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Mm 1529.
besunder lieben von den fünf Orten der Aidgnoschaft, namblich der schulthaiß, der rat und der groß rat, so mannennt die hundert, und die gemaind der statt Luzern, der landamman, rat und gemainden, landlüt, burger undganz gemainden zuo Ury, Schwiz, Unterwalden ob und nid dem Kernwald und Zug mit sampt dem äussernAmpt, für äugen genommen und bewegen die geschwinden löuf und practica, so setz an vil orten teutscher nationsich crzaigen, also daß under dem schein des Evangelii und gottswort understanden wirt, die gemainen frommenaiufeltigen unsere und ire underthanen durch verfüerisch Prediger heimlich und offenlich, ouch etwa mit trutz undgewaltiger träuwung von dem waren christenlichen glauben und unser loblich von der kilchen herprachten satzung,sitten, gepräuchcn und gewonheiten, darin unsere vordem christenlich, loblich und erlich herkumen und ir leben(in?) seligkeit beslossen, zuo bewegen und zuo verfücren, daraus dann zuovorderist nichts anders dann gotts-lesterung, der christenlichen sacramcnt verschmähung und verdambnuß der seelen, widerspennigkait und ungehorsamaller oberkait, nidertruckung der erbarkait und Pflanzung ainer freiheit zuo allen lästern und aignen muotwillen,und in summa zerstöruug aller guoten sitten und fridlichs menschlichen lebens entspringt, wie wir laider ein zither mit vil bluot vergießens und verderblichs schadens teutscher nation offenbarlich gesehen. Darum mit dergnad und hilf gott des allmechtigen haben wir und die obgeschriben von den fünf Orten, dem allem zuo begegnen,und insonderheit uns zuo binden tailen by dem alten waren christenlichen glauben und guoten friden zuo erhalten,und ob uns etwar darwider vergewaltigen wolt, uns mit dapferer gegenwer zuo beschirmen, nit jemants zuobelaidigen, nnzuogrifen noch zuo beschedigen, sonder ob wir je zuo krieg und unvermaidlicher gegenwer auß ver-henknus des natürlichen rechten bewegt, getrengt und verursacht wurden, uns mit der hilf des Almcchtigen undgewerter Hand widerum in beständigen friden zuo setzen und kainer andern mainung, am christenlich und erberepündtnuß und verainung fürgenomen und uns zuo und mit ainandern gnädiklich und nachparlich veraint, ver-pflicht und verpunden, bey unscrm alten waren christenlichen glauben beständiglich zuo bleiben, ouch allen andrenobrigkait(en), die gleichs gmüet sein, in dise christenlich ainung mit unser beider tail wissen und willen zuokumen, statt und blatz vorbehalten, darzuo uns beider seits einer hilf mit macht oder anzal je nach gelegcnheitunser notdurft vergleichst) und in diser christenlichen ainung mit austruckten warten außgnomen, namblich wirund die vorgeschribnc fünf Oerter samentlich (die) erbainung, so wir mit euch und gemainer Aidgnoschaft haben,dieselbig kreftiglich uuabprüchig, auch on alle endrung oder einzüg treuwlichen ze halten, und wir auf unser feitendie römisch kais. und hispanisch kg. Mt., unfern lieben bruoder und genedigen Herren, die ainung des loblichenPundt zuo Schwaben und all elter pündtnuß, und die von den obgeschribnen fünf Orten (ir) elter pündtnus,namblichen ir fryheiten, alt herkumen, gerechtigkaiten und zuogehörten, deßglichen all verainigungcn, so st) mitdem künig von Frankreich, auch andern künigen, fürsten und Herren haben, wie dann das die brief, darüber auf-gcricht, klerlich außwcisen; und die weil das alles auß erzelten Ursachen beschechen ist, und wir verhoffen, dadurchallen krieg und unfriden am aller sichersten ze vcrkumen, und auch euch vertrauen, daß ir zuo kainem krieg genaigt,sonder mer den selben wie wir zuo verhüeteu gedacht seit, so haben wir euch dise Handlung unverkündt nit lassenwollen, der zuoversicht, daß ir euch herentgegen (Hinwider) alles deß, das zuo frid und ainikait dient, auch guot-williklich befleissen und beweisen werdet; dann euch allen gnedigen nachparlichen willen zuo erzaigen sein wir mitgnaden genaigt. Geben in unser statt Geppingen am letsten tag Aprilis anno ?c. rrir, unser Reiche im dritten."
Adresse: „Den ersamen unfern lieben besundern n. gemainer Aidgnoschaft ratspotten und gesandten, so uffden heiligen Aufferttag negst zuo Oberpaden bey einander versamblet sein werden."
(Die ziemlich mangelhafte Abschrift wurde zum Theil verbessert aus dem Zürcher Absch. Bd. 10, 1. 109).
St. A. Zürich: Tschud. D °c. Samml. T. IX. SS. — St. A. Bern: Allg. eidg. Absch. MI. MI. — K. A. Solothurn: Absch. Bd. lü.
K. Btbl. Freiburg: Gir. Samml. T. V.
2) 1529, 11. Mai. K. Ferdinand an Prälaten, Adel und Städte des Fürstenthums Würtcmbcrg.Nachricht von dem mit den V Orten geschlossenen Bündniß, mit Anweisung, über die allfällig zu leistende Hülfemit den königlichen Rathen zu verhandeln, zc. F. B. u. Vuchols, Gesch. Ferdinands I., Bd. III. 411-412. (Auszug).
Der genannte Autor gibt auch einige Nachrichten über den ferneren Gang dieses Geschäftes.