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4,1,b (1876) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1529 bis 1532
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20 Januar 1529.

7.

Freiburg. 1529, 18. Januar.

Staatsarchiv Bern: Allgem. eidgen. Abschiede LH. 3lv. Kantonsarchiv Freibnrg: Instructionen Bd. I. 7577.

Die Gesandten von Bern (Graffenried, Tillmann, Anton Bischof, Zülli) erhalten aus ihrenVortrag über den Span mit Unterwalden folgende Antwort:

1.Getrüiven lieben Mitbürger, üwern fürtrag und schwerlichc klag gegen unfern Eidgnosscn von Unterwaldenhaben wir verstanden und ist uns von herzen leid, daß st der gestalt gehandlet Hand, und so wir sölichs vorgewußt, hetten wir allen flyß und ernst ankert, ob es hett mögen abgestellt werden, dann wir unser bottcn byüch auch gehebt Hand, allen flyß, kost, mücg und arbeit anzckeren, üch und die üweren zuo vereinbaren und zuogehorsamkeit ze bringen, und ob dazwischen die obgemelten u. E. von Underwalden sind ufbrochen, ist uns un-wüssend beschehen wie obstat. Darumb so ivellen die fachen zum' besten gedenken und uns nit zuo argem messen,daß wir nit glich üwer manung nach uns erlütret Hand; dann sölichs alles beschechen ist dergestalt, daß größerunruow und unwill zwüschen üch und den üwren und ouch krieglich uflouf vcrmitten beliben; wann so bald wirden uszug n. E. von Underwalden gespürt, haben wir unser botschaft gan Luzern geschickt, daselbs zuo handlen,damit gemeldt von Underwalden wider hindersich zugcn, das dann snnst beschechen ist. Harumb so wellend uns(in) brüederlichcr lieb für entschuldiget haben.

2.Und (so) ir nun villicht durch ir antwurt, üch unlidlich, bewegt werden, den Handel witer anzctastcn,. . . und ir von uns ein müssend wend han, wcss ir üch zuo uns verstehen sollen, mit anzöug (anzng) desburgrechtens, so wir bcid Stett mit cinandcrcn verfaßt sind w., sagen wir, das alles, so das burgrecht inhaltet,wellcnt wir erberlich, gänzlich und (in) brüederlich(cn) trüwen halten mit (den ge)dingen, daß ir ouch derglichentüent, als wir üch vertruwcnt, und ir ouch (zuo)sagent, uns by unserm alten harkommcnden glouben blibenzuo lassen, als ouch die bünd dargcben, und in unfern burgrechten das alt harkommen luterlich usgedruckt wirt.

3.Und wiewol ir ein anders habcnt angenommen, lassen wir ein guote fach sin, was in üwer Herrschaftbeschickst; dcss wellen wir uns nüt beladen, dann allein üch früntlichen gebetten haben, ir wellent die fachen er-messen und nsserthalb üwer Herrschaft dergestalt handlen, daß es einer Eidezuoschaft nit zuo Nachteil diene, alswir gänzlich unser vertruwen zuo üwer Höchen wysheit tragen.

4.Hierin söllent ir ouch vermerken, daß wir uns deren von Coste(n)z nützit beladen wellen, und ouch wir(wo ir?) von irentwegen in krieg kämmt, so vcrmeinent wir, daß unser burgrecht geb nit zuo, daß wir üchützit darumb verbunden sigend.

5.Hieby ist unser ernstlich höchste bitt und ermanung, ir wellcnt die üwern und unsren, (die) zuo üch unduns in gemeiner Herrschaft zuostand, by irem alten harkommen und glouben beliben lassen, als bishar beschechenist, und sy ouch von üch und uns darum bricf und sigel Hand, und sy mit dheinen nüwen predicanten bcsuochenan (in?) das nüw wesen zuo bringen.

6.Und als etlich schmützwort zuo beiden siten mögen beschechen, die wir unsers teils nit gestatten wellen,sunders die thäter strafen, bitten wir üch, dasselbig ouch zuo thuon, und so etlich rechtshändel sind von wegenunsers Mandats, ncmlich von Schmalzen wegen von Nydow; so ouch dagegen einer zuo Bern unsrem Kottengesagt hat, daß die mess ein ketzery sig, und wer sy handhabe, der sig ein ketzer, das zuo keinem guoten dienet,hierumb so wär unser bcger, daß man das spil glich ufheb und jederman by eren blib, und hinfür sölichs zuoentwederem teil geduldet wurd, doch mincn herrrn vorbehalten ir recht zuo bcsuochen von des geschieh wegen.

7.Und daß die üwren, so sy har wandlen, nit wider unsren glouben reden, deßglichen so die unsren,so sy hinder üch kommcnt, nit wider den üwren reden, und ob das beschäch, daß man die übertretter, do syverfrevlen, strafen möge.