Druckschrift 
4,1,b (1876) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1529 bis 1532
Entstehung
Seite
204
Einzelbild herunterladen
 

204

Mm 1529.

109.

Bremgarten. 1529, 31. Mai.

Staatsarchiv Zürich: Acte» I, Cappelerkricg. Stadtarchiv Brcinaartc».

I. Vor dm beiden Röthen erscheint eine Botschaft von Zürich, um den Zwist mit Nnterwaldcn vorzu-tragen und das Begehren zu stellen, daß dem Untcrwaldncr Landvogt (für Baden) kein Dnrchpaß gestattet,sondern bei der Fahre zu Lunkhofen und sonst an der Reich, auch anderswo Anstalt getroffen werde, damitderselbe nicht nach Baden kommen könne.

Ik. Darauf antworten die Räthe, dieses Ansinnen sei ihnen höchst beschwerlich, da die Stadt, wie Zürichwohl wisse, vermöge der beschwornen Huldigungsbricfe der (VIII) Orte offener Platz sein sollte und den Aufzugeines solchen Amtmanns nicht wohl zu verhindern befugt sei; sie hoffe zwar, daß die Eidgenossen (von Unter-walden :c.) nicht kommen werden; geschähe dies aber , so würde man sie durchreiten und ihnen Speise undTrank reichen lassen, jedoch dafür sorgen, daß nicht mehr in die Stadt kämen, als man bemeistern könnte;man bitte, das nicht übel aufzunehmen und erinnere an die von Burgermeister Walder und andern Botschaftengegebenen Zusagen, daß Zürich nichts unternehmen wolle, was dieäußerlichen" Pflichten gegen die übrigenOrte und der Stadt Rechte und Briefe berühre, sondern einzig die Ehre Gottes im Auge habe.

1) Hieher gehört, zur Ergänzung des Obigen und Erklärung des Folgenden, der Bericht des GesandtenUlrich Funk an seine Obern, unter gleichem Datum. Nach kurzer Angabe der Antwort von Rüthen undVierzig erzählt er:

Uff sölichs ich kein bennegen haben wolt, sundcr diewil sy uns den paß mit meistcr Ullrichen (Zwingli,Januar 1528), wo wir nit die ersten zno Bremgarten gewesen wärint, vorzehalten understuondent, desglichenals wir von unfern Eidgnosscn und cristenlichen Mitbürgern von Bern nach lut der pünten gemant wurdcnt,sy uns den pass vorzehalten ouch understuondent, das sy jetzo billich gegen den andren auch thuon söltent, mitvil mer Worten, nit not ze melden, dann ich nützit unvcrsprochcn Hab gelassen. Nu beger ich einer antwurt,die unserm zuosag gemeß sy(g); wo nit, hostete ich, sy hicltent mir im namen ewer miner Herren ein gmeind;denen welle ich min befelch fürhalten; doch wo sy mir mit besserer antwurt begegnotint, wollt ich inen dercren und ruowen wol gönnen und die nntwort von inen empfan; suster wurd ich für ein gmcint keren. Uffsölichs gabent sy mir antwurt, wie es vor erkennt, wäri nochmals ir mcinig, darby ze beliben, pettent mich, synit unter ze trcngen der gmeint halb; sy hofftent wol, ir min Herren tringint sy ouch nit witer. Uff sölichsich antwortet, ich wurd nit abstan; was sy aber an üch mincn Herren gehaben/ möcht ich wol liden. Sprachent,sy hettent zwen bottcn ußzogen für üch min Herren; dero meinig werdent ir verstau. Nu ist die gmeint fasthantlich, wellent schlcchtlich den lantvogt nit durchpassieren lassen, gott geb was es kost, handt ouch sölchs deinrat und vierzig anzeigt, und darum so tringcnt usf ein gmcint, da wirt üch gelingen; so vil Hab ich ver-standen." . . .

Wir schließen gleich den Abschied von Zürich an:

2) 1529, 1. Juni, Zürich.Uff obgcmcldtcu fürhalt und crklagung der ersamen unserer lieben besonderenund getrüwcn von Bremgart ratsbotschaften habent sich mine Herren rät und burger erkennt, daß sy den jetz-gemeldten von Bremgarten Ursachen, in da jensyt bestimptem abscheid vergriffen, solichen Unwillen nit ufladen,sunder sich wyter über den Handel, was weger gethan dann getan, beratschlagen und deß, so sy sich beraten,inen ze wüsten thuon wellen; doch daß sy guot sorg hau, und ob der künftig landvogt dazwischen ufrytenwurde, sy nit mer inlassen sollen, denn so vil sy meisten wol gesin mögen. Beschechen uff Zinstag nach CorporisCristi Anno rxix°."