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Februar 1529.
hat man die Herren von Zürich gebeten, mit dieser Antwort sich zu begnügen; dagegen erbiete man sich, nachVermögen alles zu thun, was man einer Obrigkeit schuldig sei; damit wolle man dessen Glauben nicht ver-kleinert oder verachtet haben. Wenn aber Zürich von seiner Zumuthung nicht abstehen wollte, so werde manihm gerne vor den VIII Orten zu Baden Antwort geben, wie gestern versprochen.
Auf Dienstag nach Jnvocavit brachte Heinrich Butlinger, Vater, seine Klage in Zürich an. Sofort wurdeein Ausschuß bestellt, um seinen Vortrag zu begutachten und die thunlicheu Schritte zu berathen; die hierüberverfaßte weitläufige Instruction samt der Beschwerde Bullingers findet sich im Staatsarchiv Zürich: ActenBremgarte». Uebereinstimmend berichtet Bullinger, Ref. Gesch. II. 59—Li).
2«.
St. Enllen. 1529, 18. bis 20. Februar.
Staatsarchiv Zürich.
Verhandlungen mit Botschaften von Zürich, betreffend die beabsichtigten Schritte gegen Abt und Conventdes Gotteshauses, auch die Tagleistung in Feldkirch, die Sicherung der Grenzen im Rheinthal :c.
Ein Abschied wurde wahrscheinlich nicht ausgefertigt; das Wesentliche muß ans den bezüglichen Missivengeschöpft werden:
1) 1529, 19. Februar (Freitag vor Matthias), St. Gallen. Vital Vitler und Ulrich Stall an Bürger-meister und Rath in Zürich. 1. Gestern „um die vierte Stunde" hier angekommen, haben sie sich mit deinBürgermeister und andern Vertrauten über die „Hantierungen" der des Glaubens halb Widerwärtigen unter-redet und dabei nach glaubwürdigen Berichten erfahren, wie die „fünf Waldstätte" in Feldkirch handeln, sodaßdie dortigen Burger sich darüber sehr verwundern. ... 2. Am Dienstag, als am Wochenmarkt daselbst, habendie von Altstätten, um sichern Bericht zu erhalten, ihren Weibel nach Feldkirch gesandt, wo er aber von desKönigs Dienern sofort verhaftet worden sei. Sobald die Rheinthaler das erfahren, haben sie, noch in der Nacht,eilends hicher geschickt und um Rath gebeten, worauf die St. Galler einen Boten nach Appenzell abgefertigt,mit dem Ersuchen, dem guten Manne behülflich zu sein. ... 3. Nachschrift: Dieselben werden, nachdemman der Götzen und anderer Dinge wegen sich berathen habe, schriftlich an Zürich gelangen. . . .
St. A. Zürich: A. I. <5app. Krieg.
2) 1529, 19. Februar. St. Gallen an Zürich. 1. Dank für das Anbringen der zürcherischen Botschaft.Es sei freilich in allen Unterhandlungen Brauch, zuerst einen gütlichen Weg einzuschlagen; allein in diesem Fallescheine ein solches Verfahren nicht fruchtbar; denn es sei unzweifelhaft zu erwarten, daß Abt und Convent, wennman sie ersuchte, sich gutwillig zu fügen, dabei aber andeutete, daß Widerstand unfreundliche Folgen haben dürfte,Hülfe und Schirm bei der Gegenpartei von Zürich und St. Gallen suchen und allerlei Unruhen erwecken würden;um diesem Allem zuvorzukommen und den Handel auf einmal abzuthun, haben sich Bürgermeister und Rathmit den Boten von Zürich besonnen und für das Beste erachtet, ohne Verzug eine Instruction über das An-liegen und Begehren der Stadt zu verfassen und Zürich zur Prüfung mitzutheilen, und dieses um Bevollmäch-tigung seiner Boten zu bitten, bei dem vorgenommenen Geschäfte mitzuwirken. Wenn nämlich Abt oder Con-vent dem freundlichen Ersuchen der Stadt nicht entsprechen, sondern sich hartnäckig finden lassen, so wäre ihnenzu sagen, daß man solches nicht weiter dulden könne und entschlossen sei, zwar mit Bescheidenheit, die Abgöttereiabzustellen. Denn die Untreue des Abtes liege offen am Tage, und die Gemeinde sei etwas hitzig und sehrunruhig; bei diesem Verfahren könnte sie jedoch bald beruhigt werden. Wenn dann, was Gott verhüten wolle,die Widerwärtigen Krieg anfangen sollten, so würde die Obrigkeit bei den Angehörigen und Kirchgenossen destomehr guten Willen finden. St. A. Zürich: Acten Abtei St. Galle», — Stadtarchiv St. Galle» (Concept von Vadian).