Juni 1529.
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in darumb strafen. . . Wyler, lieben Herren, wellt uns guot bedunken, daß ir den fürtrag, wie die fünf Ortvor dero von Zürich gmeind zuo Cappel gethan, den wir üch gestern zuogeschickt Hand, . . üwern ämptern undbesonder an den anstößen allenthalb zuoschriben, damit sie unfern zimlichen fürschlag und beger verneinen, und(der) under das volk in Bernpiet uskome . . . Item der Kotten halb, (die) in üwer statt ze schicken w.,wellen wir uf Hütt an die andern Ort bringen. Item von wegen ein botten gen Waldshuot ze schicken, darinwellen wir ouch handlen, und safer wir nit zuo einem friden kommen, werden wir das und anders fürnemen.3. Wytcr, l. h., uf dero von Zürich artikel sind die schidlüt nacht und Hütt früc darüber gesessen und ctlich mittelund artikel gestellt und uf Hütt beiden partigen das fürghalten; und wiewol ctlich artikel gnuog schwer, aberwir werden darüber sitzen und Mittelweg suochen, sofer es müglich ist, und schicken üch hicmit ein nbschrift derartikel; begerend (ouch) hieruf üwers rates, und lond uns üwer Meinung uf morn früe wissen." . . .
St. A. Lucem: A. Religionshnndel.
13) 13. Juni, K Uhr Nachmittags. Hauptleute und Räthe zu Cappel an Zürich. In Erwiderung aufdas Schreiben betreffend die „gestern" den Vermittlern übergebenen Artikel sei zu berichten, daß dieselben heuteden beigeschlossenen Vorschlag überreicht haben mit der dringenden Bitte, ihn anzunehmen, in Betracht derschlimmen Folgen, die ans einem blutigen Zusammentreffen erwachsen könnten; sie hoffen übrigens, daß ihreArtikel von dem Feinde angenommen werden. Nun sei man zwar geneigt, einen göttlichen und beständigenFrieden nicht auszuschlagen, aber auch fest entschlossen, einen schlechten („nütsöllenden") zurückzuweisen; deßhalbsei eine ganze Gemeinde besammelt und mit ihrem Rath und Willen ein Ausschuß bestellt worden, um dieArtikel der Schiedleute, die zum Theil nicht ungeschickt lauten, gründlich zu berathen. Die Gesandten von Bernsagen deutlich heraus, daß ihre Obern nicht geneigt seien, die V Orte der Penstonen wegen zu bekriegen oderirgend etwas Thätliches vorzunehmen, mit Angabe von allerlei Gründen; dagegen erklären sie sich bereit zu rathenund zu helfen, soweit man durch freundliche Bitten etwas ausrichten könnte. Darum habe man eilends eineBotschaft in das Lager der Berner zu Bremgarten verordnet, um sie auf's ernstlichste zu ersuchen, daß sie sichin dieser Sache von Zürich nicht absondern, vielmehr die gänzliche Abstellung der Pensionen tapfer unterstützenmöchten. Bitte um beförderliche Instruction über die beigelegten Vcrmittlungs-Artikel.
St. A.. Zürich: A. I. Capp. Krieg.
14) 1529, 18. Juni (Freitag vor Johannis Bapt.), Cappel. Instruction für M. Rudolf Thnmisen,M. Hans Balthasar Keller, 5i. Albrecht von Stein und Hans Pfenninger von Stäfa, als Gesandte nach Brem-garten, um mit den Bernern über den Frieden zu handeln. Nachdem heute einige Unterhändler von Stein-hausen in das Lager herübergekommen und eine Anzahl Artikel öffentlich haben verlesen lassen, Zürich aber festentschlossen ist, von dem ewig verbindlichen Verbot der Pensionen nicht zu weichen, während die Gesandten vonBern dazu keine Vollmacht haben, sondern darin nur zu dem mitwirken wollen, was gütlich zu erreichen fti,so sollen die Boten wo möglich vor die Berncr von Stadt und Land zu kommen versuchen, und zum mindestenan „Räthe und Bürger" werben, sich von Zürich nicht zu söndern, auf dem Artikel der Pensionen halb tapfer zubeharren und zu bedenken, daß sonst kein beständiger göttlicher leidlicher Friede gemacht werden könne.
St. A. Zürich: Jnstructionenbuch II. I. 4; 179.
15) 1529, (o. 18.) Juni, Cappel. Ulrich Zwingst an Joachim von Watt, Bürgermeister in St. Gallen.Er erinnere sich, was wegen der Wiedererwerbung des im st. gallischen („Rorschacher") Krieg (1499) ver-lornen Gebietes (früher angebracht worden); da nun die St. Gnller vielleicht besorgen, daß der Hauptmann(Frei) die Sache in den Friedensverhandlungen nicht zum Entscheid zu fördern wage, so wisse er keinenbessern Rath, als daß der Burgermeister unter dem Schein, etwas in den Angelegenheiten Zürichs zu schaffen,so bald möglich herkomme und das Geschäft zur Sprache bringe. Hiebe! sei aus den Bundesbriefen festzustellen,ob besetztes oder wieder gewonnenes (Gebiet) unter die ganze Burgerschaft (alle cvangel. Städte, koti oivitaU)vertheilt werden solle (resp. könne). Wenn dem so sei, so habe St. Gallen schon gewonnen, sofern es daraufbeharre, daß das schon Besetzte nicht zurückgegeben werde; sonst müßte es das Gewünschte mit Bitten und Freund-schaftsbeweisen erwerben (ödlaiwlwlnlum). Der Hauptmann (des It. gallischen Zuzuges) scheine vollkommeneinzusehen, was in der Sache voraus zu erwägen sei. Stadtarchiv St. Gailm. — Abdruck w MMh. z. »at-u. Geschichte i. in, x. sie.