Druckschrift 
4,1,b (1876) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1529 bis 1532
Entstehung
Seite
144
Einzelbild herunterladen
 

144

April 1529.

9. „Dann wir je die, die ob gott will ir gerecht getrüw lieb Eidgnossen sin und beliben, unser pünt, cidund eer (als bidermen lüten zuostat) und was wir inen in kraft der selben schuldig, trüwlich und vestenlich, fürund nit hinder an inen halten, volnstregken, auch inen alle früntschaft, lieb und dienst, ganz eingespart libs undguots zno bewisen, und ob jemand sy an iren landen, lüten, gerechtigkeiten, lib, eer oder guot ze schedigen, inenunbill, lasier oder leid wider recht anzegestatten understan (nmrd), unser lib, eer, guot und all unser vermögenlut der pünten trüwlich zuo inen ze setzen und sy vor last und Ungerechtigkeit best unsers Vermögens ze schirmenganz bereit und guotwillig sin, daran uns nützit hinderen (sölt), deß sy sich trostlich zuo uns allen sampt undsonders versehen und uns deß in warheit vertruwen möchten, anders sich meiner erfinden wurde.

19. „Und als dann vil und mancherlei Verunglimpfungen von den beiden Orten Zürich und Bern, alsob wir sy zno überziechen, von irem alten cristenlichcn glauben mit gwalt ze nöten oder inen sunst etwas unbill,lasts oder schadens zuozefücgcn willens, und deßhalb sonder pündtnussen und verstentnussen inen zuowider gemacht/uns mit geschieh, gcwcren, schiffungen, ußzügcn und anderen kriegischeil anschlegen wider sy gerüst und die glogküber sy gestellt, auch inen sunst mengerlei spey und spitzwörtli zuo Verachtung angehenkt ?c., wie dann dise undderglichen Verunglimpfungen vor dem gemeinen mann in (den) Ländern manigfaltig von uns gcmelten beidenOrten one bystand imd grnnd der warheit ußgossen, bedure uns nit unbillich zuin allerhöchsten, daß sy sölichenringfertigen unnützen reden und fablen so lichtlich glauben gebind, oder uns sölichs vertruwend; dann uns andisem und sunst vil derglichen erdichten ufsatzen, damit unser widerwilligen unser eer und gnoten glimpf und das,so wir allein umb fürderung willen der ceren gottes, gemeiner, unser Eidgnoschaft zuo wolfart, damit vil thürerEidgnossen erspart und nit so vil witwcn und weisen gemacht wurdind, uß ganz erbarcm gemüet, one' einichenvorteil und eigen gesüech fürnemend, understand zuo verdunklen und den gemeinen man in verdächtligkeit wideruns ze Hetzen, ungüetlich und gewalt geschehe, dicmil uns sölichs zuo sinn und gedanken nie kommen, geschwigendaß wir es ze thuon je understanden hcttind, müssend gar nützit davon, syend onch des willens und gemüetsnie gewesen, sy in iren eignen oberkeiten, landen und gebieten, so uns nit zuo versprechen stand, etwas tätlichs,es sye gloubens oder anderer dingen halb, fürzenemcn oder jemandem diß oder jenes ze glauben nötigen, könnenduns auch nit gnuog verwundern, daß man uns für sölich hitzig, unrüewig untrüw lüt achte, diewyl wir dochuns für und für aller billigkeit, frid und rccow ze stiften und vor unruowen und embörungen ze sin beflissen,und sich mit warheit anders meiner erfinden söll.

11. „Man mag inen onch hie, ob es den Kotten gefallen will, anzöigen, ob man sich schon etwas gerüstund für(ge)sehen, daß sy durch Feltkirchisch gesprech und Handlung darzuo ursach geben, und sölichs uß tröwungenund Warnungen, so uns deßhalb vilfaltig zuokomen, alcin zur gegemvecr, ob man uns überfallen und schedigenwölkte, und sunst keiner andren nfsätzigen Meinung bcschehen syge.

12. „Daby mag inen onch anzöigt werden, sy hettind vilicht (als zuo vermuoten) etwas schühens undbedurens ab dem, daß der llnderwaldisch frid nit angenommen; wäre nit arger unfrüntlicher Meinung, sunderalein (uß) der ursach beschehen, daß etwas darin zuo bereden underlassen, das aber darin zuo begrifen von nötengewesen; doch (so?) ein anderer tag darumb angesetzt, wäre man guoter zuoversicht, (daß) alle ding zum bestengcwendt und die fach früntlich zerleit und ab dem weg gethan wurd.

13. „Jiem daß in andern landen und oberkeiten etwair zwei, drig oder vierley glauben und dennocht dieinwoncr der selben lantschnften in zitlichem regimeut wol zuo fridcn und einträchtig sind, früntlich und tugentlichunder cinandern lebend, iren obern in weltlichen fachen, gebotten und verbotten gehörig und gehorsam, und sichdie fachen des gloubens gar nützit irre» lond, das onch glicher gstalt in unser Eidgnoschaft on Nachteil undVerletzung menglichs oberkeit und gerechtigkcit (wo sy sunst nit sondern Widerwillen wider uns sürzenemen undon not sich wider ir geschworen pünt, brief und sigel von uns abzuowerfen lustig) mol fürgenomme» und erhaltenwerden mag, diewil doch nieman für den andern stirbt, verdampt oder sälig wirt ?c.

14. „Und diewil wir dann je alle sampt und sonders, wie gehört, des geneigten früntlicheu willens sind,inen alles das ze thuond, das wir inen in kraft geschworner pünten schuldig, und wir auch vermög der selbigenpünten allein usserlicher zitlicher dingen, weltlicher oberkeit und rcgiments halben zuo enthaltung und beschirmungland und lüten, und nit in fachen des gloubens, was die conscienz, den innern menschen und die säligkeit belangt,