Druckschrift 
4,1,b (1876) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1529 bis 1532
Entstehung
Seite
171
Einzelbild herunterladen
 

Mai 1529.

171

Zu » mögen noch folgende Acten dienen:

1) 1529, 10. Mai. Bern an die Boten von Glarus, Basel, Frciburg, Solothurn, Schaffhnusen undAppenzell, in Baden. Antwort auf ihre freundliche Zuschrift betreffend den Ilntcrwaldner Handel, mit Verdankungihres Erbietens, keine Mühe und Kosten zu scheuen, zc.So.wir nun nit minder dann ir zuo fürdrung underhaltung friden und ruowen geneigten willen haben, ist üch wol zuo wüsseu, daß doch solichs mit Verletzunggöttlicher eer nit gestattet soll werden. Dwrst ir nun uf jüngst gehaltncm tag zuo Baden einen andern, nämlichgegenwürtigen tag gesetzt, nit allein von wegen (des) underwaldischen spans, sonders auch gegenwürtiger seltsamerlöufen, wie dann domals usgangner abscheid das usdruckt, haben wir vcrwundrens ab dem, daß die v Ort sichdeß nit benüegen, und ir ouch die fürnemest fach fallen lassend und allein das erst stuck, nämlich den beredtenfriden für die Hand nemen wellend; deßhalb uns nit gelegen noch gemeint will sin, unfern willen darin zegeben. Wo aber der ander artikel fürgenommen mag werden, nämlich der gemeinen Herrschaften halb, und wiehinfür gmein Eidgnosscn zuo tagen bp einandern sitzen, und weß sich ein jedes Ort zuo dem andern versechensoll und mag, das mögen wir nachlassen, doch alles nach rvysung unser beder stellen Zürich und Bern gestellterInstruction, die unser potten üch fürgleit Hand. Wo aber das nit gsin mag, als wir in üwerm schryben ver-stand, (daß) die v Ort darzuo nit verwilligen, so werden üch unser potten unsers besluß und Meinung whterberichten." ... St. A. Bern: T -Utsch Miss. n. S54.

2) 1529, 10. Mai. Bern an seine Gesandten in Baden. 1. Mittheilung der den sechs Orten gegebenenAntwort. . . . Man könne jetzt nichts anderes thun, als bei der mit Zürich getroffenen Vereinbarung beharren;würde der den Voten befohlene Vorschlag nicht angenommen, so sollen sie Recht bieten und wegreiten. 2. Ein-gelegter Zeddel, betreffend den seit einiger Zeit mit Lucern, resp. dein Abt von St. Urban, verhandelten Spanwegen des Kirchleins zu Freibach. ... w. e. sss a, >>.

3) 1529, 12. Mai (Mittwoch vor Pfingsten).Abscheid so der vier Orten Lucern, Uri, Schwyz undZug ratsbottcn sich uff dem tag zuo Baden uff Mittwuchen vor Pfingsten anno zc. rrir entschlossen und derandern Orten botten in abscheid geben Hand, hinder sich zuo pringcn an ir Herren und obern."

1.Erstlich, als dann vergangner tagen die fünf Ort ir botschnft geschickt gan Veldkilch, da unser Eid-gnosscn von Zürich vermeint, st hellen die selb Handlung im grund erfaren, und deßhalb den übrigen Ortenjedem der selben vermeinten Handlung ein abgschrift znogeschickt, und so uns uff disem tag der selben abgschrifteine zuokommen, und wir die verhört, so haben wir deHein warheit darin erfunden; dann wer das unfern Eid-gnosscn von Zürich und andern fürgebcn und zuogcschriben, daß der fünf Orten botten der k. Mt. zuo Ungern»nd Behem zc. botschaft gcbettcn und angeniest, oder daß wir in für ein Herren erkennen wölken, deßglichen allesanders, was in derselben geschrift stat :c., der hat inen ein lug geschriben und das erdacht, und geschicht unsden fünf Orten gewalt und unrecht damit, können ouch wol daby gedenken und crmessen, wer sölich schriftcnund lug über uns erdichtet und ußspreitct, daß der solichs uns zuo schmach, schand und zuo verunglimpfen tust.

2.Aber, lieben Eidgnosscn, es ist allen Orten und Eidgnossen unverborgen, wie unser Eidgnosscn vonZürich und Bern ein guote zit, und bsunder die von Zürich, gehandelt und nit benüegen gehept, was sr> in>r oberkeit und gepiet fürgcnommen und gcthan, das doch im ansang üch allen Orten nit minder dann unsschüchig und mißfcllig was, sundcr widerstanden, in den vogtyen und zuogewandten ircn nüivcn glauben undlrrung zuo pflanzen und ufzuobringen, unangcscchen ob glich ivol der merteil der Orten, so an denselben orten»nd ende» zuo regieren Hand, darwider gestrept und gewesen; nitdcstcrmindcr sind st fürgfaren, die vogtpen undZuogewandten dahin gcpracht, daß wir der vierteil Orten unserer rcgicrung daselbs zum teil entsetzt, das dochwider unsere püud, alt harkommen und brüch ist, und warlich nit allein ungehorsame der underthanen, sundergroße merkliche schmützivort und Verachtung muosten von inen hören und enipfachen, das doch unser vordem vonkeinem frömbdcn volk, wir wellen geschwigcn von den unfern, gelitten hellen.

3.lind so es leider dahin komm, daß die vogtpen und zuogewandten dahin erwachsen, daß (si) nitallein uns nit gehorsam, sunder ganz verachten sind, und dörfen offenlich reden und sagen, st sechen unsfünf Oertli nit an, si wellen uns fünf sennhüttli wol den rechten glouben leren und bald mit uns gräch sin,