Juni 1529.
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4) 1529, 30. Mai (Sonntag penultima Maii). Bern (Schultheiß, kleiner und großer Rath) an Zürich.„Unser früntlich willig dienst, ?c. zc. Wiewol üch gestriges tags von unserm kleinern Rat uff das wider-klingen, so unser potten jüngst zuo Aronw mit den üwcrn gehandelt, schriftlich ansuochung und ermanung zuokommen, (daß) ir keine» krieg anheben, sonders allzit, so vil das glimpflicher ist, uff frid und rnowen stellenwellend, habent uns doch bemeldt unser Kotten hütigs tags nochmals mündtlich und schriftlich erscheint alles das,so ir üwern Kotten lut der instruction sampt andern Warnungen und schriften, den unfern fürzcleggen und an unslangen ze lassen, in befelch geben, was trotz, schmach, übermuots und unbill üch und den üwern von etlichenüwern und unfern Eidgnossen begegnet; zuo dem daß ir (des) unbeweglichen fürsatzes sind, den undcrwaldischenlandvogt gan Baden dheins wegs ufryten noch zuo sölicher Verwaltung komm ze lassen, sonders so vil an üchsye, daran ze hindern zc., welichs alles wir eigentlich vermerkt und an sölichem muotwill, schand und übermuotnit minder dann ir beschwärde und bedurens haben, dcrmaß ir und wir vorlangest und ouch jetz rechtmäßig,redlich Ursachen, glimpf und fuog hetten, sölichs mit der Hand ze strafen. So wir aber in stäter betrachtung,daß nach gestaltsame jetz schwebender löufen, verrätischcr, verborgnen pratiken so vorhanden, ouch zuo ufnungder eere gottes, sins heiligen worts, ouch erhaltung gemeiner löblicher Eidgnoschaft, nit fruchtbar sin will, einensölichen verderblichen landtkrieg anzefachen, bitten und ermanen wir üch ganz ernstlichen umb der eere gottes,sins einigen suns Christi Jesu willen, der doch selbs als ein gotslesterer vom jüdischen voll geschmächt worden,daß ir sölich schmach wort noch ein klein lassen Übergan und dem nachsinnen, was die gnad gottes mit üwergcduld bißhar gehandelt, gcufnet, und das wäder mit schwcrt noch stangcn, stich noch streich zno wegen bracht,und bedenkend, daß die rüche vil mer gehindert dann gefördert möcht haben; darzno schinbar und menklich ge-spüren mag, daß mit sölicher duldikeit das wort gottes an vil orten für und für täglichen zuonimpt, guoterHoffnung, üwer und unser Eidgnossen von Soloturn sich ouch in kurzem in den giztlichm Handel schicken werdind.Das alles wellend selbs als die hochvcrständigcn wol ermessen und üch dcrmaß massigen, (daß) ir dheinen krieganhebint, noch mit der fach des underwaldischen landtvogts ilend, sonders der antwurt nff unser schrybm, sowir dcßhalb den fünf Orten, nämlich Luccrn, Ury, Schwyz, Zug und Glarns gcthan, erwarten. Nach demuns dann begegnet, werden wir üch solichs berichts wys fürderlich zuoschriben, dnby nach höuschender Notdurftgwalt geben, einen andern ylcnden tag uns zuo Arouw, wie üch das gelegen und gesellig, ze vernimm. Dasvermerken von uns christmlicher trüwer Meinung im besten, als es ouch beschickst. Damit sye der fridgottes mit üch und uns allen." St. A. Bern: T-ntsch Miss. Ii. St!L b, S60. — St. Zürich: Acten I. Cappclerkricg.
5) 1529, 31. Mai. Bern an Zürich. Antwort auf ein Schreiben vom letzten Samstag (29. Mai),betreffend die Leute in den Freien Aemtern. Es werde sich erinnern, was ihm dieser Händel halb schon öfter zubedenken gegeben, und wie es gebeten worden, keinen Krieg anzufangen; diese Ermahnung müsse man wieder-holen. Wenn hingegen die V Orte oder jemand anders Zürich „beleidigen" und thätlich angreifen und damitden Krieg anfangen würde, so wolle Bern alles erstatten, was die geschwornen Bünde und das Burgrechtvermögen. Teutsch Miss. n. 270 it.. — St. A. Zürich: A. I. Cupp. Krieg.
K) 1529, 31. Mai. Lucern an Bern. „Uewer schriben, so unser lieb Eidgnossen und den nüwen vogtvan Underwaldm, der gen Baden ufryten wirt, belangt, haben wir alles Inhalts verstanden und ab üwcremfürnemm ein beduren empfangen, angcscchm daß ir noch ungezwyslet nit vergessen, wie üwer und unser liebEidgnossen von Basel, Schnffhusm und Appenzell sampt dm dryen Pünden botschaften in dem span zwüschcndüch und denen von Underwaldm so vil gchandlet, je daß sy üch bericht und vertragen, und daß ir sölichen fridenzuo bedm teilen angenommen, und mit namen, daß ir dm eerenlütm dm undertädingern, so by üch zuo Berngsin, darum ein versigloten abscheid geben, da wir noch bishar in einer Eidgnoschaft den andren Orten so vil zuo-geseit, ouch brief und sigel darum geben, als ir dann in discm fall gethan Hand, so wäre es gehalten wordenund daby (gc)bliben, als wir noch ganz ungczwyfloter Hoffnung sind, es sölle by üwcrem zuosagen, ouch gegebnemversigloten abscheid blyben, darum wir ganz achten, daß ir üwers fürnemms weder glimpf, fuog noch rechthabend. Dann wir erkennend den nüwen vogt für ein sölichen eeren und biderman, daß er sich dermnß darynschicken, jedcrman zuo dem, darzuo er recht hat, zno verhelfen und darby blyben lassen und sich dcrmaß halten,als einem frommen amptsman zuostat. Zuo dem . . so ist er nit dero von Underwaldm, sunders der acht Orten