In einer Geschichte der Herzöge von Zähringen scheint bei erstemHinblicken für den das Mönchsgewand tragenden Sohn Bertold's I, der aufden Bischofsstuhl von Constanz gelangte, keine rechte Stelle zu sein, um soweniger als gerade dieser Bischof Gebhard schon eine ausreichende biogra-phische Behandlung erfahren hat 358 . Indessen ist das persönliche VerhältnissGebhard's zu seinem Bruder Bertold II ein so nahes und wirkt so sehr mit-bestimmend auf des Letzteren Geschicke, verknüpft sich Bertold's politischesWollen und Thun so eng mit der kirchlichen und landesherrlichen Thätigkeitdes Bischofs, dass es, auch wenn er kein Zähringer wäre, nicht anginge dendie deutsche Opposition gegen Heinrich IV führenden Constanzer Prälatenin diesem Buche aus den Augen zu verlieren. Dieselbe Sachlage machtes aber auch unmöglich, beiden Brüdern eine getrennte Darstellung zu widmen.
Bertold II und Gebhard waren Söhne einer Mutter 359 ; wer vonbeiden der jüngere war, hat keine Quelle aufbewahrt. Gebhard's Bio-graphen 860 glauben sein Geburtsjahr über 1050 hinaufrücken zu müssen.
868 Und zwar zwei-(oder dreifach. Zuerst in der werthvollen Arbeit (1865) vonK. Zell, „Gebhard von Zähringen, Bischof von Constanz" im Freiburger DiöcesanarchivI 307 ff., dann durch die Zell vielfach verbessernde und ergänzende sorgsame und kenntniss-reiche Darstellung von K. Henking, Gebhard III, Bischof von Constanz 1084—-1110.(Züricher Dissertation) Stuttgart 1880. Schliesslich musste sich der hier vereinigte Stoffnoch einmal wieder in Regesten aufgelöst finden lassen in den „Regesten der Bischöfe vonConstanz" (cit. Const. Reg.) bearb. v. P. Ladewig, I 67ff.
Die Existenz dieser Bearbeitungen und zumal der Regesten erlaubt, hier für Geb-hard III bei einer leicht ersichtlich unabhängigen Darstellung doch den Quellenapparat,auf dem sie beruht, nicht zu jeder Einzelheit zu citiren. — In Hirsau kannte man im12. Jahrh. eine Vita dieses Gebhard, welche im Hirsauer Buche mit rühmenden "Wortenerwähnt wird (Cod. Hirsaugiensis, Bibl. d. Stuttg. litterar. Ver. I S. 21 = MGSS. XIVS. 263), aber nicht wieder aufgefunden worden ist. Giesebrecht III 4 1071 hält nichtfür unmöglich, dass sie in die Casus monast. Petrishusensis übergegangen ist, so dass sieuns also in diesen doch noch zu Gute käme, worüber dann Henking 1. c. in einem Anhangausführlicher handelt.
869 annuentc .... Gebehardo, eiusdem ducis [Berhtoldi] germano. Rot. SPetrinusS. 137. germani Liber Heremi im Geschichtsfreund I S. 135 f. t
300 Zell S. 311, weil Gebhard schon 1079 von Gregor VH mit zum erzbischöflichenStuhl von Magdeburg empfohlen wurde (s. u. S. 115). Henking S. 10 fügt zwei wenigerbemerkenswerte Gründe hinzu: i. .T. 1107 lehnt Gebhard eine Reise nach Mainz von Con-stanz aus ab (der Brief bei Martene et Durand, Vet. scriptorum et monum. collectio I