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Lehrbuch der deutschen Rechtsgeschichte
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754
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754 Mittelalter.

Für die oberbairischen Städte ließ Kaiser. Ludwig sein zwischen 1333und 1336 erlassenes Landrechtsbuch (S. 736f.) zu einem Stadtrechisbuchumarbeiten, das sich als Münchener Stadtrecht, durch verschiedene Rats-statuten und Privilegien vermehrt, bis zur Gegenwart in Geltung erhaltenhat 96 . Außer dem bairischen Landrecht diente das Freisinger Stadt-rechtsbuch des Ruprecht von Freising (S. 732) als Quelle. Von nieder-bairischen Stadtrechten sind die von Landshut und Passau hervor-zuheben 97 .

Von Tiroler Stadtrechten 98 nennen wir das von Innsbruck (1239)",Meran 100 , Kitzbühel 101 , Kufstein 102 , Brixen (1380), Varn und Ster-zing (1417) 103 . Das einzige größere Stadtrecht der Steiermark war dasvon Pettau von 1376 104 . Die meisten österreichischen Stadtrechte 105hatten ihr Mutterrecht in Wien 106 , doch muß dahingestellt bleiben, ob diebeiden wesentlich übereinstimmenden Stadtrechtsprivilegien Leopolds VIfür Enns (1212) und Wien (1221) auf eine ältere Wiener Quelle (1198?)

96 Ausg. v. Auer 1840. Vgl. Brenner, i. d. Germ. Abh. f. K. Maurer 185ff.(1893). Den ursprünglichen Bestand des Stadtreehtsbuches bilden die Art. 1202und 449. Nach der Publikation des Landrechts von 1346 scheint 1347 auch eineneue Publikation des Stadtrechtsbuches erfolgt zu sein. Nach Riedner (S.737 25 )ist es eine Münchener Privatarbeit, die sich die Stadt vom Kaiser beglaubigen ließ.Das Stadtrechtsb. galt nur in München und wurde später Aichach und Pfaffen-hofen verliehen.

97 Über das Landshuter Privileg von 1279 (Quell, z. bair. u. deutsch. G. 5,314ff., Gaupp 1, 147ff.) vgl. Franklin Beitr. z. G. d. Rezeption 70ff. Auszügeaus den Stadtbüchern von Landshut und Straubing bei Rosenthal Beiträgez. deutsch. Stadtr.-G. 1. 1883. Oberbairische Stadtrechte bei Häutle, Arch. d.bist. Ver. f. Oberbaiern 45, 162ff. Über das Stadtrecht von Regensburg vgl.Gengier Beitr. z. RG. Baierns 3. 1892. Ein Passauer StR. v. 1225 bei Gengier311, Stadtrecht v. 1299 und das auf diesem beruhende von St. Polten (1338) beiWinter, BI. d. Ver. f. Landesk. Niederösterreichs NF. 17, 411ff.

98 Vgl. Werunsky ÖstRG. 534ff.

99 Schwind u. Dopsch Nr. 37. Gaupp 2, 253ff. v. Voltelini in Festschr.d. akad. Historikerklubs Innsbruck 1913. 1303 wurde Hall i. T. mit InnsbruckerRecht bewidmet. Straganz Hall i. T. I 20. 174. Die Statuten von Trient indeutscher Sprache (Ausgabe: Tomaschek in ArchÖG. 26) sind eine Übersetzungaus dem Latein; sie sind lombardisch und dem Recht von Verona u. Vicenza ver-wandt. Vgl. v. Voltelini ArchÖG. 92, 83ff. Hasenöhrl ArchÖG. 93, 340f.

100 ZDA. 6, 413ff.

101 Vgl. Kogler Z. d. Ferdinandeums 3 52 S. 63. Es bekam 1271 Münchner,1321 Landshuter Recht.

102 ygi Kogler (Dopsch Forschungen 9).

103 Geschichtsfreund, oder Beiträge z. tirol. G. (1867) 197ff. 237ff. 321 ff.

104 Bischoff, Wien. SB. 113, 2 S. 695ff. Werunsky ÖstRG. 255f. 316.

105 Vgl. Hasenöhrl ArchÖG. 93, 309ff.

106 Ausgabe der Wiener Stadtrechtsquellen, mit ausführlicher rechtsgeschicht-licher Einleitung, von Tomaschek Rechte und Freiheiten der Stadt Wien, 1877bis 1879. Die älteren Stücke auch bei Schwind u. Dopsch Nr. 26. 35. 77.Keutgen Nr. 164-66. Werunsky ÖstRG. llff. Hasenöhr], ArchÖG. 93, 815B.F. Wilhelm D. landesfürstl. Privilegien der niederösterr. Städte, Märkte u. Dorfer(Mitt. d. Archivs f. Niederösterr. 3).