Seine Familie. 327
ruhigen Heinrich von Namur und Lützelhurg, dessen Fehde der RegierungKönig Konrad's so viel zu schaffen machte. Wie der Herzog diese seine.Gemahlin kennen gelernt hat, lässt sich nicht bestimmen; möglicherweise istBertold HI, den ja seine Verbindung mit Heinrich V in die niederrheinischenGegenden führte, der Vermittler gewesen, dementia war von den Ihrigenfür den Verzicht auf spätere Erbfolge in Namur und Lützelburg aus dem Erbgutmit zwei Burgen nebst dem dazu gehörigen Gebiet ausgestattet worden, diefür ihre neue Heimath so günstig als möglich gelegen ausgewählt waren undsie verwaltete diesen Besitz, ohne ihn aus den Händen zu geben, wie es ihrezwei Stiefschwestern thaten, die ihrem Schwager, dem Grafen Balduin vonHennegau, dem Erben von Namur und Lützelburg, auch ihr persönlichesErbe abtraten 991 . — Dem Kloster St. Peter blieb sie auch als Wittwe eineGönnerin; schon oben (S. 280) ward erwähnt, wie vor ihr eine noch zuKonrad's Lebzeiten eingeleitete Schenkung zur Ausführung kam und nachden Zeugen zu schliessen war es an dem gleichen Tage, als vor der vonzähringischen Ministerialen umgebenen Herzogswittwe ebenfalls ein zähringi-scher Dienstmann, Kuno von Opfingen, für den Fall, dass er keinen recht-mässigen Sohn mehr erhalte, dem Kloster ein Gut zu Bikkensohl (BA. Alt-breisach) vermachte. Auch zwei Dorsalien hat sie St. Peter geschenkt. —Am 28. Dec. 1158 ist sie, also fast sieben Jahre nach ihrem Gemahl,gestorben " 3 und neben ihm in der Familiengruft zur Ruhe bestattet worden 99S .Der erste Sohn unseres "Wissens, den sie dem Herzog geboren hatte,führte dessen Namen 994 ; dieser junge Konrad wird mit (und zwar vor)seinem Bruder Bertold in einem Vertrage mit St. Peter erwähnt, den nochder 1132 gestorbene Abt Eppo abschloss. Zur Nachfolge im Herzogthumaber sollte er nicht gelangen. Als sein Vater Herzog Konrad 1146 zuWorbim Gericht sass, waren, wie wir gesehen haben, nur seine Söhne Bertold undAdalbert bei ihm und diese beiden erscheinen dort als die zunächst berufenenund handelnden jüngeren Vertreter des zähringischen Hauses. Aber auchschon vorher, 1140 zu Schwenhingen war Bertold mit dem Vater und imApril 1141 war widerum er derjenige Sohn, den Herzog Konrad mit sichauf den Hoftag des Königs nach Strassburg nahm 995 , Konrad war also wohl
991 Vgl. Gisleb. 1. c. Ueber Balduin's Sohn Balduin V, den thatsächlichen Erben, vgl.unten zu 1184.
992 MG-Necrol. I 338, des Tagesdatums wegen dort schon zu 1159 (ich nehme an,dass nicht etwa die späte Redaction des Todtenbuches schon eine Aenderung des Jahres-datums vorgenommen hat). Die Dorsalien ibid.
993 Catal. S. Petri und Thenenbacher Urbar Freib. Diöc-Archiv XIV 85.
994 prineeps cum uxore sua, äomna dementia, et filiis suis Counrado ei Berhtöldo RSP.161. Er ist auch erwähnt Alberic, tresfont. 1. c. u. b. Aegidius Aureavall. MGSS. XXV 108.
936 s. o. S. 297.