972 Neuzeit bis zur Auflösung des Reiches.
des fremden Rechts überwunden wurde. Sie hat das deutsche Recht zweiJahrhunderte hindurch beherrscht 17 .
§ 84. Die Landesgesetzgebung.
Vgl. §66. Eichhorn RG. §§560. 618; Priv.-R. §§15-17. v. GicrkePriv.-R. 1, 66ff. Stobbe Rqu. 2, 206ff. 237ff. 256-78. 336-413. 443-63. 476ff.Stintzing u. Landsberg G. d. RW. 1, 537ff. 561 ff. 3, 214ff. Fehr RG. 269ffHärtung VG. 37ff. v. Schwerin RG. 2 32f. Siegel RG. B 141 f. KleinfeilerDeutsche Partik.-Gesetzg. über Zivilprozeß (Münch. Festg. f. Planck 1887). v. Lu-schin Ost. Reichsg. 345ff. 374ff. Motloch Ost. St.-WB. 2 1907 unter: Landes-Ordnungen u. Landhandfesten der österr. Ländergruppe, v. Chorinsky D. Er-forschung d. österr. RQ. d. 16. u. 17. Jh. 1895. Maurenbrecher Rheinpr. Land-recht, 2 Bde. 1830—31. A. B. Schmidt Geschieht!. Grundlagen d. bürg. R. ünGroßherz. Hessen, Gieß. Progr. 1893. Carlebach Bad. RG. 71ff. J. Chr. Schwartz(§ 66). Berner Strafgesetzgebung in Deutschi, von 1751 bis zur Gegenwart 1S67.Wegen Landtagsakten s. § 78 4 '.
Die Rezeption der fremden Rechte und die Ausbildung der Landes-hoheit zu einer wahren Staatsgewalt gab im 16. Jh. den Anlaß zu eineraußerordentlich lebhaften Landesgesetzgebung, die überall, wo die Eeichs-gesetzgebung keine absoluten Bestimmungen traf, den Vortritt vor dieserhatte 1 . Es handelte sich hauptsächlich darum, den bei der Rechtspflegebeteiligten Laien gewissermaßen durch amtliche Lehrbücher die unentbehr-lichen Kenntnisse zu übermitteln, andererseits aber auch das einheimischeRecht vor Übergriffen der gelehrten Juristen zu schützen. Denn sie berück-sichtigten vielfach nur das geschriebene Recht, das Gewohnheitsrecht 1 "dagegen nur, wenn es von der sich darauf berufenden Partei nachgewiesenwurde. Dazu kam, daß die Rechtsanschauungen unter dem Einfluß derRezeption vielfach andere geworden waren und eine Revision der bestehendenOrdnungen verlangten. Ferner waren die zahllosen Kontroversen unter denRechtsgelehrten nur im Weg der Gesetzgebung abzuschneiden. Der neuaufgekommene Begriff der Polizei lb hatte ein bis dahin unbekanntes Gebietstaatlicher und gesetzgeberischer Fürsorge aufgeschlossen. Während es in
17 Vgl. Kohler Aus d. G. d. Carolina (Die Ortenau 3, 87ff.) 1912. Hellinger
D. Carolina in Gengenbach (ArchStrafr. 59, 78ff. 389ff.) 1912. Holz Geltungd. Carolina in Brandenburg (ArchStrafr. 54, 268ff.) 1907. Nagler Geltung derCarolina in Basel (Fschr. d. Univ. Basel) 1910. Sie wurde in Basel zuerst ignoriert,dann 1581 erstmals angeführt, im 18. Jh. als geltendes Recht bezeichnet. Über denEinfluß der Reichspolizeiordnungen auf das Basler Recht vgl. Segall (n. 4a) 107ff.A. Maier Geltimg d. CCC. in der heutigen Schweiz (Gmür. Abh. 42) 1911. Überdie Einführung der CCC. in Polen vgl. Dargun, ZRG. 23, 168ff. - Vgl. fernerBinding Normen4,127ff. Nagler Strafe 1, 203ff. v. Liszt Lehrb. d. Strafr. 23 40ff.
I Vgl. S. 969. Eichhorn 4, 292ff. Pfeffinger Vitriarius illustratus 3, 1149.
II Vgl. § 66 n. 10.
lb Vgl. § 77 n. 1, ferner Wolzendorff, Polizeigedanke d. modernen Staates1918. Funk Begriff d. Polizei im vorigen Jh. (Z. Ges. Staatsw. 19, 489; 20, 320).
E. Loening im HWB. Staatsw. 8 6, 1058ff.