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Mai 1529.
«7.
MlMlS. 1529, 7. Mai (Freitag nach der Auffahrt).
Stantöarchiv Znrich: Acten Abtei St. Gallen. Instructionen II. 161—164.
Vorträge einer Botschaft von Zürich — Jos von Knosen und Jacob Werdmüller — betreffend die An-gelegenheit des Gotteshauses St. Gallen.
1) Instruction der Boten, von Röthen und Burgern gegeben auf Philipp und Jacobi (1. Mai).
1. „Sy sollent zum vordersten ansuochen und begeren, daß sy für ein zwyfalten Landtsrath gelassenwerdint, und demnach den genannten unfern getrüwen lieben Eidgnossen von Glarus unser ganz geneigte dienstmit erbietung aller eeren und willigen gemüets zuo aller wolgefelligkeit zuovor anbüten.
2. „Wyter inen anzöigen, wie inen villicht wol kundt und wissen, als sich das heilig Gotswort, uß sun-deren genaden gottes und erlüchtung sines heiligen geistes klarer und heiterer dann vorhär by unserer vorelterenzyten harfür krochen, dardurch sich dann heiter und klar erfunden, daß der München und nnnnenstand einluter betrug, irrsal und greuwel vor gott ist, und by sinem göttlichen wort dheins wegs bestan mag, und sodann der gemein arm man hoch und träffenlich mit solichem unnützen volk und müeßiggängeren über die maßgedruckt gewesen, diewyl st) inen vil und unlydenlicher beschwärdcn, allein zuo vorteil ires buchs, ufgeleit undtäglichs je mccr je meer erdacht, dardurch st) dann uß dem schweiß der armen groß schätz und rychtum zuo-sammen geleit, die nundalatmeer niemands billicher zuogehörten dann denen, dänen sy mit Ungerechtigkeit undluginen das ir fälschlich abgedrugkt; dann je nit allein das steinin huß und darin ein hüfli muotwilliger frächerMünchen, sunder meer die biderbcn lüt und ganzen gemeinden, zuo dem gotshus gehörig, das gotshus zuo SauetGallen wärind.
3. „Deßhalb dann gar unlydcnlich und on zwyfcl gott zum höchsten mißfellig, daß ein einziger unnützermünch, der etwa wol als bald, als sy wißten, über Rhyn hör, hüt ein Schwab, morn ein Frank, einer Eid-gnoschaft und denen, so dem gotshus verwandt, weder trüw noch hold wäre, ein Mich groß guot under handshaben, das allein zuo sinem bracht und muotwillen wider gott verschweinen und wol als bald zuo krieg, ufsatzund verderbung deren, darab sölich guot geschunden, verbruchen, villicht unsere fygend und widerwärtigen damitenthalten, über uns fücren und den armen, denen es gesamlet wirt, die dcß von göttlichem rechten billiger iniren nöten und anligungen gefröuwt und getröst, entzogen werden solt,
4. „tlnd so dann nntzit anders zuo verhosfen, dann so Mich muotwilliger bracht und Üppigkeit discsgottlosen röttlis zuo großer ergerniß der cristenen gemeinden länger enthalten und geduldet, Gott der allmächtigdcst größer gegen uns, als denen so von im, den armen zuo trost und schirmung fürgesctzt, und aber widerunser ampt solicher Üppigkeit stattgebind, zuo zorn, räch und straf erwegt wurde.
5. „Diewyl nun wir, deßglichen ouch sy, unser liebe Eidgnossen von Glaris, sich zuo guoter maßen dewheiligen Evangclio und dem rechten waren unbetrüglichen wort gottes anhängig gemacht, und wir uns das mitgöttlicher hilf best unsers Vermögens zuo schirmen undernomcn, ouch darus nit allein inen, unseren lieben Eid-gnossen, stmder ouch allen denen, so sich mit uns des wort gottes beladen und uns gar oder zum teil zuo ver-sprechen stand, es syge im Thurgöuw, Ryntal, by den Tockenburgern, Gotzhuslüten oder anderen enden, zu"ußrütung der gottslesterungen und ufnung der eeren gotts, was dero mit warheit und göttlicher geschrift erhaltenwerden mag, unser hilf, lyb, guot und all unser vermögen zuo inen ze setzen zuogeseit, und wir aber grundtlichwol bericht und heiterer am tag ist dann die sunn, daß solicher üppiger bracht und hochmuot discr gottlosenMünchen wider gott ist und by sinem heiligen göttlichen wort nit bestan mag, und wo diser vermeint Abt iuge-setzt werden, daß wir damit vom gotswort gicngend und unserem znosagcn, ouch cristenlichen ampt und bcfälchnit gnuog, stmder wider das thätind, das wir den biderwen lüten zuogeseit.