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Vaters gefährdet, so konnte diesem auf Veranlassung der Sippe oder desEichters die väterliche Gewalt entzogen werden 190 .
Eine Ehelichkeitserklärung unehelicher Kinder war dem Mittel-alter zunächst unbekannt. Die Legitimation durch nachfolgende Ehe kannteman nur als Annahme an Kindesstatt, indem die Vorkinder von ihremVater bei der Eheschließung unter den Mantel oder Gürtel genommenwurden (Mantelländer) 191 . Erst gegen Ende des Mittelalters fanden dierömisch-kanonischen Begriffe der legitimatio per subsequens matrimoniumauch in Deutschland Eingang 193 . Die seit dem 14. Jh. erwähnte Ehelichungdurch königlichen oder landesherrlichen Erlaß sollte wohl nur die Kecht-losigkeit beseitigen 193 . Denn im Gegensatz zu der älteren Auffassung (S. 334)■ galten im Mittelalter uneheliche Kinder, mit Einschluß der Kebskinder,als rechtlos und konnten daher weder eine Vormundschaft bekleiden, nocheinen Vormund haben, hatten auch ün allgemeinen kein gesetzliches Erb-recht, weder aktiv, noch passiv; nach sächsischem Kecht nicht einmalgegen die Mutter, gegen ihren Erzeuger aber einen gewissen Anspruch aufUnterhalt 194 .
Auf dem Gebiete des Vormundschaftsrechts 195 hatte die Ge-schlechtsvormundschaft, abgesehen vom friesischen Eecht, die größte Ver-
190 Vgl. Kl. Kaiserr. 2, 5. Schröder Ehel. GR. 2, 1 S. 186 n. 64. 2 S. 140.3 S. 159. Auch die Ehefrau konnte in ähnlichen Fällen Aufhebung der Güter-gemeinschaft verlangen. Vgl. ebd. 2, 1 S. 149. Loersch-Schröder-PerelsNr. 208. 342.
191 Vgl. Dreyer Nebenstunden 290ff. Kogler, ZRG. 38, 157ff. 40, 316.Fockema Andreae Oudn. Burg. R. 2, 210ff. Grimm RA. 4 1, 219f.
192 Vgl. Kogler Legitimatio per subs. matr., ZRG. 38, 94-171. DreyerNebenstunden 257-318. Stobbe4 3 , 440f. 443. Huber 480. Loersch-Schröder-Perels Nr. 331.
193 Vgl. Loersch-Schröder-Perels Nr. 183. 279. Kraut 6 §186 Nr. 7f.Böhmer Acta imp. Nr. 730f. v. d. Bergh Oorkondenb. 1 Nr. 395 (1243). Stobbe4 3 , 442. 447. Kogler Legitimatio per rescr. principis 1904 (vgl. Rehme, ZRG.39, 345). Fockema Andreae Oudn. Burg. R. 2, 212ff. Über Legitimation durchden Papst vgl. Baethgen, Der Anspruch des Papsttums auf das Reichsvikariat,ZRG. Kan. 10 (1920), 191 ff.
194 Vgl. S. 504f. Bückling Rechtsstellung der unehel. Kinder im MA. 1920(v. Gierke U. 129). K. Meyer, Jahrb. f. Schweiz. Gesch. 45 (1920), 16f. BuddeRechtlosigkeit 48f. Stobbe 4 3 , 403. 410f. Brunner Unehel. Vaterschaft,ZRG. 30, 26 f. 29. 32. Mildere Auffassungen kamen noch vor, namentlich zugunstenanerkannter Bastarde des Herrenstandes. Vgl. Brunner a. a. 0. 21f. FickerErbenf. 3, 386 ff. 5, 34.
195 Vgl. S. 353ff. 775. Brunner-Heymann '231ff. Fockema Andreae 2,221ff.; Bijdr. 1, 3-62. Eichhorn §§353. 372. Huber (S. 775) 510ff. Hübner 3595ff. v. Schwerin RG. 2 140ff. Priv.-R. 289ff. Walter RG. §§ 513-16. ZöpflRG. 3 § 93. Kraut Vormundschaft 1, 132ff. 186ff. 286ff. 393ff. 2, 3ff. 191ff.266ff.; Grundriß 6 §§162. 191-95a. Heusler 2, 498ff. 511ff. Fehr (n. 130)167ff. Stobbe 4 §§ 263-68. 274-76. Rive G. d. d. Vormundschaft (1866-75)2, 1 S. 13ff. 69ff. 167ff. 2, S. lff. 73ff. 174ff. v. Amira, Krit. Vjschr. 17, 421 ff.Agricola Gewere zu rechter Vormundschaft 77ff. v. Martitz Ehel. Güterrecht83ff. Planck Gerichtsverfahren 1, 177ff. Winkler (S. 353 283 ) 54ff. TeltingS. 775), Themis 32 (1871) Stück 4. Göschen 244ff. v. Gosen lOlff. H. Schuke