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Juni 1529.
sy uns allenthalb all straßcn und päss verleit und umgeben, daß uns ganz niemand zuoziechen, auch weder win,korn noch anders zuofüercn könnt noch mocht. Dwpl aber wir uns mit korn und profand nit dermaß geriistund uns cin(s) sölichen großen Überfalls so gähling nit versehen, sonder vermeint, vorhin mit üwcr gnad und gunstuf dem tag zuo Wnldshuot darumb ratschlag ze thuon; so es sich aber also gcfüegt, so haben wir ylends üwergnad und gunst umb ylendc hilf und zuozng erfordert und ermant, lut der briefen üch zuogcschickt, ivie ir dannnoch guot wissen tragen, da sich aber die fach üwerthalb gnuog lang verzogen, haben ouch nünt cntlichs von ü. g.können verneinen, ob die hilf und üwer angriff vorhanden war; dann jetz in üwcrm leisten schribcn, uf (den)rviiijdcn tag Brachmouats usgangen, darin wir gemerkt, daß üwer kriegsvolk von wegen der großen wasser nitso plend ankommen mögen, mid besunder daß ir den ratsbotteii von Straßburg geschribeu, in güetlichcr under-hnndliiiig das best ze thuon, welches uns me untrosts dann guoter Hoffnung gebracht, nngsehcn daß die Straß-burgcr unscru finden irs gloubcns (halb) glichförmig und inen me dann uns geneigt sind zuo helfen, dardurchwir gefürcht, daß üwer hilf und zuozng uns zuo spat geschehen wurde. Und wicwol wir mit unserm voll samptden Wallisern stark gnuog und die fpend nünt entscsscn, wiewol der find me dann unser gwesen; so aber wiralso umbfangen und unS all straßcn imd profand abgschlageu, dadurch unser gmeiucr mann ganz unwillig undunrücwig worden, deßhalb die forcht (vor) Mangel der profand uns mcr schreckens dann die menge der fpendangcstattet, dardurch wir also bewegt und verursachet, ein fridcn und bericht anzcnemen, wie wir üch dann desselben (so bald er ufgricht) ivyter verständigen wellen. In welchem friden sich die fünf Ort die undertädingerobgemelt so vil gcarbeit und uiiser geinächtiget, daß ivir inen den vereinungbrief zwüschen k. Mt. zu Hungernund Behaiin zc. und uns ufgericht (wiewol ganz uiigcrn und mit schmerzen) haben söllcn und müeßen hinus-geben, aber doch unangefochten und on Nachteil unsers alten waren cristcnlichcn gloubcns, daby 'wir ob gott willmöge», söllcn und wellen allivcg bcliben, das ouch iil dein fridcn uns luter vorbehalten ist. Darumb, gnädige»Herren, sölichs haben wir ü. g. »it wellen verhalten, damit, ob ir ald üwers kriegsvolk ins fcld und anzogen,daß ir üch darnach wissend ze halten, dann wir den fridcn ze halten schon (znogesagt), verruckt und uf demHeimweg sind, wicwol wir üch lieber bessers wellten verkünden; es hat aber schmal änderst nit mögen sin, mithöchster bitt, ir wellen uns mint dester minder in trüwem befelch haben; wir ivöllen ouch üch aller Händel Har-nach bas berichten" . . . Siegel von Oswald Toß. St. A. A,«rn: «. R-ligionshäud-l. ts°»--pt.)
33) 1529, 25. Juni (Freitags nach Johann Vaptistä), 10 Uhr Abends, in großer Eile. Hauptleute undRäthe zu Cappel an Zürich. Nachdem man bereits schriftliche Nachricht von dem Abschluß des Friedens gegeben,wollen seht Wort und Werk doch nicht bei einander sein, und machen namentlich die Unterwaldner wegen ihresbundbrüchigen Handels neue Schwierigkeiten; zudem sei der Ferdinandische Bund, der bereits cassirt sein sollte,noch nicht in's Lager gebracht worden, werde überhaupt nicht Wort gehalten. Weil man nicht wisse, was dieSchiedleute in der Eile bei den Feinden erlangen, so bitte man die Obern, daß sie die bereits in der Stadtübernachtenden Knechte bis auf weitern Bericht zurückhalten möchten; was ferner begegne, werde man ohneBerzug melden. St. A. Zürich: A. I. Capp. Krieg.
34) 1529, 26. Juni („Samstags, NM die dritte Stunde vor Mittag"), in großer Eile. Hauptleutc undRäthe zu Cappel an die Obern. Um 2 Uhr nach Mitternacht seien die Schiedleute samt Ammann Toß von Zugins Lager gekommen, wo sie den Ferdinandischen Bund vor Aller Augen „zerschrcnzt" und die Siegel abgerissenhaben; zudem willigen sie jetzt auch in die übrigen Artikel, sodaß man befriedigt sei. Dies zeige man an,damit die in der Stadt verweilenden Knechte ruhig weiter (nach Hause) ziehen können. Bis ungefähr 12 Uhrhoffe man ebenfalls heim zu gelangen. St. A. Zürich: Acten I. Nappelertrieg.
35) 1529, 27. Juni, 1V U. Borm. Bern an seine Heerführer. „Wir haben die artikel des beredtenfridens mit großen fröuden verhört, und gefallen uns überschwenklichen wol, dem Allmächtigen sr>c lob und .dank. So nun in dem artikel des undcrwaldischen Handels halb uns die wal fürgeslagen, den fründlich oderrechtlich lassen usfüeren und zerleggen, haben wir das recht angenommen, also daß die schidlüt darum rechtlichenussprechen sollend. Das mögend ir eröffnen, wo es not ist; wo aber nit von nöten, daß wir jetz von stundan unser antwurt entdecken, so mögend irs by üch selbs behalten, bis ir anheimsch werdend, alldann wir und irmit einandcrn stattlichen uns darüber ze beraten" ... - St. A. Bern: Teugch MU. u. st»t>.