§ 84. Landesgesetzgebung. 975
die Landrechte von Montjoie 5a (1516), Jülich 513 (1537), des Alten Landes 50(1517), Kedingen 5d , Hadeln 5e (1583), das Wurster 5 ' Landrecht (1611), dasBremische Ritterrecht 5 e (1577), die Neumünsterschen Kirchspiels- undBordeshohner Amtsgebräuche 6 . Im übrigen heben wir hervor: die b airischeLandrechtsreformation von 1518 und das Landrecht von 1616 8a , beide nochan den Grundlagen des Landrechts von 1346 festhaltend; die gut deutschenTiroler Landesordnungen von 1526, 1532 und 1573 7 ; das Solraser Land-recht (Gerichts- und Landordnung der Grafschaft Solms), 1571 von demFrankfurter Syndikus Fichard verfaßt, Gesetz- und amtliches Lehrbuchzugleich, wegen seiner Tüchtigkeit auch in vielen anderen fränkischen Ge-bieten als Gesetz angenommen 8 ; das Württemberger Landrecht von 1555(revidiert 1567, zuletzt 1610), hauptsächlich von dem Tübinger ProfessorSichard, dem Herausgeber verschiedener Volksrechte, verfaßt, aber durch-aus romanisierend, das deutsche Recht nur wenig berücksichtigend, übrigensvielfach bei anderen Landrechten, z. B. dem Kurpfälzer von 1582—1610,als Vorlage benutzt 9 ; die ausführliche badische Landesordnung und die ausdem würtembergischen und pfälzischen Recht geschöpften Landrechte vonBaden-Baden (1588, aber erst 1805 gedruckt) und Baden-Durlach 10 (1622gedruckt, kriegshalber erst 1654 publiziert); die Landgerichtsordnung desHerzogtums Franken (Würzburger Landrecht) von 1570 (revidiert 1580und 1618); die kurkölnische Reformation (1538) und das Landrecht(Rechtsordnung) von 1663, samt Erläuterungen von 1767; das Landrechtvon Jülich-Berg (1555—64), überwiegend römisch; das ostfriesischeLandrecht von 1515, das dithmarsische von 1567; das Landrecht desHerzogtums (Königreichs) Preußen von 1620, revidiert 1648 und 1721(dazu das preußische Seerecht von 1727); die brandenburgische Erbrechts-konstitution Joachims I (sog. Joachimica) von 1527 11 ; die erneuerten
6a Niederrhein. Annalen 6 (1859) 19ff. Es hängt mit dem Jülicher LR. von1537 zusammen.
6t > Areh. f. G. d. Niederrheins 1 (1832) lllff.
60 Arch. f. G. d. Hzgt. Bremen u. Stade 9 (1882) 106ff.
6a Pufendorf Observationes 1, Appendix Nr. 5.
5e Ebd. 1, Nr. I. <s f E bd. 1, Nr. 2 (vgl. S. 973 2 ). 5 « Ebd. 4, Nr. 1.
6 Herausg. v. Seestern-Pauly 1824.
6a Vgl. Sittler Vonnundsehaftsreeht in d. Gesetzgebung Maximilian I,Erlang. Diss. 1916.
' Zu behaupten vermochte sich das rein deutsche Recht in Tirol gleichwohlnicht. Vgl. Luschin Ost, RG. 353f. 382ff. Für Kärnten vgl. v. Luschin Amp-fingers Bericht über d. gerichtl. Verf. in Kärnten 1544 (Carinthia 1913), der einwertvoller Beitrag ist zur Kenntnis der älteren, bis 1577 geltenden LandesordnungKärntens. Die Kärntner Landhandfeste ist von 1610.
8 Vgl. Fuchs Zur G. der Sohnser Gerichts- und Landordnung, ZRG. 8, 270ff.A.B. Schmidt (S. 972) 72ff. Stintzing G. d. RW. 1, 586ff.
8 Vgl. Stintzing G. d. RW. 1, 543ff.
10 Vgl. Stobbe 2, 392f. Lenel Bad. R.-Venv. 28f. Windelband (S. 927)H8f. Carlebach Bad. RG. 2, 19. 23ff. Ältere Landesordnungen ebd. 1, 71ff.Vgl. Heydemann Elemente der Joachimisehen Konstitution 1841.