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Aktenmäßige Geschichte der Siedelung Neu-Kelsterbach
Entstehung
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1703 ein Darlehen von 100 fl., der Ziegler Joh. Gerhard erhält50 fl. am 3. September 1704.

Am 22. April 1699 gewährte der Fürst den Bürgern vonNeu-Kelsterbach bedeutende Vorrechte. Bald aber erwiesensich die erbauten Häuser für alle Bewohner der Neustadt zuklein, da viele angelangt waren, die zum Häuserbau nicht dasnöthige Geld mitbrachten. Gelang es ihnen, eine Wohnungzu finden, dann wurden sie als Beisassen gegen eine Ent-richtung von 3 4 fl. Beisassgeld aufgenommen. Am16. August 1703 wird auf eine Eingabe des Moses Caron hingestattet, dass das Innere der erbauten Häuser nach Beliebeneingerichtet werden konnte, um dadurch mehr Wohnungenzu schaffen.

Neben den Franzosen hatten in Kelsterbach auchPietisten"sich eine Freistätte gesucht; sie sollten, sofern sie ein stilles,ehrbares Leben führten, nicht angefochten werden. Im August1703 will ein Prediger aus Usingen, Namens Bonorando, inKelsterbach sich niederlassen. Man bedeutet ihn, dass erzuerst erklären möge, welcher von dendreien im RömischenReiche geduldeten Religionen" er angehöre, ferner,wovoner sich nähren wolle". Die Aufnahme dieses Predigers istdenn auch nicht erfolgt; der Name Bonorando müsste sonst inden Listen der folgenden Jahre zu finden sein.

Besser ergeht es vier anderen: L. Burlet, Pierre Brichardund Jean Didier, denen sich noch ein Deutscher, AugustinRäumer, angeschlossen hatte. Seither hatten diese in Frank-furt Seidenwebereien gehabt, der eine fünf, die andern je dreiWebstühle. Sie wollten ihre Webereien nach Kelsterbachverlegen und zu diesem Zwecke dort bauen. Anstatt derBaumaterialien beansprucht ein jeder diegewöhnlichen"100 fl. und je 2 Eichen zu Stückholz aus dem KelsterbacherGemeindewald. Da die Gesuchstellerfeine und bekannteLeuthe"' sind, wird ihre Aufnahme gegen Sicherheit von 400Thalern bewilligt (1703). Doch da die Namen dieser vierMänner in den Akten weiterhin nicht mehr vorkommen, istanzunehmen, dass die Gewähr von 400 Thalern ihnen zu hocherschien.