Druckschrift 
4,1,b (1876) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1529 bis 1532
Entstehung
Seite
143
Einzelbild herunterladen
 

April 1529.

143

möchte man nit müssen, diewil mir inen hierzuo unsers wüssens gar kein ursach geben, sunder vil mee, wie ab-gehört, ir lib, land, lüt, eer und guot, als wir deß in kraft der pünten schuldig, mo man sy daran schedigcnoder inen einich gwalt, frävel, inuotmill oder schaden angestatten mölt, wider menklichen ze schützen, ze schirmenund ze handhaben je und je willig und urbüttig und zum guotwilligsten geneigt gewesen und noch sind, hellendsy doch dis alles, so obstat, unangesehen nechster tagen mit dem künig Ferdinands ein vereinung, verstand undpündnuß hinder und wider uns anzenemen, ze beschließen und usserthalb by den Oesterrichischen, unfern crb-figcnden, hilf ze suochen fürgenominen, darab wir, und nit nnbillich, hoch vcrwundcrns und schmerzlich bedurensempfangen, in ansehung daß so dick in dem vergriff sölichen punts angezogen und gemeldet, was lands oderHerrschaft, schlösser, stett, flecken ze. innerthalb einer Eidgnoschaft erobert wurd, daß das inen selbs zuostan undbeliben soll, dahar wol gespürt (werden mag), daß sölich verstäntnus allein uns und zuo unserm Nachteil undverdcrbung fürgenominen, das doch kläglich und crbärmklich ze hören.

t>. „Und könne deßhalb unser Herren und obern nit gcnuog verwundern, daß sy also von nnscrn püntenund früntschaften, die wir doch, wie gehört, nnscrs teils an inen nie überfaren, abzuowichen und mit denOesterrichischen einnngen, nüw pünt und verstäntnussen one cinichen vorbehält wider ein gemeine Eidgnoschaft,dero zuo abbruch und Nachteil, understandind ufzerichten, da unser Herren und obern noch guoter zuoversicht,Hoffnung und des hohen vcrtruwens zuo inen, sy sigcnd die, die da uß erbarem gemüct wol ermessen mögend,daß dieselben Oesterrichischen unfern altvordcrn, uns und unserm vatterland nie weder trüw noch hold, snnder fürund für unser angeborne erbfigcnd, die unserm glück, ufkommen, lob, nutz und eeren allwegen und noch widerwertig^hässig und nämlich anfangs die gewesen sind, mit denen ein lobliche Eidgnoschaft und vorab sy von den fünfOrten vornaher schwerlich übersetzt, bcgwaltiget, getrengt und beladen, die onch wir und unser vorderen nit mitkleinfüegem darstrecken irs libs, bluots und guots mcer und vilmalcn mit gcwerter Hand uß dem land vertribenund für und für uns irs unbillichen, unlidcnlichen Zwangs und gcwalts entschüttcn und erwcrcn müesscn.

7. „Dann inen, unfern lieben Eidgnossen, unzwifcnlich wol müssend, daß die selben Oesterrichischen undEdlen allwegen so heimlich so offenlich practieiert und damit umbgangen, und sich darob kein fliß, mücg nocharbeit nie bcduren lassen, sundcr für und für alle mittel, weg und steg gesuvcht, dardurch sy unser wider gwaltigwerden, uns und unsere land bchcrschen und das nest, darus sy mit angst und not, nit on treffcnlich Ursachen,vertriben, widerumb inhe»dig machen oder uns zum wenigisten under uns selbs trennen und zuo zerwürfnußbringen möchten. Und wiewol der allmächtig güetig gott uß sondern gnaden sölichs bishar verhüetct, uns undunfern lieben altvorderen das zuo fürkommcn, guad, wisheit, sterke und macht geben und uns gnediklich zuo vilmalen von iren Händen und falschen ufsätzen erlöst und errettet hat, so wurdend doch sy unsere liebe Eidgnosseninen mit diser venneinten verständtnuß oder püntnuß erst den wurf und die ursach sölichen nnd mereren Übelswiderumb in die Hand geben, uns zuo zertrennen und vilicht, als zuo besorgen, gar ußzetilgcn und under irmuotwillig tirannisch beherschung ze richten, da sy wol achten möchten, so sy überhand nemen, daß sy sich keinesstgs benüegen, sundcr onch sy gelich uns underzetrucken und zuo beherrschen niederstem, und nämlich sy nach unsdie ersten sin, die sy zuo beleidigen und von land, lüten und allen iren snr erarneten fryhciten triben und dabykeins wegs beliben lassen; dann so sy vorhär unser lieben altvorderen nit verschont, wäre guot zuo gedenken,duß sy uns und sy derglichen mit vilfaltigen untrüglichen lasten zuo beschweren und unser noch vil minder dannlrcn verschonen wurden.

8. „Und syge deßhalb by unfern Herren nnd obern gar kein zwifel, daß noch by inen manich from biderwMann, der solichs uß ganz frommem gerechtem gemüet wol ermessen mög, was Nachteils, schmach, schad, schnnd,spott, gefarligkeit und durchächtung uns allen und gemeinem unserm vatterland darus entspringen, und in wcßHand und gewalt, nämlich deren, die uns nie hold, sundcrs jewelten nfsätzig gewesen, und die ire kinder unsZuo wider von der wiegen an erzogen, fallen, dardurch vil witwen, weisen und manig verhergte öde Hofstattgemacht, deren übel aller sy, unser lieb Eidgnossen, wo sy uf irein fürncmen verharren, deß wir uns doch keinswegs, sonder vil eins früntlichcrn willens und alles guotens zuo inen versehend, ursach und anhab (wären),das doch billich by einem jeden bidcrwen herzen zuo erbarmen und zuo beweinen sin wurde.