Bei allem persönlichen Lobe, das Bertold III sich errungen hat,scheint dieser Herzog nicht haben hindern zu können, dass das Haus derBertolde mehr und mehr in die Art eines kleinen gräflichen Dynasten-geschlechts zurücksank. Da hat die Vorsehung rechtzeitig einen Fürsten be-rufen, der sein Geschlecht unter deutlichen anfänglichen Schwierigkeiten dochwieder aufwärts und bald hoch empor getragen hat. — Konrad ist, wie schonerwähnt wurde, der jüngste der uns bekannten Söhne Bertold's II; er kannnach dem über Bertold III Gesagten erst ein jüngerer Mann gewesen sein,als die Blutthat von Molsheim ihn an die Spitze des Zähringerhauses stellte;ein bald zu besprechender Brief, der ihn erwähnt, lässt ihn sogar sehr jungerscheinen. Das Geburtsjahr zu bestimmen ist auch bei ihm nicht möglich.
So lange Bertold III lebte, der wenn auch kein Herzogthum, so dochTitel, Grafenamt und Vogteienbesitz voraus hatte, war „Herr Konrad" 75 °ein blosser Grundherr. Dies war er, weil eine Ausscheidung von Hausgüternfür ihn thatsächlich geschehen war; denn nur in der allerfrühesten Zeit tretendie Brüder als gemeinschaftliche Geber für St. Peter auf, später sorgt fürdieses nur noch Bertold, selbständig und allein, und es wird sich fernerherausstellen, dass der jüngere, nach Rudolfs frühem Tode einzige Bruderdes Herzogs noch bei dessen Lebzeiten als Eigengut zum mindesten dieGegend zwischen den Dörfern Herdern und Adelhausen-AViehre besessen hat.Wann aber diese Theilung erfolgt ist, wird nicht ganz klar: am 13. September1113 nehmen die Brüder noch eine gemeinsame Schenkung vor 751 , andererseitsmelden die St. Petriner, Bertold (allein) habe ihnen b ald nach dem 27. Decem-ber 1111 in seinem noch frischenEifer für das Kloster den Besitz vergrössert 752 .
750 domnus Counradus RSP. 141. 148. 154. 157. 158. 167. QzSehwGesch III 1, 93.Dass RSP. 156 von den duces Bertold III und Konrad die Rede ist, erklärt sich einfachaus der späten Aufzeichnung dieser gemeinschaftlichen Schenkungen. — Das Datum 1108in der Aufzeichnung RSP. 166 ist unrichtig, denn der 23. März des angegebenen Jahreswar kein Freitag, Konrad damals nicht Vogt von St. Peter, u. s. w. Dagegen stimmen dieAngaben der Urk. für 1128.
751 RSP. 157. Der Eintrag auf S. 158 (ganz oben) fällt inhaltlich sicher nur kurznach dem 30. Sept. 1113, vielleicht gar früher, da die Zeugen (Konrad von Waldkirch,Erkenbold von Kenzingen u. s. w.) alte Genossen Bertold's II sind. Der dazwischenstehende Eintrag S. 157, ganz unten, hat mit dem zähringischen Gut nichts zu thun, vgl.oben Anm. 715 und RSP. 160.
7611 RSP. 140: non post multum temporis.