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Geschichte der Herzöge von Zähringen
Entstehung
Seite
16
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16 Vorgeschichte.

seine Brüder im Kloster Reichenau gemachten Seelgeräthstiftungen und flichtdabei ein, dass auch Bertold I (so bezeichne ich den Grafen und ersten Herzogaus der zähringischen Familie, also den Sohn Bezelin's) eine Mitstiftung undzwar, wie gesagt, für seinen, Bertold's Grossvater, einen patruus des Nellen-burgers gemacht habe. In diesem avus Bertold's I hat man aber den SohnLandold's und der Nellenburgerin zu sehen ft2 . Nun ist die Frage, an welcheStelle man diesen Grossvater Bertold's I zu stellen hat. Da passt es nun docham besten, in ihm den Vater von Bertold's I Mutter, also den Schwieger-vater Bezelin's zu sehen M . Dann hätte also der Liber Heremi in seiner aus-führlichen Angabe ein Versehen gemacht, nämlich als er erfuhr, dassGrafBertold" von Landold abstamme, an die Stelle des ihm nicht als Grafen,sondern nur als Herzog bekannten Bertold I dessen Vater Bezelin als GrafenBertold gesetzt, hätte aber doch das Generationenverhältniss richtig gewahrt,indem er Landold in der richtigen Entfernung (als ITrgrossvater) von Bertold Ibeliess.

52 Das begründet Gisi 1. c. unter Abfei tigmig der älteren Literatur darüber aus-führlich und setztauch auseinander, weshalb hier patruus im weiteren Sinne zunehmen sei.In der That, wäre es ein Vaterbruder Eberhard's gewesen, so wäre es auffallend, dassdieser ausschliesslich dem Zähringor überlässt, für das Anniversar zu sorgen; jener standeben Eberhard verwandtschaftlich ferner.

63 Das Einfachste wäre die Einsiedler Nachricht in der späteren Fassung völlig hin-zunehmen und mit Gisi zu sagen, der Graf Pirhlelo [der ca. 1005 gestorbene Bertold]war ein Sohn des Landold und der Liutgart. (Denn Gisi's vorsichtigesvermutlilich' 1 gehtnicht darauf, dass er etwa an der directon männlichen Abstammung der Bertolde vonLandold zweifelte, sondern kommt daher, weil ihm diese Bertolde selbst nicht geläufigund nicht recht entwirrbar sind.) Aber dem steht entgegen, dass dann der Name desdirecten Ahnen im männlichen Stamm nie in der Familie wiedergekehrt wäre, vielmehrLandold (Guntram's Sohn nach Gisi) und seine Gemahlin, die Tochter und Verwandtelauter Eberharde, ein Geschlecht von lauter Bertolden hervorgebracht hätten. Und wobliebe der Breisgaugraf Bertold, der Vorgänger des ca. 1005 gestorbenen Bertold? Undnoch eines: Bertold I würde dann durch die Schenkung eines einzigen mansus (vgl. auchnoch unten Anm. 60) an Reichenau für das Seelgedächtniss eines väterlichen Ahnen seinesHauses doch etwas zu kläglich gesorgt haben.

"Weniger glatt ist die hier gegebene Deutung. Auch die Nachfolge Bertolds (f ca.1005) im Thurgau wäre leichter erklärt, wenn Landold sein Vater gewesen wäre. Abergenügt es nicht, neben dem steten Wohlwollen der Kaiser zur Erklärung der Thurgau-nachfolge nebenbei an alte Beziehungen zu Landold und den Seinen zu denken, die erstin jüngeren Generationen auch zu einer Familienverbindung führten ?

Eine Möglichkeit wäre noch (bei Verwerfung der Ausführungen Gisi's und Deu-tung des avus der Einsiedler in: Stiefgrossvater eines Grafen Bertold): Graf Bertold f ca.1005, dessen Gemahlin Berta von Büren ihm seinen Sohn Bezelin gab, wäre in andererEhe mit einer Tochter Landold's und der Nellenburgerin vermählt gewesen und deshalbhätte Bertold I sich für ihn den Nellenburgischen Stiftungen angeschlossen. Aber wiefadenscheinig ist ein solcher Zusammenhang! Und was wird aus dem patruus?!