Siegel der Zähringer. 591
einmal geschlitzte, mehr wagerecht flatternde Fahne und einen um den Hals an einemRiemen befestigten Schild, auf dem nichts von Verzierungen und dergl. zu bemerken ist.
Stempel 3. An Urk. 1175 (vgl. oben 394 f.) im St.-A. Freiburg i/Ü. und Urkk. 1177(ob.S. 401) und 1185 (ob. S. 414) im St.-A. Zürieh.
Umschrift: + BERHTOLDYS • DEI- GRA' DVX" ET- RECTOR- BVRGVNDIE.
Als Siegelbild Reiter nach links. Pferd mit Satteldecke, gezäumt. Reiter mit (visir-losem) Helm und Ringelpanzer, Kopf im Halbprofil; an einem Riemen um den Hals denam Rande mit kleinen Buckeln (Knöpfen) und zwei Randstreifen verzierten, lang-eiförmigenSchild, in dessen Mitte ein von Verzierungen umgebener Spitzknauf (kein "Wappen)deutlich ist; die rechte Hand trägt die dreizipfelige Fahne.
Oese des Siegelstempels am unteren Siegelrande (BEOCT0R.)— Nachtr.: Ab-bildung des Siegels in Lichtdruck in den Siegelabbildungen zum ZüUB. I. Tfl. I. Vgl.auch die Siegelbeschreibung ibid. und meine Anzeige in der Oberrh. Zs. N. F. VI.
H. B e r t o 1 d V.
Stempel 1. Urk. v. 1187 (ob. S. 427) St.-A. Zürich. Das Siegel archaistischer wie2 und 3 Bertold's IV, abgesehen von der Umschrift:
-f BER[c]HTOL . .. DEI- GRA" DVX' ET- RE .. OR- BVRGVNDIE.
Reiter und Pferd wie vorhin, letzteres ohne Decken, Fahne zweizipfelig. Schildviel kleiner als in 2 und 3 Bertold's IV; mit dem nach links schauenden Adler. DerReiter im Profil.
Abbildung (nach einer Zeichnung) im Fürstenbergischen ÜB. V. Hinzufügung desZeichners ist jedoch das S' vor ber[c]htol[dus]. — Nachtr.: Abbildung in Lichtdrucknach dem Original ZüUB. 1. c. Siehe noch dort die vergleichenden Bemerkungen über dasAdlerwappen und meine Anzeige 1. c.
Stempel 2. Urk. v. 1210 (ob. S. 467) im St.-A. Zürich.
Grell ziegelrothes Wachs: Siegel sehr beschädigt.
Von der Umschrift erkennbar nur [zari] NGIN; sonst erkennbar die Hinterbeinedes Pferdes, Satteldecke und der rechte Arm des Reiters, sowie das Vorhandenseindes Adlers im Schilde und der Fahne. — Nachtr.: Lichtdruckabbildung ZüUB. 1. c.
Die Buchstaben der Umschriften weisen einen fortgesetzten Uebergang von einfachenMajuskeln zur Unciale auf. — Das Siegel Bertold's IV an der Urk. von 1169 hängt anroth und gelben Schnüren, was natürlich nur als eine zufällige Uebereinstimmung mit denFarben der Markgrafen von Baden zu betrachten ist.