Druckschrift 
4,1,b (1876) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1529 bis 1532
Entstehung
Seite
263
Einzelbild herunterladen
 

Juni 1529.

263

wolle man in dem Frieden wohl bedacht wissen, indem man sie nicht verlassen werde. S. Man begehre ancheilends Bericht, wie der Friede geschlossen worden. 6. (Nachschrift:) Auf die letzten Nachrichten habe manFreibnrg und Solothurn zum Aufsehen gemahnt; die Platze am Rhein zu versehen, gebe man hiemit volle Gewalt.

St. A. Bern: Teutsch Miss. k. S40, Z4l.

28) 1629, 26. Juni, 1 Uhr Nachmittags. Constanz an Zürich. „Wir habent üwcr schriben und ver-künden des fridens mit herzlichen fröiden verlesen, sagend deß dein barmherzigen gott, durch den dis glück erschinenist, lob, ere und dank, mit früntlicher pitt, ir wellen uns den inhalt des berichts, so der ufgcricht ist, ouch sobeldest (es) gsin mag, zuoschicken. Sodann der andern beger halb, unser ufschen nf das Nintal und Thurgöwze haben, solt ir kam zwifel haben, was in unserm vermögen ist, soll kam sunmuß an uns gefunden werden.Item üwer warnnng, die vor diser fröidenschrift ußgangen, aber nach der erst uns zuokummen ist, sagent ivirüch früntlichen dank und wellen noch mcr kuntschaft zno der vorigen, die wir vorussen habent, machen." . . .

St. A. Zürich: N. Coustauz.

29) 1629, 26. Juni (Freitag nach Johann Baptist). St. Gallen an Zürich. Wiewohl heute Mittagum 1 Uhr durch den Stadtläufer, der eilends von Cappel gekommen, des gemachten Friedens halb „am übernßtrostlich und frölich bottcnbrot" gebracht worden, so habe der Eilbote von Zürich, der schon in der 3. Stundeeingetroffen, diese Freude durch den mitgetheilten Brief noch gräßlich vermehrt, woraus man neuerdings einebesondere Zuneigung erkenne. Man lobe und preise den barmherzigen Gott, daß er so gnädig vergönnt, dieseStunde zu erleben, und sage auch Zürich für sein freundliches Schreiben und Erbieten den herzlichsten Dank;man wolle auch, wie darin gewünscht werde, bei gegebenem Falle für die Rheinthaler und Andere sich willigund hülfbcreit erzeigen. St. A. Zürich: A. i. C»xp. Krieg.

30) 1629, 26. Juni (Freitag nach Johauni), zur Vcsperzeit. Hauptmann und Räthe im Gaster anZürich. Anzeige daß auf die schriftliche Meldung von Zürich und mündlichen Bericht von Cappel (gestern Nachts),betreffend den Abschluß des Friedens, die Toggenburgcr und Gastcler sofort heimgezogen; diese Eile sei jedochnicht einem Mangel an gutem Willen zuzuschreiben, da mau im Gcgcnthcil immer bereit sein werde, für Züricheinzustehen und im Ernstfalle in drei Stunden zusammenkommen könnte. Dank für den im Frieden gemachtenVorbehalt zu Gunsten der Landschaft, den sie nicht vergessen werde. St. A. Zürich: A. i. Capp. Krieg.

31) 1629, 26. Juni. Bern an Freiburg und Solothurn. Wiewohl man heute als gewiß vernommen,daß der Friede mit den V Orten geschlossen sei, so erhalte man daneben doch zur Warnung die Nachricht, daßdie Kaiserlichen jetzt mit ganzer Macht aufbrechen, und ihrer viele in die vier Städte am Rhein gekommen, wosie sich täglich mehren und die Absicht kundgeben, gegen die evangelischen Orte („uns") zu ziehen. Da nunden Erbfeinden wohl zuzutrauen sei, daß sie nichts anderes suchen, als Zerstörung und Verderbniß der Eidge-nossenschaft, und daß sie zu diesem Zwecke nichts sparen, so wolle mau Freibnrg (resp. Solothurn) kraft derbeschwornen Pflichten ermahnen, sich zur Gegenwehr zu rüsten und ein treues Aufsehen zu halten, damit es aufweitere Forderung mit ganzer Macht zur Beschirmung des Vaterlandes ausziehen könne „und die schädlichenbösen vögel nit darin sitzen lasse." K. A. Freiburg: A. Bern. — St. A. Bern: Teutsch Miss. n. S4S.

32) 1629, 26. Juni (Freitag nach Joh. Baptistä), Zug. Hauptlcutc, Pauucrherrcn und Räthe der V Ortean die k. Commissarien zu Wnldshut. „Wolgcborneu ?c. ?c. Uech ist unverborgen, wie die von Zürich ufungcgrüudt und vermeint Ursachen sich mit hccrskraft erhebt, mit irem panuer und macht us und gegen unserulieben Eidgnossen von Zug . . gezogen, sich zuo feld gelegt uf den anstoß (wiewol uf irem crdrich) und uns denfünf Orten absagbricf geschickt und ein offne fechd und fiutschaft Izuogeschribcn, da wir uns in die gegcnweergeschickt und mit unsern panner(n) und macht ouch zuo feld gen Zug in den stecken Bar gezogen, da aber vonstund unser lieb Eidgnossen von Glarus, Frpburg, Solothurn, Schaffhuscn und Appenzell sampt denen vonNotwpl und die grauen Püudcr, ouch die von Strasburg und Costnnz ir botschaft darzwüschen geschickt, diedann so vil darin sich geüebt und gehandelt, die fecht güetlich zuo vertragen, daß sich nun ctlich, uugefarlich bp drpwuchcn (die fach) verzogen, da aber in initler zit die von Bern, Basel, statt St. Gallen, Mülhusen, Biel, desgottshus Sant Gallen lüt, die Thurgöwcr, Niutaler und ander ilcnds erhebt und den Zürichern zuozogcn, sichin die fechd gegen uns begeben und dero von Zürich angenommen, dadurch ir macht ganz groß worden, deshalb