Druckschrift 
Aktenmäßige Geschichte der Siedelung Neu-Kelsterbach
Entstehung
Seite
15
Einzelbild herunterladen
 

15

dem Ambtschreiber ... 15 alb.

dem Feldmesser .... 15 alb.

vor vier Pferde.....1 fl. 15 alb.

Den Waldensern war am 2. Mai 1712 der Abzug ge-stattet worden. Jaques Pouget dankt dem Landesfürsten fürden ertheilten Abschied (conge) im Namen derRefugiezä Kelsterbach". Aus einer Bemerkung,die Reise nachHolland soll aus den Collectengeldern bestritten werden",schliesse ich, dass die Weiterziehenden sich dorthin wandten.Ihre Zahl war nicht gross. Schon im Jahre 1711 berichtetValkenier, der holländische Gesandte, an das Consistorium,dass die Einwohner von Kelsterbachmannigfache Ungebühr,mehr als irgend anderswo begangen" undendlich ihre Colonieinsoweit verlassen, dass ihrer fast keine mehr daselbst übriggeblieben".*) Nach Bender sind die letzten französisch redendenAnsiedler nach Walldorf und Friedrichsdorf gezogen. UnterWalldorf wäre hier Mörfelden-Gundhof zu verstehen, denn sohiess die Colonie damals noch. In Mörfelden findet sichallerdings der Name Conrad D0UI9011; ob damals Waldensernach Friedrichsdorf sich begeben haben, bleibe dahingestellt.Die Waldenser sind mit dem ihnen am 2. Mai 1712 be-willigten Abschiede von ihrer seitherigen Niederlassung weg-gezogen ; sie haben noch ihren Dank für diesen Abschied demLandesfürsten ausgedrückt. Damit lässt sich nach meinerMeinung nicht gut die bei Bender, S. 350, befindliche An-merkung:Nach einem unverbürgten Gerüchte wäre Falsch-münzerei der Grund dieser Auswanderung gewesen", verein-baren. Sie sind allerdings gegangen, wie es in einem Akten-stücke heisst,ohne ihre desseins anzugeben", aber wenn siesich eines Verbrechens schuldig gemacht hätten, wäre dochsicher, da sie Bürger und Unterthanen waren, Bestrafungerfolgt.

Schon bei Gründung der Colonie waren diejenigen, welcheHäuser bauen wollten, mit Darlehen unterstützt worden; dochsollte dieses nur den Bauenden zu gute kommen, nicht auch

*) Bender, S. 350.