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Lehrbuch der deutschen Rechtsgeschichte
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758
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758 Mittelalter.

dem 11. Jh. 8 . Dem St. Maximiner Dienstrecht von 1135 ging ein Hof-und Dienstrecht von 1056 vorauf 9 . Das Kölner Dienstrecht 10 in seinerältesten Gestalt rührt wohl aus den Jahren 115476 her, die deutscheBearbeitung aus der Mitte des 13. Jh.; eine Ergänzung bietet eine lateinischeAufzeichnung über den Kölner Hofdienst aus der ersten Hälfte des 12. Jh.Das Bischofs- und Dienstmaimenrecht von Basel wurde bereits bei denStadtrechten erwähnt".

Das Lehnrecht bildete in den Rechtsbüchern und einzelnen Land-rechten (z. B. bairisches Landrecht von 1346 Tit. 16) den Gegenstandgesonderter Darstellung und wurde zum Teil auch durch besondere Gesetzegeregelt. Namentlich geschah dies in den est- und livländischenLehn- oder Ritterrechten des 14. und 15. Jh. 12 Von der größten Be-deutung wurde aber für ganz Deutschland das in dem letzten Drittel des12. Jh. zu Bologna entstandene lombardische Lehnrechtsbuch, die LibriFeudorum (so seit dem 13. und 14. Jh., in den Handschriften meistensConsuetudines jeuäorum) 13 .

Die Libri Feudorum sind eine allmählich entstandene private Kom-pilation verschiedenartiger italienischer Lehnrechts quellen, deren Mittel-punkt die Lehnsgesetze Konrads II, Lothars III und Friedrichs I bilden.Durch die Aufnahme des Lehnsgesetzes von 1037 in das Papienser Rechts-buch und die systematische Lombarda 14 wurde die Rechtsschule zu Paviaveranlaßt, auch dieses Gesetz in den Kreis ihrer Arbeiten zu ziehen.Daraus erklären sich Tit. J8 des ersten Buches, die Capitula Ugonis ls

8 v.Fürth Ministerialen 509. Altmann-Bernheim 4 Nr.77.

9 Beide in Beyers ÜB. d. mittelrh. Territorien 1, 401. 538 und danachGrimm Weistümer 4, 73843, wo die Echtheit mit Unrecht angezweifelt ist.

10 Frensdorff Das R. der Dienstmannen von Köln 1883 (Mitt. a. d. Stadt-archiv v. Köln I 2). Altmann-Bernheim 4 Nr. 83.

11 Weitere Dienstrechte bei Fürth Ministerialen 523ff. Vgl. Kraut Grund-riß 6 §9. Frensdorff a. a. 0. 23. Dienstrecht von Uzstadt (1256) Mon. Boica28, 2 S. 510 und 29, 2 S. 224, sowie bei Grimm Weistümer 6, 112. Tecklen-burger Dienstrecht (vor 1303) bei Altm.-Bernh. 4 Nr. 93. Fresse! D.Ministerialen-recht d. Grafen v. Tecklenburg 1907. Blankenheimer Dienstrecht des 15. Jh.Ann. d. hist. Ver. f. d. Niederrh. 9, 122ff. Über die Constitutio de expeditioneRomana vgl. S. 717. Über das Magdeburger Dienstrecht: Rosenstock (§ 60 n.l) 35.

12 Vgl. v. Bunge Altlivlands Rechtsbücher 1879. Stobbe 1, 578f. v. Tran-sehe-Roseneek, Z. G. d. Lehnwesens in Livl. 1903 (SA. aus MittGOstseeprov. 18).

13 Vgl. K. Lehmann Entstehung der Libri Feudorum (Rostocker Festschriftfür Buchka 1891); Die Libri Feudorum, N. Arch. 16, 389ff.; Das langobardischeLehnrecht (Handschriften, Textentwicklung, ältester Text und Vulgattext nebst dencapitula extraordinaria) 1896. Seckel Quellenfunde z. langob. Lehnr. (BerlinerFestg. f. v. Gierke 1910). Laspeyres Entstehung u. älteste Bearbeitung derLibri Feudorum 1830. Dieck Literär-G. des lang. Lehnrechts 1828. Anschütz,Kr. Übersch. f. RW. 3, 310ff. Pertile Storia del diritto ital. 2 2 , 96ff. SchupferManuale di storia del dir. ital. 2 447ff. Neumeyer, ZRG. 33, 250ff.

14 Vgl. MG. Leg. 4, 583. 635. Das Gesetz selbst Const. 1, 89.

15 Ein Aufsatz des Ugo de Gambolado, ursprünglich im 2. Buch zwischenden beiden Briefen des Obertus, später in bearbeiteter Gestalt I. F. 1418.