statt Sant Gallen von wägen des klostersin ir statt und sunst anderen beschwcrden voU denvier Orten Zürich, Lucern, Schwiz und Glarus inzimligkeit bedacht und inen darin geholfen werde*).- 16. „Zum sechszechenden, als dann die Thurgöwerauch etlich artikel, so sy beschwerent, für uns gelegt,und als wir die selben verlesen und verstanden, unddiewyl dann die gedachten Thurgöwer in disen artik-len von wegen irs zuozugs und hilf verlybet undvergriffen, med von wegen der andren iren beschwär-den, diewyl und dann ir widerpart nüt vorhanden,daß sy ir gegenred ouch dar thuon könneut, undaber uns etlich artikel nüt unzymlich bcdunkent,söllent die also setz in ruowen bliben still stau bißuff ncchsten tag; dann söllent sy zuo beider syt ver-hört werden und darin gchandlot werden, als sichwirt gepüren." (Wie in N. 43).

ussprechen füllend, mit dem anhang, wo solichs in gemelterzit nit beschähe, daß alsdann die obgemelten :c. . . ab-schlachen mögen."

14. L: „Zum vierzechenden, den underwaldischen fridenbetreffend*, daß der selb setz angestellt sin, und söll darinvon den schidlüten uff dem tag, so sy des kostens halb,wie obstat, lütrung und entscheid geben, gehandlot werden,und doch söliche Handlung, ob die von den schidlüten güet-lich oder rechtlich soll usgeüept werden, an einer statt Bernstan, was inen deßhalb ze thuond gemeint sin wölke."

Uli: *) „da ist abgcredt, daß der selb" ?c.

15. L und Hk völlig gleich.

L: „Zum fünfzechendcn, daß beid partyen by iremglauben (blyben), so lang und inen der gefellig, und dheinteil den andren nüt darvon trengen noch triben, und sunstsöllent beid partyen usserthalb ec. ?c. Doch daß ein stattSant Gallen . . . und sunst anderem irem anliggen" :c.

16. L: „Zum sechszechenden, als dann sich die Thur-göwer ouch allerley bcschwärden zum höchsten beklagent,und nämlich under andrem anzüchent*), als ouch öffent-lich am tag ligt, wie sy mit jungen muotwilligen vögtenund amptlüteu verstehen werdent, ist unser der beider stettZürich und Bern ernstlich will, Meinung und gefallen,daß die biderben lüt im Thurgöw fürterhin, so es zuofälen kompt, mit gottsförchtigeu, ersamen, gestandnen,züchtigen, erbren vögten und amtlüten fürstchen (versehen)und insonderheit an des jetzigen landvogts Jacoben Stockersstatt ein andrer landvogt angents von denen von Zugin das Thurgöw gegeben, deßglich unverzogenlich Mart»Wernlj sins ampts abgesetzt und ein andrer landanunanan sin statt genomen werden. Sölichs soll ouch von denOrten, so am Thurgöw teil habent, zuogesagt und in

*) Diese Schlußbestimmung ist ein Zusatz von zürcherischer Hand.