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Aktenmäßige Geschichte der Siedelung Neu-Kelsterbach
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Die deutschen Einwohner von Neu-Kelsterbach gehörtenin kirchlicher Beziehung zu Alt-Kelsterbach, wie dies aus demKirchenbuche von Alt-Kelsterbach hervorgeht. Im Jahre 1700war Pfarrer von Alt - Kelsterbach Philipp Georg Wicht, demam 22. December 1704 Pfarrer Schmoll im Amte folgte.

Zwischen ihm und der Waldenser-Gemeinde entbrannteein heftiger Streit. Ein Waldenser war gestorben. Der Art. 18der Privilegien vom 22. April/2. Mai 1699 gewährt kostenloseBeerdigung. Doch Pfarrer Schmoll ordnete an, dass für einenPlatz auf dem Friedhofe, für die Benutzung der Todtenbahreund des Leichentuches 1 U fl. bezahlt werden sollte. Die neueGemeinde hat demnach keinen eigenen Gottesacker gehabt.Das Consistorium, an das er sich rechtfertigend gewendet,entscheidet dahin, dass kein Entgelt zu erheben sei. Die Er-regung, die dieser Streitfall auch unter den Gliedern der Ge-meinde Alt-Kelsterbach hervorgerufen hatte, verschärfte dieVerstimmung, in der sich diese befanden, da die Glieder derneuen Gemeinde mit bedeutenden Vorrechten ausgestattetworden waren. In einer Eingabe vom 20. Mai 1705 suchensich die Neuangesiedelten gegen Angriffe von Seiten ihrer alt-eingesessenen Nachbarn zu schützen. Unterzeichnet haben:

1. C. Charte

2. Doulson 7. D. Biliaud

3. J. Charrier, ancien 8. J. W. Zaun

4. Christoffel Kraft 9. Jaques Pouget

5. Hartmann Reiffer 10. Johann Gerhard

6. Clemens Lobach auf begerenauf begeren der Gemeinde der ganzen Gemeinde.

Bender führt in seinerGeschichte der Waldenser", S. 349als Anmerkung ein Verzeichniss vom Jahre 1705 an, dessenNamen er als die der muthmasslichen Gründer von Neu-Kelsterbach angiebt. Es sind folgende:

Moses Aaron (= Caron), Seidenweber.

Samuel Bedeau (= Bideau), Leineweber.

Gabriel Charier, Zeugweber.

Michael Doulc^on, Seidenweber.

Antoine D'ombre, Posamentirer.