Druckschrift 
4,1,b (1876) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1529 bis 1532
Entstehung
Seite
142
Einzelbild herunterladen
 

142

April 1529.

vor sölicher Ungerechtigkeit ze schirmen, nit on sonder ingebnng sins heiligen geists, sich in ganz gnotcn trüivenund rechter warer eewiger liebe und einigkeit zuosamen zuo verbinden und einander wider solich uubill und destirannischen adels frächen muotivillen ze hanthabcn verursacht und bewegt worden. Wie dann solich eewig püntund geschworen früntschaften verbrieft, versigelt, nach und nach ernüwert, bekräftiget, gewytert und bestätiget, ouchin gerechter brüedcrlicher einigkeit gegen einander so tapferlich, trostlich und männlich bishar volnzogen understattet worden, dardurch sy von gnad und kraft desselbigen ewigen einigen gottes nun vil Innger eewiger jarund zit har bis uf uns und wir bishar mit znonemendcr mecrung großer eercn und guots vilfaltig sig, glückund heil erlangt und, als wir zuo siner göttlichen gnaden hofftind, wir und unser nachkamen in sölicher trnw,liebe und einigkeit noch fürcr eewiglich verharren und beständig beliben wurden.

4. „Und wiewol, als festenklich zuo glouben, uß anstiftnng des vigends alles fridens, der aller warhcitwidrig, ein vatter aller luginen und Uneinigkeit ist, von wegen rechts waren cristcnlichen gloubens sichetwas widerwertigkeit, deren wir doch gar kein schuld noch ursach (sind), (villicht, als glaublich zuo vermuoten,zuo straf unser sünden) zuotragen, die nns doch fast schmerzlich und das gröst leid ist, wo ein fromme loblicheEidgnoschaft einander so ring achten und unverhört sölicher ri»gwicht(ig)cr Ursachen halb zuo Uneinigkeit kommenund zertrennt werden sollte, das wir höchst unsers vermügcns und mit ganz gcncigtisten trüwen zuo verhüetcnschuldig, ouch uns des zum höchsten bishar geflisscn, inen unfern getrüwen lieben Eidgnossen früntlich lieb unddienst, was wir müssen und erkennen, das zuo frid, einigkeit und erhaltung loblicher unser Eidgnoschaft dienengemögen, und alles guots zuo bewisen, unsere pünt und geschworen früntschaften, was uns die bindend, marund stät, wie biderbcn tüten und frommen Eidgnossen gcbürt, an inen stif ze halten, niemands darwidcr ze triben,oder jemand einicherlei gwalt, frävel oder hochmuot anzegestatten willens, als wir ouch, nämlich etliche uß denOrten, so setz allhie vor inen erschinend, umb lob, ecr, nutz und wolfart willen gemeiner unser Eidgnoschafteben vil und mancherhand uubill, schand, schad und schinach, nns wider billichs, ouch (wider) die geschwornenpünt, ganz unverdient zuogefüegt, nützlichem gmüct ufgehebt, übersehen, güetlich und früntlich, je nach gstaltder fach, vor und nachgeben, damit wir frid, ruow und einigkeit, ouch unser alt pünt und geschworen frünt-schaften erhalten möchten und zuo zertrcnnung der selbigen nit ursach gebind, und dcßhalb uns billich nützitanders dann glicher billigkeit, früntschaft und alles guots zuo inen versehen, habend sy sich doch, wiewol unscrnt-halb ganz unverschuldt, durch etlich, so gemeiner unser Eidgnoschaft nit hölder, und denen nf erden nützit lustigcrsnoch girlichers dann dero zermürfnuß und Uneinigkeit (ze sehen?), zuo grollen, Ungunst und Widerwillen wideruns, die inen ecr und guots gönnend, anhetzen lassen und ein haß zuo uns gcwnnnen, wie wir das uß mengerlcifachen, so unser Orten eins teils mit Überziehungen, lcstcrungen und andern Unbilligkeiten zuogefüegt, wol ab-nemeu mögen, unsers bedunkens allein dahar, daß sy sich vcrwäncn lassen, als ob wie bös cristen, von rechtemuraltem cristenlichem glouben in ufrüerisch uncristcnlich leren von inen gefallen wärind und vilicht nit eben denglouben, den sy hettind, da wir doch in bekanntnuß und nnrüefung eines einigen gottes, sincs eingcborncn suns,unsers erlösers und säligmachcrs Jesu Cristi, eines toufs, einer säligkeit und den zwölf houptartiklcn rechts altenwaren cristcnlichen gloubens gar eines sinns und, ob gott will, zuo beiden siten cristen und verjeher cristenlichsgloubens sind, und also allein der usserlichen kilchenbrüchcn, menschlichen satzungcn und verwendten gottsdienstenund benantlich der dingen halb, daran gott gar nichzit gelegen, sunder die täglichs in den kilchen wider göttlicheinsatzung uncb gelt kauft und verkauft (werden), und nit von wegen des uralten rechten waren cristenlichengloubens, den unsere altvordren von den lieben Apostlen und iren nachkommen gesogen, sich der stoß und spanzwischen uns haltet. Deßhalben gar schimpflich, daß wir umb eines so geringen mißverstands willen so zuoschwerer zerwürsnnß und vilicht jüngst zuo verhergnng unser aller land, lüten und verlierung ussser sur erarnotenfrigheiten kommen und in ander frömbd beherschungen, die uns weder trüm noch hold nie gewesen, fallenmöchten.

5. „Und wiewol wir uns je genzlich zuo inen versehen, wo sy des gloubens oder anderer fachen Mbvorderung und span gegen und mit uns ze haben, und daß wir inen ützit wider billichs angcstattet, vermeinenwöllen, sy uns erstlich darumb ersuocht und sich früntlicher wys oder doch rechtlich, wo es früntlich nit sin mögen,darüber mit uns verglicht, und nit frömbde hilf on not gesuocht; destminder nit, was sy darzuo verursacht,