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Lehrbuch der deutschen Rechtsgeschichte
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763
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§ 59. Urkunden. 763

Vögten oder dem Übergang einer Hofgenossenschaft an eine andere Herr-schaft. Nicht selten wurden solche Ehizelauskünfte dauernd in das Weis-tum aufgenommen.

§ 59. Die Urkunden.

Vgl. S. 287ff. 531ff. Bresslau Handbuch der Urkundenlehre I 2 II 1-191215. Erben, Schmitz-Kallenberg u. Redlich Urkundenlehre I 1907(vgl. Stengel ZRG. 42, 414) III 1911. Steinacker 1906 (in Meisters Grundr.d. GesehW. I). v. Amira Nordgerm. Obligationenrecht 1, 298ff. 2, 337ff. GmürBauernmarken u. Holzurkunden 1917 (AbhSchweizR. 77). Baumann i. d. Qu. d.Schweiz. G. 3, 1 S. 174ff. R. Behrend Z. Lehre v. d. Quittung, Berl. Diss. 1896,Brunner Grundzüge 6 130ff. v. Buchwald Bischofs- und Fürstenurkunden des12. 13. Jh. 1882. Ficker Beitr. zur Urkundenlehre, 2 Bde 187778. Gold-schmidt Universal-G. des Handelsrechts 383ff. Lindner Urkundenwesen Karls IVund seiner Nachfolger 1882. Luntz Entw. d. Wiener Privaturk. 1915; Beitr. z. G.d. Wiener Ratsurk. 1916. Meli Steirische Privaturkunde 1911 (Forsch, z. VerfG.Steierm. 8). Planck Gerichtsverfahren 2, 193ff. Posse Lehre von den Privat-urkunden 1887. Redlich, MJÖG. Erg. 6, 14ff.; Siegelurk. u. Notariatsurk. i. d.südöstl. Alpenl. (Carinthia 1913). Rintelen Entwicklung d. Handelsregisters 1914(vgl. Rehme ZRG. 49, 579. Schneider Einl. z. Regestum Volladerranum 1907(vgl. Stengel ebd. 42, 416). Schulte, ÜB. der Stadt Straßburg 3. (1884), Einl.Seeliger Urkunden u. Siegel in Nachbildungen f. d. akad. Gebrauch 1914. StengelImmunitätsurkunden v. 10.12. Jh., Berl. Diss. 1902. Voltelini Südtiroler No-tariatsimbreviaturen, Acta Tirolensia 2. 1899, Einl. Wopfner Z. Gesch. d. tirolerVerfachbuches 1904 (Beitr. z. RG. Tirols 71 ff.).

Die Unanfechtbarkeit der Königsurkunden blieb das ganze Mittel-alter hindurch bestehen. Aber während in der Merowingerzeit der Schwer-punkt ihrer Beweiskraft in der Namensunterschrift des Königs beruhteund das Siegel nur als Erkennungszeichen diente, erlangte seit den Karo-lingern das Siegel nebst dem Rekognitionsvermerk des Kanzlers immergrößere Bedeutung und wurde, indem die königliche Unterschrift zu einembloßen Monogramm einschrumpfte und seit dem 12. Jh. überhaupt inWegfall kam, zum eigentlichen Beglaubigungsmittel. Die Quellen sprechenseitdem regelmäßig vonBrief und Siegel". Die für dauernde Dispositionenbestimmten Diplome (seit der staufischen Zeit gewöhnlich Privilegien ge-nannt) wurden seit Konrad III mit dem hängenden Kanzleisiegel (Hof-gerichtsurkunden seit 1235 mit einem eigenen Hofgerichtssiegel versehen;bei den bloß zu vorübergehenden Verwaltungsakten dienenden und nichtzu Beweismitteln bestimmten königlichenMandaten" oderPatenten"fand das Siegel erst seit dem 14. Jh. Eingang, indem es üblich wurde, siemit einem Siegel zu verschließen (lüterae clausae) oder ihnen ein Siegelbeizudrucken (lüterae apertae, l. patentes). Ein wichtiger Unterschiedzwischen der Königsurkunde und der Privaturkunde, die Zeugenlosigkeitder ersteren und Zeugenbedürftigkeit der letzteren, trat seit Heinrich IVmehr und mehr in den Hintergrund, da man die Intervenienten, auf derenFürbitte die einzelne Königsurkunde ausgestellt wurde, nicht mehr an dieSpitze des Textes, sondern als Zeugen am Schluß der Urkunden aufzuführen