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Lehrbuch der deutschen Rechtsgeschichte
Entstehung
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782
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782 Mittelalter.

Pfändungen vollzogen 29 . Im übrigen war der Bodmereivertrag bei See-schiffen der einzige schon dem Mittelalter bekannte Fall der Verpfändungeiner beweglichen Sache ohne Besitzübertragung 30 . Die seit Ende des12. Jh. vorkommenden Verpfändungen eines ganzen Vermögens, die frei-lich nicht selten bloß auf juristischer Phrase beruhen mochten habenerst gegen Ende unserer Periode unter dem Einfluß des römischen RechtsWirkung gegen Dritte erlangt 31 ; vorher können sie nur die Bedeutungeiner Pfändungsklausel, durch die der Gläubiger zu privater Pfändungermächtigt wurde, gehabt haben, sowie die einer freiwilligen Verstrickungdes Vermögens, indem der Schuldner sich verpflichtete, zum Nachteildes Gläubigers nicht darüber zu verfügen. Außer der durch Pfändungs-klausel 31a begründeten Konventionalpfändung und der gerichtlichen Pfän-dung gab es ein Privatpfändungsrecht des Zinsherrn gegen den Zinsmann(zuweilen auch ein solches des Rentengläubigers) und des Grundbesitzersgegen schädigende Menschen und Tiere 31b , ferner ein Pfändungsrecht inNotfällen, wo richterliche Hilfe entweder unerreichbar oder (wie bei Spiel-schulden und Verpflichtungen von Ehefrauen, die der Mann nicht ge-nehmigt hatte) gesetzlich versagt war 32 .

Das Recht der Gewere 33 bezog sich in erster Reihe auf unbeweglicheSachen und solche Gerechtigkeiten, die als unkörperliche unbewegliche

29 Vgl. Loersch-Schröder-Perels Nr. 218. Fabricius a.a.O. 271 f.Hamb. StR. v. 1270 1, 13. Pauli Zustände 3, 116ff. A. Goldmann, Judenbuchder ScheffStrasse zu Wien (13891420) 1908.

30 Vgl. Schröder, bei Endemann HB. d. HR. 4, 1 S. 245f. Loersch-Sehröder-Perels Nr. 271. Pauli Zustände 3, 94ff. 166. 169ff. GoldsohmidtUniversal-G. 34öff. Pappenheim, ZHR. 40, 378ff.; Seerecht 2, 129. RchmeGesch. Entwicklung d. Haftung des Reeders 1891 S. 74ff.; G. d. HR. 177.

31 Vgl. Meyer Neuere Satzung (n. 27) 12ff. 112. 117f. Planitz (n. 18)274ff. Puntschart, KritVjschr. 48, 52ff. Loersch-Schröder-Perels Nr. 334.160. 182. 200. Fabricius 81 Nr. 121. 105 Nr. 548.

31 * Vgl. G. Kisch, Pfändungsklausel. ZRG. 48 (1914) 41ff.3l b Planitz (n. 18) 349ff. A. Schultze, ZRG. 46, 622.

32 Vgl. Meibom a. a. O. 190ff. Wilda, ZDR. 1, 167ff. Nägeli Das german.Selbstpfändungsrecht 1876. Samuelsohn Wirkungen der Privatpfändung 1878.Kraut § 107. Stobbe Priv.-R. 1 § 70. Heusler 2, 205ff. Löning Vertrags-bruch 231ff. Planck Gerichtsverfahren 2, 340f. Planitz (n. 18) 291ff. Loersch-Schröder-Perels Nr. 139. 192. 235. 251. 292. 309. 310. Privatpfändung wegenRechtsverweigerung: Höhlbaum, Hans. ÜB. 1, Nr. 23. 56. Pfändung durch denPfantner beim Spiel: Schuster Spiel 59. Planitz 342ff. Pfändung von Ehe-frauen: Schröder G. d. ehel. Güterr. 2, 3 S. 278. Über Pfändungspfandrecht:Heusler 2, 129. 206. Planitz 589ff. 614ff. Kohler Pfandr. Forsch. 22f. örtelEntwickl. u. Bedeutung des Grundsatzes anteiliger Gläubigerbefriedigung 1901S. 44ff. Mit Unrecht wird die pfandrechtliche Natur in Abrede gestellt von Mei-bom a. a. 0. 135f. 177.

33 Vgl. S. 301. Heusler (n. 7); Inst. 2, 20ff. Hübner 3 162ff. 353ff.v. Schwerin PrivR. 96ff. RG. 2 71 ff. Lab and Vermögensr. Klagen 158 ff.;KritVjschr. 15, 378ff. Stobbe Priv.-R. 2 §§ 72-74 (3. Aufl. §§ 85-87). Al-brecht(n. 7). Bruns(n. 7) 306ff. Homeyer Sachsenspiegel 2, 2 S. 402ff. Gaupp,ZDR. 1, 86ff. Brackenhöft ebd. 3, lff. 5, 133ff. Delbrück ebd. 14, 207ff.;