944 Neuzeit bis zur Auflösung des Eeiehes.
Recht über Krieg und Frieden zukam. Hatte das Reich ihnen solche Rechtegewährt, so wollten sie sich diese durch ihre eigenen Stände nicht ver-kümmern lassen. Die Erträge der Kammergüter und der mit kriegführendenStaaten abgeschlossenen Subsidienverträge genügten nicht für die Be-dürfnisse der vielfach nach Versailler Muster eingerichteten Hofhaltungen,die Gesandtschaftskosten und den Sold für die Truppen. Landessteuernwaren unentbehrlich, und es erschien nicht gerechtfertigt, wenn diese vor-wiegend von solchen bewilligt werden mußten, die für ihre Person nichtsbezahlten und jede Steuerbewilligung nur benutzten, um neue Freiheitenfür sich herauszuschlagen.
6. Das Heerwesen 58 beruhte fast ausschließlich auf dem Söldner-system. Man unterschied die Reisigen (zu Roß) und die Knechte (Fuß-oder Landsknechte). Bei der Reiterei sollte sich unter je zehn oder zwanzigPferden ein regelmäßig ausgerüsteter Kürisser befinden. Als Regel wurdebetrachtet, daß immer einige adeliche Junker mit einer gewissen Zahl vonihnen geworbener Reisigen, für die sie den Sold mitempfingen, in den Diensttraten; unter keinem Junker stehende herrenlose Einspännige sollten nurausnahmsweise angeworben werden. Durch diese Anknüpfung an das Ritter-tum wurde der Reiterei ein mehr aristokratischer und landschaftlicherCharakter gewahrt, während sich die Landsknechte aus aller Herren Ländern
58 Vgl. § 75. Dahlmann-Waitz 8 Nr. 2446ff. 8854. 10308ff. - ArnoldAnf. d. preuß. Militärkabinetts 1910 (Fschr. Zeumer 169ff.). Barthold G. d.Kriegsverf. 2 2 , 142ff. Beck Bayerns Heerwesen u. Mobilmachung im 15. Jh. 1912(ArchZ. 18, lff.). v. Bonin Heeresrecht 1912; D. kurbr. Kriegsrat 1630-41 (Forsch.br.-pr. G. 25). R. de l'Homme de Courbiere G. d. brandenb.-pr. Heeresverf.1852. v. Crousaz Org. d. br.-pr. Heeres 2 1873. Eppenstein Beitr. z. G. d.auswärt. Kriegsdienstes d. Deutschen 16. Jh. 1920 (Forsch, br.-pr. G. 32). FehrKG. 248ff. Erich Hampe Reiterdienst der Bürger von Croppenstedt u. d. In-stitut der Reithufen, Heidelb. phil. Diss. 1917. Harms Landmiliz u. steh. Heerin Kurmainz 18. Jh. 1909. J. Hofmann Die kursächs. Armee 1769 bis z. hair.Erbfolgekrieg 1914. Kaphahn Z. kursächs. Heerw. 17. u. 18. Jh. (Z. Thür.-Sächs. G.1914). M. Lehmann Scharnhorst 1886f. Lorentzen D. schwed. Armee im 30j.Kriege 1894. Marschall v. Bieberstein Verantwortlichkeit u. Gegenzeichnungbei Anordnungen d. obersten Kriegsherrn 1911, 125ff. J. J. Moser Landeshoh.in Militärsachen 1773. Naumann Kursächs. Defensionswerk 1613—1709, 1917.Neil Landsknechte 1914. v. d. Osten-Sacken Preußens Heer 1, 1911. PätelOrg. d. hess. Heeres unter Philipp d. Gr. 1897. Schädrich D. Generalfeldkriegs-kommissariat im Schles. 1741, 1913. A. B. Schmidt (§61 n. 12). Schmitt-Dorotiö Diktatur 1921. Schmoller Umrisse u. Forsch. 247ff. F. v. SchrötterBr.-pr. Heeresverf. unter d. Gr. Kurf. 1892. R. v. Schrötter Ergänzung d. pr.Heeres (Forsch, br.-pr. G. 23); Preuß. Offizierkorps (ebd. 26). v. StaudingerG. d. bayr. Heeres 1901 ff. Steinwenter Die Wehrmaßnahmen des steir. Land-tags gegen Türken u. Hajducken 1605 (Z. Steierm. 16) 1918. Themius Anf. d.steh. H. in Kursaehsen 1912. Thiel Z. G. d. inneröst. Kriegsverw. im 16. Jh. (Z.Steierm. 12) 1914. Urkundl. Beitr. z. G. d. pr. H. 2, 1: Anf. d. alten Armee, hg.Jany 1901. Werunsky Ost. RG. 154ff. Wintterlin (S. 929) 1, 44f. WohlersStaatsrechtl. Stellung d. Generalstabes in Pr. u. im Deutschen R, 1921. v. WredeG. d. k. u. k. Wehrmacht 1898-1905.