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4,1,b (1876) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1529 bis 1532
Entstehung
Seite
69
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Februar 1529.

eröffnet worden, sollen die Boten sich darüber nicht äußern, sondern erwarten, wie Lucern darauf urtheile; dennes lasse sich voraussehen, daß da kein unparteiisches Recht ergehe, indem Lucern dem Murner zum voraus ge-wonnene Sache gegeben, wie aus der bezüglichen Missive (Beilage) leicht zu erkennen sei. Wenn aber einrechtmäßiges Urtheil erfolge, so sei auch die diesseitige Klage anzubringen; erhielte aber Zürich kein gutesUrtheil, oder würde die Entscheidung verschoben, und den Voten zugcmuthct, auch zu klagen, so sollen sie freiheraus sagen, sie hätten sich eines so ungebührlichen Urthcils auf die Klage von Zürich nicht versehen, undwollen sich daher nicht weiter einlassen, zc.; desgleichen sollen sie die Klage zurückhalten, wenn das Urtheil aufdiese hin verschoben werden wollte. Sei dagegen etwas Ersprießliches zu hoffe», so möge die Klage, mit Bei-stand der Zürcher, vorgetragen werden. (Folgt die Klage selbst). Wende etwa Murner ein, es sei ihm zusolchen Schmachbüchlein Anlaß gegeben worden, so sei zu erwidern, es werde sich niemals erfinden, daß er vonBern oder dessen Angehörigen so schwer gescholten worden, wie er selbst gcthan; auch der Vorwand, daß dieseSchriften nur gegen gewisse Personen gerichtet seien, wäre als unstatthaft abzuweisen, da er immer allgemeinvon „den Bernern" rede. Bei alledem behalte man sich vor, die Ehre gegen ihn weiter zu wahren.

St. A. Bern: Instruct. 266 d -269 a.

Die Klage selbst glauben wir nicht ausnehmen zu sollen, da die einzelnen Elemente derselben in andernActen genügend dargestellt sind; dagegen soll nicht verschwiegen werden, daß dieser Act, wie aus einer Rand-bemerkung von Cyro zu schließen ist, (zu Anfang September) vor den später zu nennenden Schiedsleuten be-nutzt wurde.

1) 1529, 22. Februar (Montag nach Neminiscere), 9 Uhr Vorm., Lucer». Die Gesandten von Bernan ihre Obern. „Frommen zc. zc. Als wir gestrigen Sunntags zuo abent gan Lucern kommen und allda unserlieben Eidgnossen und christenlichen Mitbürgern von Zürich Kotten, nemlich iren mitrat, Meister Hansen Wegmann,und iren Stattschryber zuo Murners rechtfertignng verordnet und by inen fundcu, wie es ouch by uns selbsgewesen, daß inen in diser schweren rechtfcrtigung vor sölichen partyischen, argwilligen und verdachtenrichtern, (wie sy sich dann in irem eigenen schryben und vertagen, üch, unfern und iren Herren und obernzuogeschickt, entblößend und nit bergend, unfern vermeinten widersächer Doctor Murnern als ein frommencristenlichen Doctor, der sich eerlich und wol gehalten, vor ingang rechtens und ce daß wir in beklagt, ganzverdächtlicher ungemeiner wys zuo bcschönen, zuodem die Herren, so zuo uns und inen zuo nachtessen verordnet,ir gemüet nit bergen könnend, sunderlich so offen herusfallcnd und ir vcrdachtlich argwillig gemüet cntdeckent,darus gar lychtlich by eim jeden verständigen abzuonemcn, was guoten gcmüets sy gegen uns sygent, und wasgelychen billichen rechtens sy und wir, frylich und ou zwyfel nützit dann wytcr schmützung, schwach und schand,Vertiefung und verlümbdung unserer eercn und guoten glimpfs da erlangen möchten) fürzefarcn und in alldazuo berechtigen ganz entlegen, zuo schwer und ungemein sin well; dann sy wol ermessen möchten, daß dise lütnüt anders begirig, dann wo sy inen und uns ein öring geben möchten, daß sy dcss zum ganz hitzigisten geneigt,und wo sy erst mit einer urteil und rechtlichen erkanntniß sölich verzelt verlümbdet lüt, und Murner von ireranklag lcdig erkennt werden sölltcn (sie), als ganz unzwyfenlich, so vil sy sich ynn vor uns selbs lassen merken,zuo vcrmuoteu und nit anders zuo gedenken, daß dann inen solichs erst ganz zuo schwer, dann er solichen sig erstin alle welt usschryben »nd syns rüemens und lesterns ursach haben wurd, deßhalb sy wol lyden möchten, daßsölich berechtigung underlassen und nun dalatmee fuog und mittlen nachzuotrachtcn syg, wie wir von disenverdachten richtern abtretten möchtcnd. Und so wir nun uns zuo allen teilen hierüber beratschlaget, ist uns einmittel zuogefallcn, uusers bedunkens zuo diser nbtrcttung ganz dienstlich, dicwyl Murncr, unser ver-meinter gegcnteil, sich etwan vorher in sinem schryben für die zwölf Ort der Eidgnoschaft rechts erbotten,daß man by denen von Luzern, mit anzöigung ires ungemeinen gemücts, gearbeit, daß sy uns dahin wysenund Mnrnern uns daselbs eins rechten ze sin vermögen und anhalten wölltind. Thätind sy das, wäre guot;wo nit, so hette man sin aber fuog und glimpf, sölichs für ein bcschwcrd anzuoncmend, von dannen zuo rytendund nachfolgends zuo gelegener zyt unser Unschuld und bcschwcrd in eim offenen truck usgan zc lassen. Unddiewyl uns dann je solichs an die Hand zuo ncmen für guot, glimpflich und eerlich anscchen wellen, zuodem wirouch ein schlichen darab empfangen, daß sy von iren gemeinden ab dem land, nemlich von jeder gemcind