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Mai 1529.
Messe :c. öffentlich zu mehren, dann dem gefällten Entscheid gemäß zu verfahren und sich vor niemand zuscheuen; denn diesseits werde man sie bei der Wahrheit handhaben und Leib und Gut zu ihnen setzen, w.
Die Aufzeichnung im Nathsbuch ist kürzer gefaßt, die andere überflüssig lang.
102.
Sllcern. 1529, 22. Mai (Samstag nach Pfingsten).
Staatsarchiv Lucern: Allgem. Abschiede l. l. k. sr.
Tag der V Orte.
Da berichtet wird, daß Zürich ernstlich rüste und heimlich damit umgehe, Napperswyl mit List oderGewalt zu seinen Händen zu bringen, so wird wiederum nach Napperswyl geschrieben. Jedes Ort soll deßhalbtreues Aufsehen haben. 1». 1. Es wird das Schreiben angehört, welches der Vogt von Baden nach Zuggeschickt, worin nämlich berichtet wird, daß Einige von Bremgartcn nach Eggenwyl, in der hohen Obrigkeit derVIII Orte, gekommen und dort „so viel gehandelt" haben, daß die Bilder aus der Kirche entfernt und ver-brannt worden; ferner daß die von Bremgarten in den gemeinen Aemtcrn Unruhe stiften und drohen, binnenacht Tagen die Kirchen zu Dietikon und Rohrdorf ebenfalls zu räumen. 2. Deßgleichen hat der Vogt in den„gemeinen" Aemtern geschrieben, daß Einige in den Niedern Aemtern die Kirchen räumen, das Gottcswortannehmen, sich um den Vogt wenig bekümmern und Boten nach Zürich gesendet haben, um daselbst Hülfe zuerhalten. 3. Es wird ferner gemeldet, wie die in der Grafschaft Baden der Meinung seien, sie (müßten) demneuen Landvogt von Unterwalden nur mit Bedingungen schwören. 4. Da nun diese und andere noch unge-schicktere Händel sich täglich zutragen; da Zürich trotz allen auf Tagen gefaßten Beschlüssen und Abschieden inseinem Unternehmen fortfährt; und weil („die verfluocht fach uns an der wand", so daß) an dem Ausbruchdes Krieges nicht mehr zu zweifeln ist, so wird gemäß der „Einung" ein Tag nach Waldshut angesetzt aufDienstag den 8. Juni und dieser dem Regiment zu Ensisheim sogleich verkündigt; es soll dann jedes Ortzwei Boten nach Baden abordnen, von denen der eine nach Waldshnt bestimmt ist; übrigens will man diesgeheim behalten. 5. Es wird auch Wallis ersucht, eine Botschaft nach Baden zu senden, e. Auf einem Tagezu Baden hat der (Herr) von Font einen Abschied erlangt, daß ihm ein Rcchtstag gegen den König von Frank-reich angesetzt sei; dies ist aber unrichtig, sondern erst auf dem nächsten Tage zu Baden soll davon gesprochenwerden. «1. Da Uri von einem Tage zn Waldshut nichts wissen will, so wird es der Dringlichkeit der Sachewegen ersucht, seinen Bescheid bis nächsten Montag nach Lucern zu berichten. Den Tag läßt man jedoch ange-setzt. v. Heimzubringen, daß man den Stadtschreiber von Lucern und seinen Gehülfen für die Ausfertigungder Briefe des Walliscr Burg- und Landrcchts entschädigen müsse. L. „Item sind ingedenk dero von Haslc."
Zu Ii>. 1529, 22. Mai, Luceru. Die Boten der V Orte schreiben an Breingarten. 1. Es habe sichletzthin nicht bloß von ihnen, sondern auch von der allgemeinen Christenheit, der alten heiligen Kirche und deinGlauben der Vorfahren abgesondert, mit den Kirchenzierden freventlich gehandelt, besonders mit der Abstellungder Messe und (etlicher) Sacramente sich vergangen und dabei offenbar die Zusagen, die es schriftlich und besie-gelt gegeben, sowie die Pflichten gegen die Mehrheit der Vlll Orte verletzt, was zu seiner Zeit nicht ungestvasibleiben könne, wenn es nicht einigermaßen gutgemacht werde. 2. Zudem werden dort die V Orte geschmäht undbeschimpft, und Etliche haben in der Grafschaft Baden und in den Freien Aemtern dafür gewirkt, daß dort