786 Mittelalter.
doch durch drei Tage 47 . Bei der Leihe wurde die Gewere des Leihendenauf den Beliehenen ursprünglich nicht schon durch die Investitur, sondernerst durch die Besitzeinweisung (beitisunge) übertragen 48 . Die dem Be-sitzer einer Sache gerichtlich „verteilte" Gewere ging kraft Urteils un-mittelbar auf seinen Gegner, dem sie zuerkannt worden war, über 49 .
Die Eigentumsübertragung an Grundstücken geschah im wesent-lichen noch in den alten Formen 50 . Königliche Übertragungen erfolgtenin der Kegel durch Privileg (praeceptum regis), während sich die Fürstenbald der gleichen, bald der volksrechtlichen Form bedienten 51 . Die letz-tere bestand nach wie vor aus zwei untrennbar verbundenen Akten, derunter Übergabe eines Handschuhes vollzogenen Einigung (Säle, Gabe, Auf-gäbe, Verreichung, Aufreichung, Begabung, donatio, traditio) 52 und der Auf-
" Vgl. S. 314. 368. 435f. Heusler 2, 36f. Im Leben wurden diese Fristenvielfach nicht beobachtet.
18 Vgl. Homeyer Syst. d. Lehnrechts 395ff. Huber Gewere 37f. NachAlbrecht Gewere 284ff., gab die Investitur schon die Gewere, aber erst die spätereRechteentwicklung gestattete dem Beliehenen unter Umständen, sich selbst inBesitz zu setzen.
48 Die Verteilung war an die Stelle der prozessualischen Auflassung (S. 310)getreten. Vgl. Heusler 2, 37.
B0 Vgl. S. 303ff. Außer der n. 7, § 35 n. 39, § 59 n. 15 und S. 673ff. an-geführten Literatur vgl. Albrecht Gewere 63ff. Fockema Andreae Oudn.Burg. R. 1, 189ff. K. Beyerle Salmannenrecht (n. 7) 89ff. 119ff.; Grundherr-schaft zu Arbon (S. 675) 61ff.; Konstanzer Häuserbuch (n. 7) 2, 25ff. 50ff. Bi-schoff Olmütz. Statuten 36ff. Böckel Grundstückübereignung in Sachs.-Weimar1911 (Gierke U. 109; vgl. Rehme, ZRG. 46, 592). Buelowius Utrum ad do-minium rerum immobilium transferendum resignatione solemni in iudicio opusfuerit, Königsb. Diss. 1870. Escher Z. Gesch. d. zürcherischen Fertigungsrechts1907 (JbSchweizG. 32; vgl. Stutz, ZRG. 41, 572). J. v. Gierke, Deichrecht 2,119ff. O. v. Gierke Priv.-R. 2, 266ff. Görlitz D. Übertragung Hegenden Gutesin Breslau 1906 (Beyerle Beitr. I 2; vgl. Stutz, ZRG. 41, 585). Göschen Gosl.Stat. 183ff. Heusler Inst. 1, 73ff. Huber G. d. Schweiz. Priv.-R. 701 ff.; Gewere33ff. Isler Thurgauisches FertigungsR., Bern. Diss. 1901. Kohler Z. fränk. K.d. 15. Jh. 1911 (Fschr. Martitz). Laband Vermögensr. Kl. 235ff. 292ff.; KritVjschr. 15, 403ff. Loening (S. 677 unter Lübeck). E. Mayer Einkleidung(S. 303). Meerwein D. gerichtl. Fertigg. im Basler StR., Basel. Diss. 1903.F.E.Meyer Z. Gesch. d. Immobiliarrechts d. deutschen Schweiz im 13.—15. Jh.(Gierke ü. 131). 1921. Napiersky Erbebücher der Stadt Riga 1888 Einl. 7ff.44ff. 57ff. Peyer G. d. Fertigg. in Schaffhausen 1897. Redlich Privaturk. d.MA. 1911 S. 173. Rehme Über das älteste bremische Grundbuch u. seine Stel-lung im Liegenschaftsrechte 1908. Rössler Altprager Stadtr. pg. 61. v. Schwerin 279. Sohm Fränk. R. u. röm. R. 34-60. Tangl Urkunde u. Symbol 1910 (Fschr.Brunner 761ff). Thal Fertigg. in St. Gallen 1897. Wißmann Förmlichkeitenbei Landübertragungen in England während anglonorm. Zeit 1911 (Arch. UrkF. 3,251ff.). L. Cabral de Moncada, A 'traditio' e a transfereencia da propriedadeimobiliäria no direito portugues (seoulos XII—XV), Coimbra 1921.
51 Vgl. S. 310. MG. Dipl. reg. Otto II Nr. 280 (982). Sohm (n. 50) 52f.Stobbe Auflassung 170. Die Überreichung des Handschuhes wird auch bei könig-lichen Landübertragungen erwähnt.
52 Lehrreich eine kölnische Urkunde von 1159 und eine niedersächsische von1256 (Loersoh-Schröder-Perels Nr. 100, 130). In beiden schließt sich an den