März 1629.
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Wl)l. 1529, 6. März (Samstag vor Lätare).
Staatsarchiv vuccrn! Acten Abtei St. Gallen. Staatsarchiv Zürich: Tschudi'sche Abschiede-Samml. Bd. o, Rr. «!>. Stiftsarchiv St. Galle«.
Tag der drei Schirmorte des Gotteshauses St. Gallen (ohne Zürich).
tt. 1. Nachdem der Abt von St. Gallen die drei Orte Lucern, Schwyz und Glarus nach Wyl beschieden,ü>nl die von St. Gallen ihm an seinem Gotteshause große Schmach und Schaden zugefügt und Vieles zer-brochen und verbrannt haben, so werden vorerst die Boten von St. Galleu angefragt, aus welchem Grundesolche Gewaltthätigkeitcn am Kloster verübt worden seien, da es doch nicht auf dem Grund und Boden derStadt stehe und viele verbriefte Freiheiten besitze. 2. Darauf erwidern die Beklagten: Dies sei gar nicht ohneUrsache, sondern aus „mancherlei Nothdurft" geschehen; sie haben nämlich unter ihnen viele ungehorsame Leute,von denen ein Ueberfall auf das Kloster zu besorgen gewesen, der dem Abte noch größern Schaden gebrachthätte; um solchem zuvorzukommen, habe die Obrigkeit das gcthan*); zweitens sei daran auch der Decan vonStammheim Schuld; drittens sei vor Jahren aus dem Kloster etwas entwendet worden, was der Abt der^tadt oder den Ihrigen zur Last gelegt habe; endlich sei die Kirche ihnen offen gewesen, und darum habensie die Götzen und die Abgötterei daraus entfernt und verbrannt, damit die Bauern befriedigt würden unddein Abte nicht noch größere Schmach widerfahre, „mit viel mehr Worten". 3. Dann stellen die Boten derdrei Orte an die von St. Gallen das Gesuch, sie möchten fernerhin gegen das Kloster nichts unternehmen,bomit die darin Wohnenden die ihnen zugewiesenen Verrichtungen ausübeil können, die Conventhcrrcn bei ihremHabit und Orden bleiben und des Abtes Räthe und Diener ungehindert handeln und wandeln lassen nachNothdurft. 4. Die St. Galler erwidern, sie wollen Sprüche und Verträge treulich halten, den Abt nndbvs Kloster an ihren Einkünften, Verträgen, Freiheiten und Gerechtigkeiten nicht verkürzen nnd die Amtleutebe» Gotteshauses halten wie bisher; weil aber U. L. Frauen „Amt" und deren Briefe sich im Gebiet derStadt befinden, und die Kirche für sie offen sei und dafür gelte, so begehren sie, daß der Abt einen Prediger"lln setze, welcher das wahre, reine Wort Gottes verkünde, wie es jetzt gefunden und erwiesen sei; würde^ nicht entsprechen, so wollen sie selbst einen solchen Prediger anstellen; alles mit mehr Worten. 6. Da hin-lllgen der Abt die dringende Bitte stellt, es möchten die Boten der drei Orte ihm dazu beholfen und berathcnllni, daß er wieder zu Friede und Ruhe gelange, so wird beschlossen, die Sache zum treulichsten heimzubringen.» Der Abt meldet ferner, wie die von Norschach schon öfter gedroht, das Kloster daselbst zu zerstören undn Capelle niederzureißen, sobald sie inne würden, daß daselbst heimlich oder öffentlich wieder Messe gelesenvüirdc. <». Weiter stellt der Abt die Bitte, daß jedes der drei Orte einen Voten auf seine Kosten sende,v»iit das Kloster um so eher gesichert wäre. «I. Den Boten von Schwyz ist vorgebracht worden, daß denenv' der Grafschaft Toggenburg Warnungen und Drohungen zugekommen, man werde sie überfallen; darauf
sie an d<m Abt von St. Gallen mit dem Begehren gelangt, daß er als ihr rechtmäßiger Herr ihnen zumkcht verhelfe gegen Jeden, der sie anfechten möchte; er habe ihnen dann Hülfe und Beistand versprochen nach
*) Es ist ohne Zweifel der ani 23. Februar verübte Bildersturm im Münster und die Verbrennung des weggeführten Holz-werks gemeint.
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