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Juni 1529.
Heber den Glauben wollen sie sich mit den niederen und oberen Aemtern zuerst berathen und dann ihre Ant-wort den Herren (den V Orten) zuschicken. Daneben haben indessen Viele merken lassen, daß sie dem Gottes-wort anhangen und niemanden deßwegen fürchten wollen; von ihrem Prädicanten verlangen sie, daß er demalten und neuen Testament gemäß predige und was er mit der hl. Schrift bewähren könne.
IV. Nach dem Vortrag der Boten haben die von Sar menstorf bald einhellig (die Erklärung zu geben)beschlossen, es sei ihnen bisher von Vilmergen und Wohlen her vielfach zngemuthet worden, sich (den Neu-gläubigen) gleichförmig zu machen; sie haben dies aber abgelehnt und sich nur zu guter Nachbarschaft erboten;(denn) sie wollen der Mehrheit der Orte gehorsam sein. Daß die von Vilmergen und Wohlen deßhalb garnicht mit ihnen zufrieden sind, klagen sie vor der (eigentlichen) Antwort, die dahin geht, daß sie bei dem altenchristlichen Glauben beharren und dem Mehrthcil der Herren folgen wollen, auch wenn diese sie etwas anderesheißen sollten. Die Aufforderung an (allfällige) Gegner, sich jetzt offen zu erklären, damit man bei dem Mehrbleiben konnte, hatte keine Folge.
V. In Hitzkirch antwortet die Gemeinde mit vier Artikeln. 1. Sie will bei dem Alten bleiben, begehrtaber, daß ihr das Gotteswort verkündigt werde. 2. Während früher drei Priester da gewesen, habe sie jetztnur einen; sobald einer da sei, der das Gotteswort predige, müsse er fort, weil (ein Thcil?) ihn nicht duldenwolle; dadurch leide sie Mangel, weßhalb sie bitte, ihr zu mehr Priestern (Predigern) zu verhelfen. 3. DieHerren bitte sie, wo möglich keinen Krieg anzufangen, indem sie nichts besitze, als was jetzt auf dem Feldestehe; würde das verderbt, so müßte man große Noth leiden und vor Hunger sterben. 4. Endlich ist gemehrtworden, einen Prädicanten bei der Wahrheit zu schützen; würde er verklagt, so begehren sie, daß er nicht weg-geführt werde, wie es bisher geschehen, sondern das Recht bei ihnen erfolge; (unter dieser Bedingung?) wollensie den sechs Orten gehorsam sein und keines den andern vorziehen, :c.
VI. Die Boten sollen eingedenk sein, wie die Bauern von Hermatschwyl die Bilder verbrennen und dieKirche haben räumen wollen.
VII. Die von Hitzkirch beschweren sich darüber, daß die von Münster sie Ketzer nennen und als faulschelten, und bitten zu verschaffen, daß dieselben von solchen Reden abstehen.
Behufs einer bestimmten Datirung und zur Characteristik der Lage geben wir noch folgendem Acte Raum:
1529, 2. Juni (Mittwoch zc.), Knonau. Hans Bcrger und Kourad Gull an Zürich. Anzeige, daß Raths-boten der V Orte gestern eine Versammlung zu Merenberg gehabt und die Gemeinde berufen haben, um ihrzu eröffnen, wie die aus dem Niedern Amt Willens seien, heute das Kloster „Hermischwyl" zu überfallen undeinzunehmen. Darauf habe die Gemeinde ihnen (zum dritten Mal) geschworen, mit Leib und Gut den altenGlauben schirmen zu helfen, sobald der Sturm ergehe. Dann seien die Boten nach Hermatschwyl geritten. Fernersei man berichtet, daß die Gemeinde zu Muri nächsten Sonntag gehalten werden solle und daß die Zuger denIhrigen zu Cham und dort herum geboten haben, beim Ausgang eines Sturmes zuerst nach Muri zu laufen;diese haben jedoch geantwortet, sie wollen stille sitzen. Wenn ein Sturm angeschlagen würde, so ginge derselbegewiß auch in's Zürcher Gebiet; deßhalb bitte man um Befehl, was dann zu thun wäre. . . .
St. A. Zürich: Acten I. Cappelerkrieg.