April 1529. 141
Wir haben zunächst einige Acten zur äußern Geschichte dieses Tages beizufügen und lassen dann dieerwähnte Instruction im Wortlaut folgen:
1) 1529, 13. April. Basel an Zürich. Das Tagen der V Orte in Waldshnt, die bedrohlichen Reden,die im Sundgau im Schwange seien, und die allzu lange Frist bis zur Auffahrt veranlassen es, für die achtOrte einen näheren Tag vorzuschlagen, damit sie gehörig berathen könnten, was sie bei allfälligem Kriegs-ausbruch zu thun hätten, und wessen sie zu einander sich versehen könnten. Deßhalb die Bitte, daß Zürich aufSt. Jörg (23. April) in Aarau einen Tag ausschreibe und zu demselben Glarus, Schaffhauscn, Appenzellund St. Gallen einlade; zugleich sollte der Gegenstand, worum es sich handle, angezeigt werden, damit die Botendarüber Vollmacht erhielten; namentlich sollte darüber Antwort gegeben werden, ob man eine Botschaft in dieV Orte schicken wolle, um die Gemeinden über das christliche Burgrecht und andere Verhältnisse aufzuklären ?c.,und wenn dies beschlossen würde, jeder Gesandte Auftrag haben, ohne Hintersichbringen dahin zu gehen. DieserVorschlag sei bereits auch Bern, Freibnrg, Solothurn und Biel eröffnet, und Mühlhausen solle dessen noch berichtet
werden. St. A. Zürich: Acten I. Cnpp. Krieg. — K. A. Basel: Missiven k. 224 b.
2) 1529, 14. April (Mittwoch nach Misericordia). Zürich an Basel. Antwort ans die Tagsansetzung ze.Man habe auch diesseits gefunden, daß der Tag in Baden zu weit hinausgerückt sei, und deßhalb aufMittwoch nach Jubilate, den 21. d. M>, einen andern hiehcr bestimmt und den sieben Orten (einzeln genannt),sowie den Städten St. Gallen, Mühlhausen und Biel, den drei Bünden und der Stadt Constanz verkündetund bitte nun freundlich, den nach Aarau beschriebenen Tag wieder abzukünden und denjenigen in Zürich besuchenzu wollen, w. St. «. Basel : Absch.
3) 1529, 19. April. Freibnrg an Zürich. Antwort ans dessen Schreiben betreffend die Handlungender V Orte. Es billige dieselben nicht und sähe gern, daß solches unterlassen wäre, wogegen es ebenso sehrwünschen möchte, daß Zürich nicht so viel Neuerungen suchte. Jetzt den dorthin angesetzten Tag zu besuchen,sei ihm nicht gelegen; auf den Tag zu Baden wolle es aber seiner Botschaft gern Befehl geben zu handeln,was zum Frieden der Eidgenossenschaft dienen könne. St. A. Zürich: sm-» i. Capp. Kri-g.
4) „Instruction der Handlung und Werbung, so unser Eidgnossen von den siben Orten, nämlich Zürich,Bern, Glarus, Basel, Solothurn, Schaffhuscn und Appenzell zuosampt andern puntsgcnosscn, zuogcwandtcn undMitbürgern von Saut Gallen, Chur, Mülhusen und Biel gesandten ratsbotten, ich uf dem tag allste zuo Zürichby cinandern versamlct, doch uf hindersichbringcn und gefallen jedes Kotten Herren und obern, an die rät undgemeinden der fünf Orten Lucerlr, llre, Schwiz, Underwalden und Zug der Waldshuotischen püntnuß halb zuobringen und ze werben fürgenommen, beratschlagt und sich dero vereinbart haben, Sambstag des vierundzwenzi-gisten tags Aprellens Anno ze. rrir°."
1. „Erstlich füllend die Kotten, so an gemelte Ort ze riten künftiglich verordnet werden, gemelten unfernlieben Eidgnossen und gemeinden der fünf Orten unfern ganz geneigten willen, früntlichen gruoß, mit erbietnngaller eeren, früntschaft und liebe, zuo voran sagen.
2. „Demnach inen anzöugen, (daß) uns nit zwifelte, inen vast ivol kunt und müssend, wie unser liebealtvordern säliger gedächtnuß als wäre licbhaber der gesatztcn, des willens und der gerechtigkeit gottes mit höchstemfliß zuo herzen und für ougen genomcn, daß der einig ewig gott durch sincn geliebten sun Jesum Cristnm, unfernbeHalter und säligmacher, uns und allen cristglönbigen, so in sincm namcn getouft, auch in in warlich hoffen undvertruwen, zum höchsten und fürnemsten in ufsatzung cristenlichs gloubens die liebe (als) ein ufenthalterin (von)frid und einigkeit mit sin selbs göttlichem mund befolhen, ouch darby gar wyslich betrachtet, daß durch unfridund mißhell große rich, rcgimeut, land, lüt, schloß und stctt zerstört, von irem wäsen bracht, dargcgcn aber durchfrid und einigkeit dise ding alle erhalten, geufnet und gcmeret werdcnt.
3. „Deßhalb dann die selben unser lieb altvordern zuo lob, cer und bris des höchsten gottes, der sy zumoftcrnmal von den Händen irer fügenden gncdiglich erlöst, ouch zuo merung und hnudvesti gemeinen nutzes, be-schirmung witwcn und weisen, ouch errcttnng gemeinen unsers vattcrlands, das sy mit darstrccknng irs libs undlcbens, bluots und guots, von frävel, üppigem gwalt und muotwill frächer ungerechter tirannischer Herrschaft undhochmüetigcn adels gefragt und erlöst, uß ganz frommem crbarem gmüet sich selbs, ire kind und nachkommen